Waiblingen

Diskussion um Anti-Lkw-Poller in Korb

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Die Poller in der Fritz-Klett-Straße waren kurzzeitig verschwunden, nun stehen sie wieder. Weil sich die Fahrer von Kleinlastwagen nicht trauen, zwischen dem ersten und zweiten Poller von rechts durchzufahren, herrscht nun mehr Verkehr in der Schellingstraße. © Striebich/ZVW

Korb. Die Diskussionen um Maßnahmen gegen den Lastwagenverkehr im Korber Wohngebiet Schaltenberg nehmen kein Ende. Vergangene Woche ließ die Gemeinde Poller in der Fritz-Klett-Straße aufstellen, aber kurz darauf wieder abbauen. Hauptamtsleiterin Adalina Agejew erklärt, warum – und drängt auf die Unterstützung von Google.

Kaum ist sie im Amt, darf sich die neue Haupt- und Ordnungsamtsleiterin Adalina Agejev mit einem echten Korber Dauerbrenner beschäftigen: dem Ärger um Lastwagen, die sich auf dem Weg ins Gewerbegebiet Riebeisen ins Korber Wohngebiet Schaltenberg verirren. Vergangene Woche hatte die Gemeinde die Fritz-Klett-Straße auf Höhe des Kindergartens für Schwertransporter geschlossen. Sechs Poller versperrten fortan die Durchfahrt in Richtung Gerhart-Hauptmann- und Albrecht- Dürer-Straße, wo die Trucker regelmäßig feststeckten. Kleinlaster und Pkw passten noch gerade so durch die 2,23 Meter breite Lücke am rechten Fahrbahnrand.

Noch vor dem Wochenende waren die Poller aber auf Geheiß der Gemeindeverwaltung wieder verschwunden – sehr zur Verwunderung der Anwohner im Schaltenberg. Adalina Agejev erklärt, die Poller seien abgebaut worden, nachdem besorgte Anwohner sich im Rathaus gemeldet hätten. Die Korber berichteten, es seien nun erste Lastwagenfahrer entgegen der erlaubten Richtung in die Albrecht-Dürer-Straße weiter nördlich eingefahren. Das Einbahnstraßenschild hatte die Trucker offenbar wenig gekümmert.

Weil sich auch einige Autofahrer nicht trauten, die schmale Lücke zwischen dem ersten und zweiten Poller von rechts zu durchfahren, entschied sich die Verwaltung, die Stangen für die Dauer des Wochenendes wieder herauszunehmen – also für die Zeit, in der im Rathaus keine Ansprechpartner für die Fragen der Bürger zur Verfügung standen. Seit Beginn der Woche stehen die Poller nun wieder.

Gelöst ist das Problem damit nicht

Gelöst ist das Lkw-Problem im Schaltenberg damit nicht. Im Gemeinderat am Dienstagabend in der Alten Kelter wurde auch über die Mail eines Anwohners gesprochen. Der Mann behauptet, das Tor von der Fritz-Klett-Straße ins Klett-Gelände oberhalb des Gewerbegebiets Riebeisen öffne sich noch immer für Lasterverkehr und Autos. Das dürfe nicht sein, sagte Bürgermeister Jochen Müller: Die Anlieferung müsse von unten über das Riebeisen erfolgen. Das gelte für alle Fahrzeuge.

Vor allem Kleinlaster werden nun aber vermehrt auf der schnellsten Poller-Umfahrung, der Schellingstraße, gesichtet: „Jetzt fahren an 24 Stunden alle Fahrzeuge, die in das Klett-Gelände wollen und nicht die übliche Route durch die Zufahrt über das Riebeisen nutzen wollen (weil dies ein Umweg wäre?) durch die Schellingstraße“, schreibt der Anwohner in seiner Mail.

Google-Maps als Wurzel des Übels

Im Rathaus hoffen sie, dass sich der positive Effekt durch die gesperrte Klettstraße und die geplante Neubeschilderung der B 14 noch einstellen wird. Parallel arbeitet Adalina Agejev an der Wurzel des Übels: der falschen Routenführung bei Google Maps. Das Navigationssystem leitet die Fahrer schließlich ins Korber Wohngebiet. Regelmäßig schreibt Agejev an den Megakonzern, der für diese Zwecke eine Feedback-Funktion eingerichtet hat und weist auf die richtige Route hin. Bislang ohne Erfolg. Doch sie will hartnäckig bleiben.