Waiblingen

Diebstähle in Altenheimen

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Symbolbild. © Leonie Kuhn

Waiblingen.
Dreiste Diebe machen selbst vor Altenheimen nicht halt. Sie nutzen die Arglosigkeit Älterer aus und hoffen auf fette Beute. Kürzlich hatte eine ältere Dame in einer Wohnanlage im Winnender Raum ein angsteinflößendes Erlebnis. Die Frau hielt sich in ihrem Zimmer auf und wunderte sich über Geräusche an der Tür. Als sie die Tür öffnete, sah sie sich einem Mann gegenüber, der sich ganz offenbar am Schloss zu schaffen gemacht hatte. Solch ein Vorkommnis löst Ängste aus; die Frau fühlt sich selbst in ihrem privaten Rückzugsraum nicht mehr sicher. Ein Angehöriger der Dame mutmaßt, dass Diebe gezielt in der Mittagszeit solche Einrichtungen ansteuern könnten, wohlwissend, alle sitzen arglos beim Essen.

„Wachsamer geworden“

Erhöhte Wachsamkeit herrscht seit einigen Monaten in der Seniorenwohnanlage in der Winnender Straße in Korb. Dort war ein Dieb in die Wohnung einer 92-jährigen Frau gelangt, nachdem er behauptet hatte, Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes zu sein. Der Mann fragte die alte Frau aus und stahl unbemerkt ihre Geldbörse. Seitdem sind die Türen der Anlage auch tagsüber richtig zugezogen und nicht mehr wie früher einfach durch Druck zu öffnen – was für Rollstuhlfahrer eigentlich praktisch wäre, berichtet Christine Stöckl von der Sozialstation in Korb. Seit diesem Vorfall habe es keine weiteren Vorkommnisse dieser Art gegeben, „aber die Leute sind wachsamer geworden“. Es gab Aushänge zur Warnung, und die Mitarbeiter weisen immer wieder darauf hin, dass vom Medizinischen Dienst niemand einfach so unangemeldet vorbeikommt.

Gesicherte Fächer fürs Geld

Im Karlsstift in Schorndorf sind die Beschäftigen angewiesen, freundlich auf Fremde zuzugehen und sie zu fragen, wen sie besuchen wollen, sagt Hannelore Gogolinski von der Einrichtungsleitung. Sie weiß von keinem Diebstahlsfall in den vergangenen Jahren. Bewohner müssen kein Geld bei sich im Zimmer haben; dafür stellt die Einrichtung gesicherte Fächer bereit. Für Dienste im Haus können die Senioren bargeldlos bezahlen.

Die älteren Herrschaften könnten einfach ihre Zimmer abschließen. Das werde allerdings in Senioreneinrichtungen nicht so gern gesehen, bestätigt Olaf Bentlage, Pressesprecher des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste. Pflegekräfte müssen schnell Zugang zu den Zimmern haben, wenn jemand rasch Hilfe braucht.

Diebstähle kommen nicht nur in Altenheimen, sondern in allen frei zugänglichen Gebäuden vor, seien es Schulen, Turnhallen, Firmen. Harald Schmidt von der polizeilichen Kriminalprävention in Stuttgart verweist darauf, dass es „in der Praxis schwierig ist, praktikable Zugangskontrollen durchzuführen“. Das gilt ganz generell – nicht nur in Altenheimen. Sein Rat: „Bargeld verschlossen aufbewahren.“