Waiblingen

Die Lage entspannt sich

Flüchtlinge Waiblingen Unterkünfte Zahlen Container_0
Einzug der Bewohner ins Gebäude für Anschlussunterbringung in der Max-Eyth-Straße im Frühjahr. © Habermann/ZVW

Waiblingen. Derzeit leben 563 Flüchtlinge in Waiblingen, eine große Mehrheit davon in Unterkünften der Stadt. Angesichts rückläufiger Zahlen kann der vom Landkreis angemietete Container am Inneren Weidach zurückgegeben werden. Zwölf Flüchtlinge muss die Stadt bis Jahresende noch unterbringen, um ihre Pflichten zu erfüllen.

Insgesamt wurden in Waiblingen seit Januar 2015 von der Stadt 634 Flüchtlinge untergebracht. Aktuell sind es 488. Unter anderem durch Anmietung neuer Modulbauten in der Dammstraße kann die Stadt die geforderte Quote für 2018 aller Voraussicht nach erfüllen. Die Unterbringung von Flüchtlingen in der sogenannten Anschlussunterbringung gehört laut Flüchtlingsaufnahmegesetz zu den Pflichtaufgaben von Städten und Gemeinden. Sie kommt dann zum Zuge, wenn über das Asylverfahren entschieden ist – davor ist der Landkreis zuständig. Um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, hat Waiblingen die ursprünglich für die vorläufige Unterbringung genutzten Gemeinschaftsunterkünfte des Landkreises im Marienheim und am Inneren Weidach befristet übernommen sowie das Gebäude Max-Eyth-Straße 26 von privater Seite angemietet.

Die mittlerweile entspannte Lage ermöglicht der Stadt, den umstrittenen Standort am Inneren Weidach aufzugeben. Stehen bleiben werden die Container wohl dennoch, denn sobald schnell Unterkünfte gebraucht werden, steht der Landkreis in der Pflicht. Derzeit wohnen im Container des Landkreises nur noch neun Menschen.

Neue Unterkünfte 2019

Mit Beginn des neuen Jahres kann auf dem Gelände der Christian-Morgenstern-Schule eine neue Unterkunft mit sechs Wohnungen für 14 Menschen bezogen werden. Diese Holzmodul-Bauten können - unter anderem – an Flüchtlingsfamilien mit Wohnberechtigungsschein vermietet werden. Ein weiteres Gebäude, das im Zuge des Flächensuchlaufs der Stadt für kostengünstigen Wohnungsbau errichtet wurde, steht in Bittenfeld in der Nähe der Schillerschule.

Musste die Stadt in den Jahren 2017 und 2018 noch 459 beziehungsweise 252 Flüchtlinge in Anschlussunterbringung übernehmen, so werden es 2019 laut Prognose des Landkreises nur noch 71 sein. Wobei es zukünftig mehr Familiennachzüge geben wird, zumal die Aussetzung des Familiennachzugs zum 1. August aufgehoben wurde. Genaue Zahlen liegen der Stadt dafür jedoch nicht vor.

Überwältigende Hilfsbereitschaft

Überwältigend war die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in den Jahren 2014 und 2015, als in wenigen Monaten mehrere 100 Flüchtlinge in Waiblingen ankamen. Bereits seit 2014 treffen sich verschiedene Beteiligte zum monatlichen „jour fixe“, um das Netzwerk Asyl zu organisieren – eine Zusammenarbeit, die nach Einschätzung der Ersten Bürgermeisterin Christiane Dürr bestens funktioniert. Weiterhin spielen Ehrenamtliche eine wichtige Rolle. Von den zu Spitzenzeiten 300 Engagierten sind rund 100 als harter Kern geblieben. „Die hegen und pflegen wir“, sagte die Bürgermeisterin jüngst im Sozialausschuss – das heißt, sie bekommen Fortbildungen, Begleitung und Supervision.

Eine hauptamtliche Koordinationsstelle für das Ehrenamt im Netzwerk Asyl ist im Rathaus angesiedelt. Ehrenamtliche helfen bei Behördengängen, bei Arztbesuchen, unterstützen bei der Suche nach Praktika, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen und bei der Wohnungssuche. Sie betreiben das Café Asyl und Teestunde, helfen bei der Kleiderkammer im Marienheim und geben sogar Sprachkurse.