Waiblingen

Der Schülerboom kommt

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Schon jetzt zeigt sich der kommende Schülerboom an der Rinnenäckerschule in Waiblingen-Süd, die statt 59 bald 83 ABC-Schützen zählt. © ZVW/Danny Galm

Waiblingen. Neue Baugebiete und steigende Geburtenzahlen machen sich an den Waiblinger Schulen immer deutlicher bemerkbar. Einige Grundschulen erwarten nach den Sommerferien starken Zulauf von Erstklässlern. Unentschieden bleibt derweil der Wettbewerb von Realschulen und Gemeinschaftsschulen um neue Schüler.

Der Trend von der Gemeinschaftschule zur Realschule scheint vorläufig gestoppt. Wer erwartet hatte, dass sich bei der Schulanmeldung für 2018/2019 weniger Eltern für eine der drei Waiblinger Gemeinschaftsschulen entscheiden würden, sieht sich nach den nun vorliegenden Zahlen getäuscht – die Salier und Staufer verzeichnen sogar ein leichtes Plus. Der befürchtete Schülerschwund bleibt aus.



„Wir sind positiv überrascht“, kommentiert Erika Schwiertz, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Erziehung die stabile Entwicklung. Noch vor einem Jahr gab es größere Wanderungen besonders in Richtung Realschule, konkret waren 34 Kinder weniger angemeldet.

Überraschend: Leichte Verluste bei den Realschulen

Sinnvolle Prognosen über die Zukunft der beiden Schulformen seien derzeit nicht möglich, so Erika Schwiertz weiter. Die Schwankungen würden einerseits von Änderungen der Schulpolitik mitbestimmt, andererseits komme es immer wieder zu normalen Schwankungen, aus denen sich kein längerfristiger Trend herauslesen lasse.

Schien es vor einem Jahr noch so, als hätten die Bemühungen der schwarzgrünen Landesregierung um die Stärkung der Realschule zugleich eine Schwächung der Gemeinschaftsschule bewirkt, scheint sich diese Entwicklung zumindest abgeflacht zu haben.

Sie spielt unter anderem eine Rolle für die Frage, ob Gemeinschaftsschüler in Neustadt eines Tages aufs Abitur lernen können, oder nicht. Dass die Friedensschule aus eigener Kraft keinen Abitur-Zug bekonmmen wird, bestätigen die 44 Anmeldungen für die fünfte Klasse, mit denen sie die vom Kultusministerium geforderte stabile Vierzügigkeit erneut verfehlt.

Jedoch lotet die Stadt die Möglichkeit von Kooperationen mit Schulen der Umgebung aus. Das Ergebnis ist offen. „Wir arbeiten dran, haben aber noch nicht von überall Rückmeldung.“

Schülerboom an der Rinnenäckerschule in Waiblingen-Süd

Bei den Gymnasien gibt es eine leichte Verschiebung vom Staufer zum Salier. Voriges Jahr hatten noch beide leicht verloren. Auch hier sieht Erika Schwiertz normale Schwankungen ohne große Aussagekraft. Anders bei den Grundschulen, denen für die nächsten Jahre mit Gewissheit Schülerzuwächse bevorstehen – auch wenn es noch vereinzelt Rückgänge gibt.

Schon jetzt zeigt sich der kommende Schülerboom an der Rinnenäckerschule in Waiblingen-Süd, die statt 59 bald 83 ABC-Schützen zählt. Keine große Überraschung für Schulleiterin Stark: „Das wurde uns seit Jahren vorhergesagt, schon bevor die Blütenäcker und der Rötepark bebaut waren.“

Schülerzuwachs bis Ende der 2020er Jahre

Nirgendwo wuchs Waiblingen in den vergangenen Jahren so schnell wie im Süden, seit Starks Dienstantritt vor acht Jahren ist die Schülerzahl von 180 auf 250 inklusive Grundschulförderklasse gestiegen. „Um unsere Arbeitsplätze müssen wir uns keine Sorgen machen“, scherzt sie. Schon jetzt ist die Schule dreizügig, nun werden die Klassen größer. Die Kapazitäten seien vorhanden, Probleme gebe es erst bei Vierzügigkeit.

Nach den Sommerferien starten an Waiblinger Grundschulen 522 Kinder ihre Schulkarriere – das sind 25 mehr als ein Jahr vorher. Die jetztigen geburtenstarken Jahrgänge werden mit sechs Jahren Verzöherung an den Grundschulen ankommen. Bis Mitte oder Ende 2020er Jahre soll der Schülerzuwachs anhalten.


Raum-Kapazitäten

Aus heutiger Sicht reichen die in Waiblingen vorhandenen Raumkapazitäten für den Schulbetrieb auch in naher Zukunft aus, so die Stadtverwaltung. „Im Einzelfall“, so heißt es in der Schulentwicklungsplanung, müssten Lösungen durch schülerlenkende Maßnahmen oder Kooperationen zwischen Schulen gefunden werden.

Stadträtin Andrea Rieger (FDP) pochte jüngst im Ratsausschuss darauf, die Entwicklung genau im Auge zu behalten. Und Dagmar Metzger (ALi) verwies beim Stichwort „ausreichende Kapazitäten“ zweifelnd auf überalterte Container.

Die Grundschulen profitieren laut Stadt von den Räumen der früheren Hauptschulen. Bei den weiterführenden Schulen gebe eine gut ausgebaute Infrastruktur, die altersbedingt abschnittweise saniert werden müsse.