Waiblingen

Die wohl größten Blumen Waiblingens

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Hobby-Gärtnerin Hedi Kühner. © Sommer

Waiblingen. Samen aus dem Vogelhäuschen, Kaffeesatz als Dünger, viel Wasser, Schutz und Liebe lassen in Hedi Kühners Garten die wohl größten Sonnenblumen Waiblingens wachsen. Die übergroßen Pflanzen sind fast vier Meter hoch und haben viele Blüten.

Als Hedi Kühner und ihr Mann Eberhard aus dem Urlaub nach Hause kommen, trauen sie ihren Augen kaum: Neben Rosen und wildem Wein sind Sonnenblumen in ihrem Vorgarten gewachsen. Gepflanzt hat das Ehepaar aus Waiblingen diese nicht. Die Pflanzen sind mittlerweile fast vier Meter groß und sind damit beinahe halb so hoch wie das Haus der Kühners. In diesem ist Eberhard Kühner vor 76 Jahren geboren. Solche großen Sonnenblumen hat das Waiblinger Urgestein aber noch nie gesehen. „Die Sonnenblumen sind so groß, dass wir sie mit Schnüren und Stöcken stützen müssen, damit sie bei starkem Wind nicht abknicken“, erzählt der Rentner.

Schon immer einen grünen Daumen

Einen grünen Daumen habe Hedi Kühner schon immer gehabt. Das bezeugen auch die blühenden Rosen und andere Blumen, die sie in ihrem Beet züchtet. Die übergroße Blume mit der gelben Blüte jedoch hat sie nicht eingepflanzt: „Ich vermute, dass Vögel die Samen aus unserem Vogelhaus ins Beet gebracht haben“, so die 72-Jährige. Auch ihre Tochter Ursula Blazek, die im zweiten Stock des Mehrgenerationenhauses lebt, kann sich das extreme Wachstum der Sonnenblumen nicht erklären. „Ich versuche immer, ein paar Pflanzen auf meinem Balkon hochzuziehen, aber solch große Blumen sind das nie geworden“, erzählt die 42-Jährige.

Die Leute bleiben auf der Straße stehen

Nachbarn, Anwohnern und vorbeilaufenden Passanten sind die übergroßen Blumen auch schon aufgefallen. „Oft bleiben Leute stehen und betrachten unsere Sonnenblumen“, erzählt Hedi Kühner, die das Geschehen meist von ihrem Fenster aus beobachtet. Doch nicht nur Menschen freuen sich über den Anblick der Riesen-Pflanze.

Nahrung für Bienen und Hummeln

Auch zahlreiche Hummeln und Bienen summen und brummen um die vielen Blüten. Das ist besonders wichtig, denn Sonnenblumen sind in den letzten Jahren als Schnittblumen in Mode gekommen. Der gelbe Pollen, der auf die Tischdecke rieselt, stört da gewaltig. Züchter und Handel haben darauf reagiert und bieten als Saatgut oft schnittfeste Sorten ohne nennenswerten Pollen an. Das ist fatal für Bienen, denn sie suchen bei diesen Arten verzweifelt nach Nahrung. Bei den Kühners jedoch werden die Insekten fündig. Übrigens, die Sonnenblume hat nicht nur ein sonnenähnliches Aussehen. Sie gehört auch zu denjenigen Pflanzen, die ihren Blütenstand nach dem Stand der Sonne ausrichten können. Verantwortlich dafür ist ein spezieller Stoff, der die Pflanze auf der beschatteten Seite stärker wachsen lässt, so dass der Stängel sich gegen die Sonne hin wendet.

Normalerweise zwei Meter hoch

Im Garten und auf dem Acker werden Sonnenblumen normalerweise etwa zwei Meter hoch, wobei es inzwischen Hunderte Sorten gibt – von zwergwüchsigen, bei denen der riesige Blütenstand fast die Erde berührt, bis hin zu wahren Riesen. Im Internet kursieren Bilder von Gartenbesitzern, die mit der richtigen Sorte, viel Dünger und einem Stützgerüst sogar mehr als sieben Meter hohe Exemplare besitzen.

Sonnenblumen brauchen reichlich Wasser

Wer selbst gerne Sonnenblumen im Garten hätte, kann im nächsten Frühjahr Kerne von April an in Pflanztöpfe oder mit mindestens 50 Zentimetern Abstand direkt ins Freiland aussäen. Sonnenblumen brauchen reichlich Wasser und haben einen großen Nährstoffbedarf, vor allem Stickstoff wird benötigt. Bei guter Pflege blühen Sonnenblumen ausdauernd von Juli bis in den Oktober hinein. Von ihrem besonderen Prachtexemplar möchte Hedi Kühner gerne Kerne zur Vermehrung gewinnen. Da muss sie sich allerdings ranhalten – oder vor Einsetzen der Samenreife ein Netz über die Blütenscheibe spannen, damit die Vögel nicht schneller sind.