Waiblingen

Die Kälte sorgt für Probleme

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Gefrorener Wasserfall in der Hörschbachschlucht bei Murrhardt. © Habermann/ZVW
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ADAC-Pannenhelfer Andreas Marzian hilft hier Ulf Sucker in Winnenden-Hanweiler. © Habermann / ZVW
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Minus 12 Grad am Dienstagmorgen in Hanweiler. © Habermann/ZVW
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Brunnenklinge. © Joachim Mogck
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Hägelesklinge. © Joachim Mogck
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Mond bei Tag. © Joachim Mogck
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Ein eingefrorener Wasserfall. © Joachim Mogck

Waiblingen. Die Kältewelle, bedingt durch das Hochdruckgebiet „Hartmut“, hält weiter an. In der Nacht zu Dienstag wurde an der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, ein Kälterekord gemessen: minus 30,5 Grad. So tief waren die Temperaturen Ende Februar seit 100 Jahren nicht mehr. Auch im Rems-Murr-Kreis gab der Deutsche Wetterdienst die höchste Frostwarnung heraus.

Da wundert es nicht, dass die Pannenhelfer des ADAC in Württemberg am Montag 2610-mal ausrücken mussten. Zum Vergleich: An einem milden Wintertag seien es in der Regel 700 Einsätze. „Aktuell haben wir alle verfügbaren Fahrer im Einsatz“, sagt Michael Prelop, Bereichsleiter für Württemberg bei der ADAC-Straßenwacht.

Defekte Batterien und eingefrorene Kühlsysteme

Die Hauptursache für Pannen sind defekte Batterien sowie eingefrorene Kühlsysteme. „Die Spannung an älteren Autobatterien kann bei Kälte zusammenbrechen“, erklärt Yavuz Alptekinazer, Inhaber der Kfz-Werkstatt Gebrüder Alp in Weinstadt. Dies geschehe generell, wenn eine Batterie mehr Strom abgeben müsse, als diese fähig sei.

Beispielsweise verlören Batterien durch Alterung an Kapazität. Durch extreme Kälte vermindere sich die Leistungsfähigkeit nochmals. Der Anlasser benötige dann noch mehr Strom, um den Motor zu drehen.

Um möglichen Problemen bei Kälte vorzubeugen, sei es außerdem notwendig, das Frostschutzmittel zu überprüfen. Im schlimmsten Fall könne ein geringer Frostschutz zum Motorschaden führen. Darüber hinaus sei die vorgeschriebene Profiltiefe für Winterreifen zu wenig. „3,5 Millimeter reichen nicht aus. Es sollten 4 bis 4,5 Millimeter sein“, empfiehlt Alptekinazer.

Laut ADAC sei erst gegen Ende der Woche mit einem Rückgang der Einsatzzahlen zu rechnen. Da sollen die Temperaturen deutlich über den Nullpunkt steigen.

Arktische Luft wird wie in einem Schaufelrad zu uns getrieben

Die Kälte wurde bisher von dem Hochdruckgebiet nördlich von Deutschland aus Nordosteuropa hergeweht. Die vorwiegend aus Russland stammende, arktische Luft, erwärmt sich auf dem Weg über gefrorenen und beschneiten Boden kaum. Nach Deutschland wird sie dann wie von einem Schaufelrad getrieben. Dieses Phänomen ist nicht unüblich, normalerweise tritt es aber eher Mitte als Ende Februar auf. Es ist also das passiert, was die Jahreszeit Winter ausmacht: Es ist kalt geworden.

Auch Martin Röhrs, Leiter des Forstamts im Rems-Murr-Kreis, hält diese Kältewelle für unbedenklich. Der Wald befinde sich in einer „Ruhephase“, die Bäume hätten mit der Vegetation noch nicht begonnen. Deshalb habe die Kälte keinen negativen Einfluss. „Leider kann man dahingehend aber auch keine Entwarnung für Insekten wir den Borkenkäfer geben“, führt Röhrs fort. Diese befänden sich ebenfalls in der Winterruhe und seien deshalb gewappnet gegen die Kälte.


Schlittschuhlaufen auf den Seen: Nein!

  • Um Schlittschuh zu laufen, ist die Kältewelle bisher ebenso zu kurz. Der Ebnisee in Welzheim bleibt wie der Aichstrutsee in Kaisersbach und der Badesee in Plüderhausen nicht freigegeben.
  • „Erst ab einer Eisdecke von zehn bis zwölf Zentimetern kann man den See betreten“, sagt Ludwig Kern vom Bauamt Plüderhausen. Das sei jedoch momentan nicht der Fall und auch nicht zu erwarten. Ab Freitag sollen die Temperaturen wieder über die Minusgrade steigen.