Waiblingen

Die schwierige Nachfolger-Suche für die Postagentur in Neustadt - und was wird aus der in Hohenacker?

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Die Drogerie Luise mit Postagentur ist seit 1. September geschlossen. © palmizi

Seit Sommer hat die Drogerie Luise in der Neustadter Hauptstraße geschlossen. Zum Leidwesen vieler Postkunden, die es gewohnt sind, dort ihre Pakete abzugeben und Postbank-Leistungen in Anspruch zu nehmen. Bei Schreibwaren Präger in der Ringstraße, wo Ursula Präger seit dreieinhalb Jahren zusätzlich einen DHL-Paketshop betreibt, hat das Aufkommen an Paketen seitdem merklich zugenommen, die Kunden haben sich offenbar umorientiert. Aber: Sie geht zum Jahresende in Ruhestand. Viel Zeit bleibt also nicht mehr für die Suche nach einer Post-Nachfolge.

In die Suche hat sich die städtische Wirtschaftsförderung eingeschaltet. Gemeinsam mit der Deutschen Post AG seien in den letzten Wochen „intensive Gespräche“ in Bezug auf mögliche Standorte und Betreiber für eine Postagentur geführt worden, berichtet Marc Funk, Geschäftsführer der WTM GmbH (Wirtschaft, Tourismus, Marketing). Dabei habe man eine Lösung bereits„in greifbarer Nähe gehabt. Zwei Existenzgründer mit kaufmännischer Erfahrung standen bereit, um ihre bestehenden Arbeitsverhältnisse aufzugeben und den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Ziel war die Eröffnung eines Schreibwarengeschäfts mit angeschlossener Postagentur. „Eine ideale und an vielen Standorten bewährte Lösung“, wie Marc Funk meint, der Rommelshausen als Beispiel anführt. Auch für Neustadt sei ein potenzieller Standort ins Auge gefasst worden. Post und Wirtschaftsförderung hätten die beiden Gründer in ihrem Vorhaben begleitet. Vergangene Woche nun die schlechte Nachricht: Die beiden haben sich nun doch gegen die Selbstständigkeit und für den Verbleib in ihren Angestelltenverhältnissen entschieden. „Das ist für Neustadt schade“, sagt Marc Funk, „aber es ist zu akzeptieren“.

Finanzdienstleistungen wurden gekündigt

Generell sind immer wieder Klagen zu hören über geringe Erträge für die Betreiber von Postagenturen. Dass das Angebot von Postdienstleistungen Frequenz in die Läden zu bringen vermag, ist indes ebenso zu hören. Für Neustadt läuft die Suche nach alternativen Lösungen weiter, und Marc Funk bricht für die Post eine Lanze: „Ich kann für mich nur sagen, dass sie ein sehr kooperativer und verlässlicher Partner ist.“ In den Gesprächen mit den beiden Gründern habe sie viele gute Lösungsansätze und Unterstützungsleistungen angeboten, um das Gründungsvorhaben zu ermöglichen. Bisher ohne Erfolg, aber: Die Wirtschaftsförderung und Ortschaftsverwaltung wollen die Schaffung beziehungsweise den Erhalt einer Post in Neustadt weiter unterstützen.

Aufgegeben hat Luise Kögel die Vorzeige-Postagentur nach 22 Jahren, weil die Post per Brief mitgeteilt hatte, dass die Finanzdienstleistungen künftig nicht mehr zum Geschäft gehören sollten. Die dadurch entstehenden Einnahmenausfälle seien nicht aufzufangen, bat sie die Kunden um Verständnis. Durch die Schließung gibt es in Neustadt Stand heute auch keine Verkaufsstelle für Müllmarken mehr, Ursula Präger jedenfalls hat sich dagegen entschieden. Ihr Schreibwarengeschäft schließt ohnehin – dieser Entschluss stehe fest. Die Nachfolge sei nicht geklärt. Ihr Paketshop bietet nicht den vollen Umfang an Postdienstleistungen. Päckchen, Pakete und Retouren darf sie aber annehmen.

Mehr Kunden in Hohenacker

Hoffnung macht den Kunden noch die Pressestelle der Post: „In Waiblingen-Neustadt wird es auf jeden Fall weiterhin eine Filiale geben“, teilt sie kurz und knapp mit. Die Vertriebsleitung befinde sich derzeit noch in Gesprächen mit potenziellen Nachfolgern. Aufmerksam verfolgt Monika Hupfer vom gleichnamigen Schreibwarenladen in der Bildäckerstraße in Hohenacker die Entwicklungen. Sie bekommt jetzt ebenfalls verstärkt Post-Kundschaft aus Neustadt. Im Gegensatz zur Drogerie Luise führt sie ihre Postagentur fürs Erste weiter, obwohl auch ihr die Finanzdienstleistungen und damit das Postbank-Geschäft gekündigt wurden. „Ich möchte das nächste Jahr abwarten, wie es läuft“, sagt die 50-Jährige. Aufgeben möchte sie eigentlich nicht: „Ich hab’ noch ein paar Jahre.“

Seit Sommer hat die Drogerie Luise in der Neustadter Hauptstraße geschlossen. Zum Leidwesen vieler Postkunden, die es gewohnt sind, dort ihre Pakete abzugeben und Postbank-Leistungen in Anspruch zu nehmen. Bei Schreibwaren Präger in der Ringstraße, wo Ursula Präger seit dreieinhalb Jahren zusätzlich einen DHL-Paketshop betreibt, hat das Aufkommen an Paketen seitdem merklich zugenommen, die Kunden haben sich offenbar umorientiert. Aber: Sie geht zum Jahresende in Ruhestand. Viel Zeit bleibt

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