Waiblingen

Die Inline-Skater vom Waiblinger „Skate X Press“

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Skate X Press Vereinsserie
Futuristisch und knallig muss der fahrbare Untersatz aussehen. © Büttner/ZVW
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Für den Fotografen rollt der „Skate X Press“ auch mal in Formation.
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Skate X Press Vereinsserie
Tattoo auf dem Bein eines Skaters. © Benjamin Büttner

Waiblingen. Sie rollen durchs Remstal: Jeden Mittwoch treffen sich die Skater vom Waiblinger „Skate X Press“ an der Rundsporthalle und machen eine Ausfahrt. Für die meisten Fahrer geht es bis nach Schorndorf und zurück, einige kehren vorher um oder machen Pausen. „Bei uns darf jeder sein eigenes Tempo haben“, sagt der Gründer Manfred Keller. Das Gemeinschaftsgefühl sei das Wichtigste.

Gerade ist Winterpause, doch in den Sommermonaten geht’s für die Gruppe „Skate X Press“ jeden Mittwochabend auf Rollen etwa 25 bis 30 Kilometer weit. „Im Winter machen wir stattdessen Lauf- oder Walktraining, aber das ist wetterabhängig“, berichtet Manfred Keller. Der ehemalige Sportlehrer hat den Inline-Skate-Treff vor nun fast 20 Jahren gegründet. Und anlässlich des 20-jährigen Jubiläums, das passenderweise auch ins Jahr der Remstal-Gartenschau fällt, ist für 2019 neben dem Mittwochstreff auch eine samstägliche Ausfahrt auf dem Remstal-Radweg geplant.

Bis zu 40 Menschen, die durch die Landschaft rollen

Der „Skate X Press“ ist kein Verein im eigentlichen Sinne, sondern eine Gruppe begeisterter Inline-Skater und als solche angegliedert an den VfL Waiblingen. „Dort dürfen wir gegen einen Obolus die Duschen nutzen und auch im Biergarten sitzen wir gerne nach unserem Training“, wie der 68-Jährige erläutert. Etwa 15 bis 20 Stammmitglieder hat die Gruppe. An schönen Sommertagen sind laut Keller auf den Ausfahrten bis zu 40 Skater dabei – eine imposante Schar, die da so durch die Landschaft rollt. „Die meisten von uns fahren freizeitmäßig, einfach um sich gesund und fit zu halten“, erzählt der Ex-Triathlet. Aber einige seien schon sportlicher unterwegs.

„Einige von uns sind jedes Jahr beim Berlin-Marathon Ende September dabei“, sagt Keller. Darunter er selbst: Im kommenden Jahr wird er schon zum 20. Mal beim Marathon in der Bundeshauptstadt mitfahren. Zwischen anderthalb und zwei Stunden brauchen die meisten Teilnehmer für die etwa 42 Kilometer. Die Spitzenfahrer schaffen die Distanz in knapp unter einer Stunde. „Aber bei uns steht trotz sportlicher Ambitionen der Spaß im Vordergrund“, betont Keller. Denn Geselligkeit werde in der Gruppe großgeschrieben: Für die Wochenenden organisieren die Mitglieder öfter mal gemeinsame Ausfahrten, es geht gemeinsam zu Skate-Veranstaltungen, wie zum Beispiel zu „Rhein on Skates“, zum Skaten an die Mosel oder ins Neckartal.

Inline-Skaten ist ein Sport für alle Altersklassen

Inline-Skaten ist laut Keller ein Sport, der bis ins hohe Alter betrieben werden kann. „Vorausgesetzt, man hat keine Angst vor dem Stürzen“, betont er. Denn das komme selbst bei den besten Fahrern hin und wieder vor: Einmal zu schnell gebremst oder ausgewichen und schon sei es passiert. Daher sei es wichtig, das richtige Fallen regelmäßig zu üben. Dazu bietet „Skate X Press“ spezielle Trainings an. Ansonsten ist das Skaten für Keller „einfach ein Gefühl der Freiheit“, das den Kopf von der Arbeit abschalten und ganz im Moment sein lasse.

Wer dieses Gefühl einmal ausprobieren möchte, dem empfiehlt der Skate-Experte, zunächst einmal in einem Sportgeschäft passende Ausrüstung auszuleihen. „Wenn es einem dann gefällt, dann kann man sich selber etwas kaufen.“ Dabei rät er, die Finger von Billigprodukten zu lassen. Gute Einsteiger-Skates kosten zwischen 100 und 200 Euro. Den Unterschied machen laut Keller die Rollen: Bei billigen Modellen laufen sie nicht gut im Lager, das mindert den Fahrspaß. Und ein Ausrüstungsgegenstand, der bei niemandem fehlen sollte, egal ob Anfänger oder Profi, ist für Keller ein Helm. „So ein gebrochener Arm ist blöd, aber das heilt. So einen Kopf, den hat man nur einmal“, sagt er.


Das Fahrwerk

Vier Rollen hatten Inline-Skates laut Manfred Keller ursprünglich. „Dann ging man zu fünf über“. Schließlich wurden es doch wieder vier Stück – und die schnellen Profifahrer sind heutzutage sogar oft auf nur drei Rollen unterwegs. Die sind allerdings deutlich größer als früher die vier oder fünf Rollen. „So ist man auf gerader Strecke viel schneller, allerdings ist es schwerer, damit Kurven zu fahren.“

Neben der Größe der Rollen kommt es übrigens auch auf deren Härte an: Je härter sie sind, desto leichter rollen sie, ähnlich wie Fahrradreifen. Die härteren Rollen übertragen allerdings auch Erschütterungen durch Bodenunebenheiten stärker auf den Fahrer.

Mehr Infos zum „Skate X Press“ gibt’s auf der Homepage www.skate-x-press.de.


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