Waiblingen

Diese Ausstellungen plant die Galerie Stihl in Waiblingen 2022

Selbstporträt Stihlgalerie
Noch bis 16. Januar 2022 wird in der Galerie Stihl die Ausstellung „ICH. Zwischen Abbild und Neuerfindung“ gezeigt. © Gabriel Habermann

Ausstellungen mit Arbeiten von Gunter Sachs, mit kunstvollen Schallplattenhüllen sowie mit Karikaturen aus der einstigen Wochenzeitung Simplicissimus können Interessierte im kommenden Jahr in der Galerie Stihl besichtigen. Leiterin Anja Gerdemann gab im Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Sport Einblicke in das geplante Programm im Jahr 2022. Nach zwei Jahren Pandemie mit abgespecktem Programm hofft Anja Gerdemann auf etwas mehr Normalität im kommenden Jahr.

Die Corona-Pandemie hat der Galerie Stihl einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht. „Die erste Ausstellung im Jahr 2020 ‘Liebe, Traum und Tod’ mussten wir nach sechs Wochen mit dem ersten Lockdown schon wieder schließen“, erinnerte sich Gerdemann. Lediglich 1730 Besucher fanden ihren Weg in die Ausstellung, welche die Galerie anlässlich des 100. Todestages Max Klingers und seines druckgrafischen Schaffens konzipiert hatte.

Anstatt wie gewohnt drei Ausstellungen gab es durch die langen Schließzeiten mit „Follow M.E. – Marion Eichmann“ im vergangenen Jahr nur zwei. Eine Tatsache, die sich auch in diesem Jahr wiederholte, so Gerdemann. Die Vernissage zu „Im Rausch der Zeit. Expressionismus von Kollwitz bis Klee“ war eigentlich für Dezember 2020 vorgesehen, musste aber aufgrund der langen Schließzeit auf April verschoben werden.

Die Mitarbeiter haben einen Spagat gewagt und diesen mit Hilfe zahlreicher digitaler Angebote geschafft. Die Frage war gleich mehrmals, wie Kunst den Betrachter erreicht, wenn Räume entsprechend abgesperrt sind, kein Eintreten aufgrund des Infektionsrisikos möglich war. Die Eröffnungen zu „Follow M.E.“ und „Im Rausch der Zeit“ fanden digital statt, Letztere mit Hilfe eines Trailers. Durch die digitalen Formate sei ein neues Publikum generiert worden, so Gerdemann, weil Interessierte einen anderen Zugang zu Kunst entdeckt hätten.

Aktuell sehen Besucher unter dem Titel „ICH. Zwischen Abbild und Neuerfindung“ Selbstbildnisse von der Zeit um 1900 bis heute. Die Ausstellung läuft noch bis 16. Januar. Zu sehen sind unter anderem Werke von Künstlern wie Marina Abramovic, Robert Mapplethorpe oder Ai Weiwei.

Eintritt mit Museumspass

Laut Corona-Verordnung des Landes benötigen Interessierte für einen Besuch entweder einen Impf- oder Genesenennachweis oder ein negatives PCR-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden alt ist. Außerdem muss ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz während des Aufenthalts getragen werden. Mittlerweile ist die Galerie Stihl auch Mitglied im Verein Museums-Pass-Musées, wonach auch Inhaber eines Museumspasses die Galerie besuchen können. Bei der Ausstellung zu Marion Eichmann waren das 419 Personen. Der Verein Museums-Pass-Musées zählt laut Internetseite 345 Mitgliedsmuseen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Gunter Sachs: Preisgekrönter Filmemacher und Fotograf

Am 18. Februar soll die Vernissage zu „Gunter Sachs. Kamerakunst“ erfolgen. Dabei „wollen wir die unbekannte Seite von Sachs zeigen“, sagte Anja Gerdemann. In den sechziger und siebziger Jahren hat sich der Industriellenerbe laut Wikipedia als Gentlemen-Playboy einen Namen gemacht. Er sei aber auch Kunstsammler gewesen sowie Fotograf und Filmemacher. In seinem Besitz waren einige Siebdrucke von Andy Warhol. Als Fotograf hatte er eine Vorliebe für das Model Claudia Schiffer. Ein preisgekrönter Filmemacher sei er durch „Happening in white“ von 1969.

Weiße Schallplattenhüllen der Beatles von Rutherford Chang

Im Sommer, von 25. Juni an, sollen Besucher unterschiedliche Schallplattenhüllen bestaunen können, darunter auch unzählige Exemplare des weißen Albums der Beatles, die so weiß aber gar nicht seien, da manche Hüllen Kaffeeflecken enthalten würden, auf andere sei etwas draufgemalt worden, so Gerdemann. Die Alben sind eine Leihgabe von Rutherford Chang, der annähernd 3000 Exemplare besitzt. Co-Kurator ist Walter Schönauer, ein renommierter Art-Director der Zeitschriften Rolling Stone und Musikexpress sowie Gestalter von Plattencovern wie Herbert Grönemeyer. Die Ausstellung war bereits für 2021 geplant, musste aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden.

Den Abschluss sollen 2022 Karikaturen aus der politisch-satirischen Wochenzeitschrift Simplicissimus machen. Die Zeitschrift wurde 1896 gegründet und prangerte Kirche, Justiz, aber auch die Politik des wilhelminischen Kaiserreichs und der Weimarer Republik an. Zu sehen werden Zeichnungen unter anderem von Karl Arnold oder Thomas Theodor Heine sein.

Die vorveranschlagten Kosten für 2022 belaufen sich auf 323 000 Euro. Der Ausstellungsplanung stimmten die Mitglieder des Ausschusses einstimmig zu.

Ausstellungen mit Arbeiten von Gunter Sachs, mit kunstvollen Schallplattenhüllen sowie mit Karikaturen aus der einstigen Wochenzeitung Simplicissimus können Interessierte im kommenden Jahr in der Galerie Stihl besichtigen. Leiterin Anja Gerdemann gab im Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Sport Einblicke in das geplante Programm im Jahr 2022. Nach zwei Jahren Pandemie mit abgespecktem Programm hofft Anja Gerdemann auf etwas mehr Normalität im kommenden Jahr.

Die Corona-Pandemie hat

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