Waiblingen

Die seltsamste Kreuzung der Stadt: Waiblingen im Fußverkehrs-Check

Fußgängercheck
Die Kreuzung Fronackerstraße/Blumenstraße/ Ludwigsburger Straße in Waiblingen. © Benjamin Büttner

Viele Jahre stand das Auto im Mittelpunkt der Verkehrsplanung – nicht nur in Waiblingen. Die Zeiten ändern sich: Die Stadtverwaltung arbeitet an einem Radwege-Gesamtkonzept, und auch für Fußgänger sollen Verbesserungen erreicht werden. Nun nimmt Waiblingen teil am Fußverkehrs-Check des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. Bei einem Spaziergang wurden kritische Punkte von der Bahnhofstraße über die Fronackerstraße bis zum Postplatz unter die Lupe genommen. Der Fußverkehrs-Check soll durch den Blick von außen durch Berater der Firma „Planersocietät“ sowie durch den Austausch mit Bürgern neue Lösungen erbringen.

  • Kreuzung Fronackerstraße/Blumenstraße/Ludwigsburger Straße: eine knifflige Stelle für Fußgänger wie für Radler oder auch Autofahrer. Was könnte hier für Fußgänger verbessert werden? Einhellige Antwort der Teilnehmer: Wenn die Regeln für Autofahrer klar wären, hätten auch die Fußgänger mehr Sicherheit. Für sie ist bei der aktuellen Lösung schwer ersichtlich, wer als Nächstes fährt. Die Kreuzung, erzählt ein Waiblinger, habe schon allen seinen vier Kindern Kopfzerbrechen bereitet, die dort ihre Führerscheinprüfung ablegen mussten.

  • Die Frage kommt auf, ob nicht ein Kreisverkehr die bessere Lösung wäre. Das würde tatsächlich einmal geprüft, berichtet Oberbürgermeister Andreas Hesky. Das Problem: Die Kreuzung ist kein echtes Kreuz, vielmehr sind ihre Äste leicht verschoben. Dadurch müsste der Kreisverkehr eher als Oval denn als Kreis angelegt werden – und die Fußgänger müssten sowieso außen herum laufen. Der Überweg in der Mitte würde entfallen. Diese Problemstelle bleibt spannend.

  • Marienstraße: Ein Fußweg führt hinauf zur Comeniusschule. Um dorthin zu gelangen, müssen viele Kinder erst die Marienstraße überqueren. Warum kein Zebrastreifen? Zum einen gibt es für Zebrastreifen in Tempo-30-Zonen hohe Auflagen. Zum andern, darauf weist Baubürgermeister Dieter Schienmann hin, würde der Fußgängerüberweg in der Parkplatz-Einfahrt eines Mehrfamilienhauses enden. Verkehrsplaner Jonas Schmid von der Planersocietät empfiehlt eine rote Markierung auf der Fahrbahn – und zwar als Fläche, nicht als Streifen. Sonst wären die Schüler verleitet, zu glauben, sie wären hier bevorrechtigt wie an einem Zebrastreifen.
  • Fronackerstraße: Die Sofortmaßnahmen zur Verkehrsberuhigung haben die Situation für Anwohner und Verkehrsteilnehmer verbessert. Der Verkehr bewegt sich zwar langsamer, aber durch den Wegfall der Schräg-Parkplätze, aus denen rückwärts auf die Fahrbahn ausgefahren wurde, entspannter. Die von Pflanzkübeln belegten Flächen könnten der Gastronomie zugeschlagen werden, regt ein Anwohner an. Dafür müssten an anderer Stelle Stellflächen wegfallen, denn: „Der Fußgängerüberweg endet direkt zwischen den Tischen des Lokals“, konstatiert ein Bürger.

  • Postplatz: Der Spaziergang führt vorbei am Landratsamt und an der dortigen Bushaltestelle. Je nach Uhrzeit ist der Gehweg dort voll von Menschen, die auf den Bus warten. Die wichtigste Haltestelle der Stadt gerät für Fußgänger ein bisschen zu einem Hindernis, ganz besonders für Menschen im Rollstuhl. Am Überweg zwischen Villa Roller und Karo sind die Ampelphasen für Fußgänger recht kurz.
  • Stadtgraben: Auf der Seite von Elektro Bauer führt eine steile Treppe herab von der Fuggerstraße. Am Zebrastreifen wartende Kinder werden schlecht gesehen, besonders wenn Autos den Gegenverkehr durchlassen müssen. Jonas Schmid von der Planersocietät schlägt spontan vor, eine kleine Bucht in die Straße zu legen, damit wartende Autos sich vor dem Zebrastreifen aufreihen und nicht die Sicht auf Fußgänger versperren – oder gar den Überweg blockieren. 

    Der Fußverkehrs-Check wird fortgesetzt. In Kürze steht ein Rundgang mit Schülern der Wolfgang-Zacher-Schule im Bereich der Talstraße an.

Viele Jahre stand das Auto im Mittelpunkt der Verkehrsplanung – nicht nur in Waiblingen. Die Zeiten ändern sich: Die Stadtverwaltung arbeitet an einem Radwege-Gesamtkonzept, und auch für Fußgänger sollen Verbesserungen erreicht werden. Nun nimmt Waiblingen teil am Fußverkehrs-Check des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. Bei einem Spaziergang wurden kritische Punkte von der Bahnhofstraße über die Fronackerstraße bis zum Postplatz unter die Lupe genommen. Der Fußverkehrs-Check soll durch

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