Waiblingen

„Die rasen in einem Affentempo“: Ärger über Autofahrer vor Schulen in Waiblingen

Sicherer Schulweg
Gerade zum Beginn eines neuen Schuljahrs steht das Thema sicherer Schulweg besonders im Fokus. © Benjamin Büttner

Wer Eltern in Waiblingen fragt, wie Schulwege sicherer werden können, erhält gleich Verbesserungsvorschläge. Zwei Mütter und ein Vater berichten unserer Redaktion nun von Problemen mit Autos bei der Wolfgang-Zacher-Schule und beim Staufer-Schulzentrum – und sie sagen auch, wie sich die Lage verbessern lassen würde. Der Stadtverwaltung ist klar, wie wichtig das Thema ist. „Insbesondere im Bereich von Schulen und Kindertagesstätten müssen sich die Abläufe jedes Schuljahr von neuem einspielen“, weiß die Abteilung Ordnungswesen.

„Die rasen in einem Affentempo die Richard-Wagner-Straße hoch“

Eine Mutter aus der Waiblinger Wasserstubensiedlung, die unweit der Wolfgang-Zacher-Schule wohnt, ärgert sich über „Helikoptereltern“, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. „Die rasen in einem Affentempo die Richard-Wagner-Straße hoch und parken dann auf dem Zebrastreifen, nur dass ihre Kinder schnell in der Schule sind.“ Auf andere Verkehrsteilnehmer werde nicht geachtet – vor allem nicht auf die anderen kleinen Schüler, die aufgrund ihrer Größe und wegen der parkenden Autos keinen Überblick haben. Die Mutter findet, dass hier ein Blitzer installiert werden sollte und beim Parken strengere Kontrollen nötig sind.

Stadt: Nach den Ferien ist mit Kontrollen vor der Zacherschule zu rechnen

Die Abteilung Ordnungswesen der Stadt weist darauf hin, dass der städtische Vollzugsdienst grundsätzlich den ruhenden Verkehr im Rahmen des Streifendienstes im gesamten Stadtgebiet überwacht. Zu Schuljahresbeginn würden die Bereiche um Schulen und Kindertagesstätten allerdings verstärkt kontrolliert. Neben Parkverstößen werde auch die Geschwindigkeit zu Schulbeginn verstärkt mit mobilen Messanlagen kontrolliert. Nicht nur der städtische Vollzugsdienst, auch die Polizei überwache in diesem Zeitraum verstärkt die Lage vor Schulen, insbesondere auch mit Blick auf Kindersitze und Gurtpflicht. „Nach den Sommerferien ist somit auch mit Kontrollen im Bereich der Wolfgang-Zacher-Schule zu rechnen.“

Emilia Abouqora: Es gibt Blitzer - aber nicht direkt vor dem Staufer-Schulzentrum

Emilia Abouqora aus Waiblingen-Neustadt berichtet, dass ihre Kinder schon in eine weiterführende Schule gehen. Sie fahren selbstständig mit dem Schulbus zur Schule oder mit dem Fahrrad, aber die Grundschulzeit sind sie immer zu Fuß gelaufen. Vor kurzem hat die Mutter noch in der Stadtmitte gewohnt und ihre Tochter besuchte die Staufer-Grundschule. Die Mayenner Straße entlang gebe es zwar Tempo 30, aber die Fahrer achteten trotzdem nicht immer darauf und vor allem bei dem Übergang an dem kleinen türkischen Laden direkt gegenüber der Schule findet die Mutter die Lage manchmal sehr gefährlich. Die Kinder kämen um die Ecke, von der Schule Richtung Laden, und würden oft im letzten Moment gesehen. Oft stehe ein Blitzer unten an der Mayenner Straße am Haus 11 bis 13 oder oben an der Agentur für Arbeit, aber eben an der Schule selbst selten.

Ralf Müller wohnt in der Nähe des Staufer-Schulzentrums, seine Kinder besuchen die Staufer-Gemeinschaftsschule und das Staufer-Gymnasium. Ein großes Problem sind für ihn jene Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Aus seiner Sicht brauchen die Schulen mehr Möglichkeiten, ihre Parkbereiche so abzuschranken, dass Eltern eben nicht bis vor die Schule fahren können.

Die Abteilung Ordnungswesen der Stadt Waiblingen findet, dass am Staufer-Schulzentrum der vorhandene Zebrastreifen bei regelkonformem Verhalten grundsätzlich sicher genutzt werden könne. „Fahrzeugführer müssen den Vorrang der Fußgänger beachten, Fußgänger müssen sich vergewissern, dass sie wahrgenommen wurden und der Fahrzeugführer hält, ehe sie auf die Fahrbahn treten.“ Daher gebe es in der Verkehrserziehung den Merksatz „Kinder gehen, wenn Räder stehen“.

Eltern könnten als Verkehrshelfer auf Schulwegen eingesetzt werden

Auch das Problem, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto vor der Schule absetzen, wird behandelt. Kindertagesstätten sowie Schulen thematisieren laut der Stadt den Hol- und Bringverkehr in Elternabenden als wichtigen Baustein zur Verkehrssicherheit und Verkehrserziehung. Die Eltern als Verkehrsteilnehmer müssten sich bewusst sein, dass sie sich verkehrsgerecht verhalten müssen – nicht nur um keine anderen Verkehrsteilnehmer zu behindern oder zu gefährden, sondern auch, weil sie gegenüber den eigenen Kindern eine Vorbildfunktion erfüllen müssten. „Von Seiten der Schulen könnten Eltern als Verkehrshelfer zur Sicherung des Schulwegs eingesetzt werden.“

Laut der Stadt darf und kann nicht an jeder Stelle geblitzt werden

Direkt vor dem Staufer-Schulzentrum gibt es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, beispielsweise der Bushaltestelle, nach Darstellung der Stadt kaum geeignete Flächen, um Blitzer aufzustellen. „Geschwindigkeitsüberwachungen können leider nicht beliebig an jeder Stelle im Straßenraum erfolgen, da technische und rechtliche Voraussetzungen erfüllt sein müssen“, stellt die Abteilung Ordnungswesen klar. Aber auch Geschwindigkeitsmessungen, welche etwas entfernter vorgenommen werden, würden sich positiv auf das Verkehrsverhalten auswirken.

Wer Eltern in Waiblingen fragt, wie Schulwege sicherer werden können, erhält gleich Verbesserungsvorschläge. Zwei Mütter und ein Vater berichten unserer Redaktion nun von Problemen mit Autos bei der Wolfgang-Zacher-Schule und beim Staufer-Schulzentrum – und sie sagen auch, wie sich die Lage verbessern lassen würde. Der Stadtverwaltung ist klar, wie wichtig das Thema ist. „Insbesondere im Bereich von Schulen und Kindertagesstätten müssen sich die Abläufe jedes Schuljahr von neuem einspielen“,

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper