Waiblingen

Der Kindergarten-Betrieb in Waiblingen läuft fast wieder normal: Diese Einschränkungen gibt es

Corona Kinderbetreuung
Kinderhaus Mitte. © Benjamin Büttner

Große Erleichterung bei Kindern und Eltern: Seit dieser Woche herrscht in den Waiblinger Kitas Regelbetrieb – zumindest fast. Von 2500 Kindern besucht die ganz große Mehrheitwieder täglich einen Kindergarten. Und dies, obwohl rund ein Fünftel der Erzieherinnen zu einer Risikogruppe gehört und deswegen nicht vor Ort arbeiten kann. Unausweichlich hat das Auswirkungen auf die Öffnungszeiten.

Zum Start gab es Wartezeiten beim Bringen der Kinder. Auch, weil die Eltern eine vorgefertigte Gesundheitserklärung mitzubringen hatten. Wie erleichtert die Hauptleidtragenden waren, nämlich die Kinder, zeigt das Beispiel eines Jungen, der partout nicht wieder nach Hause und im lange vermissten Kindergarten sogar übernachten wollte. Aus Sorge, er könnte am nächsten Tag vielleicht wieder geschlossen sein.

Im Kinderhaus Mitte, der größten Kita der Stadt, gab es vor der Pandemie noch extrem lange Öffnungszeiten, nämlich von 6 bis 21 Uhr. Die Randzeiten am Morgen und Abend entfallen vorläufig notgedrungen, außerhalb des Zeitfensters zwischen 7 und 18 Uhr hat bis auf weiteres kein Waiblinger Kindergarten geöffnet. Die Corona-Verordnung hat den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung außer Kraft gesetzt – und das bleibt auch noch so. Die beliebten Modelle mit sechs- oder siebenstündiger Betreuung (VÖ 6 und VÖ 7) stehen dennoch wieder im Angebot.

Nur geschlossene Gruppen

Einschränkungen bestehen zudem für den Kita-Alltag selbst. Das in Waiblingen beliebte „offene System“, bei dem sich die Kinder im Haus frei bewegen können, entspricht nicht den Bestimmungen, vielmehr müssen die Gruppen unter sich bleiben. Die maximale Größe für eine Kindergarten-Gruppe wurde ausnahmsweise um zwei auf 28 Kinder angehoben. Für die Kleinen gelten keinerlei Abstandsregeln: Hintergrund sind die erleichternden Befunde einer Studie der baden-württembergischen Uni-Kliniken zum geringen Infektionsgeschehen bei unter Zehnjährigen. Abstand halten müssen nur die Erzieherinnen untereinander – alles andere wäre bei der Arbeit mit Kleinkindern wohl ohnehin schwer umzusetzen. Damit sich nicht zu viele Personen auf zu engem Raum treffen, gelten gestaffelte Bring- und Abholzeiten. „Einbahnstraßen“-Systeme führen die Eltern durch die Häuser – unter Nutzung der Gärten.

Am Mittwoch voriger Woche erst bekamen die Kommunen vom Land die „Orientierungshinweise“ für den Kitabetrieb mit der Ansage, was erlaubt ist und was nicht. Dann blieben zwei Werktage zur Umsetzung bis zur Vollöffnung am Montag. „Das ist schon sportlich“, meint die Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr, die schmunzeln muss über die Kreativität des Ministeriums bei der Begriffsfindung: von der Notbetreuung zur erweiterten Notbetreuung und vom eingeschränkten Regelbetrieb zum jetzigen „Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen“. Zu spüren ist das Bemühen Susanne Eisenmanns, der Ministerin mit Ministerpräsidentin-Ambitionen, die Lockerungen gut zu verkaufen.

Und die Ferien?

Von der Stadtverwaltung, dort dem Fachbereich Bildung und Erziehung, erforderten die vergangenen Wochen organisatorische Höchstleistungen, um die Kitas den sich ständig verändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Mindestens so groß waren die Herausforderungen für Eltern und Kinder, wie Christiane Dürr anerkennend bemerkt. Die Familien hätten viel Geduld und Flexibilität bewiesen. Flexibel zeigten sich auch die Erzieherinnen.

Der „Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen“ gilt auch für die kirchlichen und freien Kindergarten-Träger. Dort gibt’s ebenfalls Einschränkungen bei den Öffnungszeiten, zum Beispiel schließt eine Einrichtung um 16.30 statt 17.30 Uhr, bei anderen entfällt der Nachmittag.

Noch unklar ist, was die Stadt an Ferienbetreuung anbieten kann. Am Konzept wird derzeit getüftelt. Vor allzu großen Versprechungen hütet sich die Bürgermeisterin: „Es kann sein, dass wir das auf den absolut notwendigen Bedarf beschränken müssen.“ Denn das Prinzip fester Gruppen muss gewahrt bleiben.

Große Erleichterung bei Kindern und Eltern: Seit dieser Woche herrscht in den Waiblinger Kitas Regelbetrieb – zumindest fast. Von 2500 Kindern besucht die ganz große Mehrheitwieder täglich einen Kindergarten. Und dies, obwohl rund ein Fünftel der Erzieherinnen zu einer Risikogruppe gehört und deswegen nicht vor Ort arbeiten kann. Unausweichlich hat das Auswirkungen auf die Öffnungszeiten.

Zum Start gab es Wartezeiten beim Bringen der Kinder. Auch, weil die Eltern eine vorgefertigte

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