Waiblingen

Die Schnelltest-Pflicht schreckt viele Kunden von Francescas Haarstudio in Waiblingen ab

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Immer häufiger steht Friseurin Francesca Bruscia alleine in ihrem Salon. © ZVW/Gabriel Habermann

Es ist ruhig geworden in Francescas Haarstudio in der Waiblinger Altstadt. Zu ruhig für den Geschmack der Inhaberin Francesca Bruscia. Zwischen zehn und 18 Kunden hatte sie vor der Corona-Pandemie pro Tag. Jetzt sind es im Schnitt gerade einmal rund vier. An manchen Tagen habe sie fast gar nichts zu tun. „Nach der Wiedereröffnung im März bin ich super eingestiegen, doch dann kam schnell der Einbruch“, sagt die Waiblinger Friseurin. An einigen Tagen habe sie darüber nachgedacht, ob es nicht besser wäre, wieder zu schließen. Doch warum kommen die Leute nicht mehr?

„Ich habe das Gefühl, dass während des zweiten Lockdowns viel schwarzgearbeitet wurde und deshalb der Bedarf für einen Friseurtermin weniger groß war“, sagt Bruscia. Sie selbst habe das nie gemacht, doch sie könne Kollegen verstehen, die finanziell am Limit waren und deshalb auf diese Weise versucht hätten, sich über Wasser zu halten.

Laufkundschaft fehlt dem Friseursalon

Hinzu komme, dass schlicht und einfach die Laufkundschaft fehle, die immer einen großen Teil ihrer Arbeit ausgemacht habe. Wenn Gastronomie und Geschäfte geschlossen seien, fehlten den Menschen Gründe, in der Innenstadt unterwegs zu sein. Diejenigen, die einfach vorbeikämen und fragten, ob es im Salon spontan noch eine Lücke gebe, um sich die Haare zwischen einem Cappuccino um die Ecke und den Besorgungen schneiden zu lassen, gibt es gar nicht mehr. Denn der Friseurbesuch ist nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung und mit einem negativen Corona-Schnelltest möglich, dessen Ergebnis nicht älter als 24 Stunden sein darf.

„Die Schnelltestpflicht schreckt viele Menschen ab“, sagt Bruscia. Das liege weniger am Test an sich, sondern an Unwissenheit. Viele Menschen wüssten nach wie vor nicht, dass die Tests kostenlos sind, oder hätten Schwierigkeiten mit der Online-Anmeldung. „Wer verunsichert ist, wartet lieber erst einmal ab, zumal auch die gesellschaftlichen Anlässe fehlen, für die vielen der Besuch beim Friseur wichtig war.“

Schnelltest-Station vor dem Laden könnte Kunden abschrecken

Francesca Bruscia hat sich sogar schulen lassen, um selbst Corona-Schnelltests durchführen zu dürfen. Doch davon macht sie kaum Gebrauch. „Ich müsste eine Teststation vor der Tür aufbauen, da ich die Leute ohne Test nicht hineinlassen darf.“ Dieser Anblick, fürchtet sie, würde manche Kunden noch mehr abschrecken.

Sie hofft nun sehr, dass die Inzidenzwerte schnell weiter sinken und der Friseurbesuch wieder ohne Schnelltest möglich wird. Dies wäre der Fall, zumindest für Behandlungen, bei denen die ganze Zeit über eine Maske getragen werden kann wie etwa beim Haareschneiden, wenn die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 bleibt.

Noch komme sie einigermaßen über die Runden, auch wenn die staatliche finanzielle Unterstützung aus dem zweiten Lockdown bei ihr bisher nicht eingegangen ist. „Ich arbeite zum Glück alleine“, sagt Bruscia. Denn sie kann sich nicht vorstellen, wie größere Salons mit entsprechend hohen Mieten und mehreren Angestellten zurzeit über die Runden kommen.

Es ist ruhig geworden in Francescas Haarstudio in der Waiblinger Altstadt. Zu ruhig für den Geschmack der Inhaberin Francesca Bruscia. Zwischen zehn und 18 Kunden hatte sie vor der Corona-Pandemie pro Tag. Jetzt sind es im Schnitt gerade einmal rund vier. An manchen Tagen habe sie fast gar nichts zu tun. „Nach der Wiedereröffnung im März bin ich super eingestiegen, doch dann kam schnell der Einbruch“, sagt die Waiblinger Friseurin. An einigen Tagen habe sie darüber nachgedacht, ob es nicht

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