Waiblingen

Drohbriefe gegen Ex-AfD-Mitglieder

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Diesen anonymen Drohbrief erhielten viele Ex-AfD-Mitglieder, darunter auch Gisela Medeck aus Aspach. © Mathias Ellwanger

Waiblingen. Neben Hans-Olaf Henkel haben auch Alfa-Funktionäre aus dem Rems-Murr-Kreis bösartige Drohbriefe von einer angeblichen „AfD-Armee-Fraktion“ erhalten. Die Kripo Waiblingen hat den Fall übernommen.

Auch Gisela Medeck hat einen solchen Drohbrief im Februar erhalten. Die Aspacherin war früher bei der AfD; sie stand hinter Bernd Lucke und habe „nie ein Hehl daraus gemacht: AfD unter Petry geht gar nicht.“ Bei der Landtagswahl kandidierte Medeck für Luckes neue Partei Alfa im Wahlkreis Böblingen.

Nach aktuellem Stand haben sieben Köpfe der neuen Partei Alfa im Februar solche Drohbriefe erhalten. Die bekanntesten Betroffenen sind Hans-Olaf Henkel und Bernd Kölmel; beide wurden 2014, noch als AfD-Mitglieder, ins Europaparlament gewählt und sind mittlerweile zu Alfa gewechselt. Neben Medeck wurde unter anderen auch Denis Schäfer, Alfa-Kandidat im Wahlkreis Waiblingen, bedroht. Auch wenn Schäfer selbst nie AfD-Mitglied war.

Alle Drohbriefe liefen über das Briefzentrum Waiblingen. An diesem Knotenpunkt werden alle Schreiben gesammelt, die in den Postleitzahlenbereichen 70 (Stuttgart, Fellbach, Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt) und 71 (Stuttgarter Umland, Böblingen, Waiblingen, Backnang, Ludwigsburg) eingeworfen wurden. In Waiblingen werden sie sortiert und weiterversandt.

Wer dahinterstecken könne, "das ist unglaublich schwierig einzuschätzen“, sagt Polizeisprecher Kohn. „Jedwede Motivation“ könne dahinterstecken. Hans-Olaf Henkel jedenfalls vermutet einen Einzeltäter hinter den Briefen. „Ich glaube nicht, dass dahinter eine terroristische Struktur steht“, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Er könne es sich nicht vorstellen, dass die derzeitige AfD-Spitze etwas damit zu tun habe. Zusammen mit Bernd Klömel, dem ehemaligen Landeschef der AfD, hat Henkel Strafanzeige gegen unbekannt erstattet.

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