Waiblingen

Der Kreis erhält ein Radwegenetz

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Symbolbild. © Joachim Mogck

W​​​​​aiblingen.
Das Radwegenetz zwischen Rems und Murr ist noch Stückwerk. Doch auf dem Papier nimmt es Gestalt an. Im Oktober übernimmt im Landratsamt eine Radwegkoordinatorin die Aufgabe, ein Konzept zu erstellen. Dieses Konzept ist Teil des Kreisstraßenmaßnahmeplanes 2018-2021. Der Entwurf enthält sieben Radwege, die in den kommenden vier Jahren realisiert werden sollen. Welche Radwege zuerst in Angriff genommen werden, wurde noch nicht festgelegt. Als Mittel steht eine halbe Million Euro pro Jahr bereit.

Voraussetzung für eine Ausbau- und Erhaltungsplanung ist die Erfassung des Ist-Zustandes der 200 Kilometer Radwege zwischen Rems und Murr. Das Straßenbauamt hat dazu den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) beauftragt. Ziel des Radwegkonzepts ist ein „alltagstaugliches Startnetz“, zu dem Lückenschlüsse, der Ausbau auf Regelbreite, Belagssanierungen, Querungshilfen und die Vernetzung mit Busse und Bahnen gehören.

Die Schwierigkeit ist, dass bei den Radwegen unterschiedliche Baulastträger am Werk sind und der Kreis keinen Einfluss darauf hat, was Städte und Gemeinden auf ihren Gemarkungen unternehmen. Es gebe leider Kommunen, „die sich bei den Investitionen in Radwege zurückhalten“, bedauerte Stefan Hein, Leiter des Straßenbauamtes im Umwelt- und Verkehrsausschuss. 2016 hatte die Landesregierung das Konzept für ein flächendeckendes, durchgängiges Netz alltagstauglicher Fahrradverbindungen zwischen Mittel- und Oberzentren beschlossen. Dieses Radnetz hat eine Länge von rund 7000 Kilometern, an das 700 Kommunen angeschlossen sind.

Zwei Radschnellverbindungen

Auf dem Weg sind zwei Radschnellverbindungen, fälschlicherweise „Radautobahnen“ genannt. Und zwar breite, weitgehend kreuzungsfreie und alltagstaugliche Radwege von Waiblingen nach Ludwigsburg sowie von Schorndorf nach Fellbach. Weil der Kreis Ludwigsburg den Termin versäumt hat, plant das Landratsamt Rems-Murr die Verbindung Waiblingen-Ludwigsburg für den Nachbarkreis mit. Auf gutem Weg ist der Remstalradweg, sagte Landrat Richard Sigel mit Blick auf die interkommunale Gartenschau 2019.

In der Diskussion hat die grüne Kreisrätin Ulrike Sturm sich misstrauisch gezeigt, wie ernst der Landkreis das Radwegkonzept wirklich nimmt. Von sechs Millionen Euro im Straßenetat entfiel lediglich eine halbe Million auf Radwege. Landrat Sigel widersprach: „Wir treten Vollgas in die Pedale!“ Die beiden geplanten Schnellverbindungen seien aus dem Kreisetat freilich nicht zu finanzieren. Der Kreis könne lediglich planen. Bauen müsse ein Dritter, wobei Sigel das Land im Hinterkopf hat.