Waiblingen

Ehepaar aus Waiblingen fördert mit "Kumbali-Projekt" Kindergärten in Malawi

Esther 2022
Stolz zeigt das Mädchen sein Zertifikat: Sie ist Klassenbeste. © Kumbali Projekt

Im Jahr 2009 reiste Grit Wagner-Strohn aus Beinstein zum ersten Mal nach Malawi. Vier Monate sollte der Aufenthalt dauern, doch das „warme Herz Afrikas“ ist für die 54-Jährige und ihren Ehemann Michael Strohn (72) zu weit mehr als einem Reiseziel geworden: Sie gründeten den Verein Kumbali-Projekt, durch den 2012 ein Kindergarten in der Nähe der Hauptstadt Lilongwe eröffnet werden konnte. In diesem Jahr soll ein weiterer, etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, in Betrieb genommen werden.

450 Kinder konnten das Angebot seit 2012 bereits in Anspruch nehmen

„Staatliche Kindergärten gibt es in Malawi nicht“, erklärt Grit Wagner-Strohn, die Vorsitzende des Vereins. Die bestehenden Einrichtungen sind der Waiblingerin zufolge privat initiiert und rar gesät, weshalb nur wenige Kinder einen Platz haben. Dass der Bedarf jedoch besteht, merkt das Ehepaar an den etwa 450 Kindern, die das vom Verein finanzierte Betreuungsangebot in den vergangenen zehn Jahren genutzt haben. Das Angebot in Lilongwe entlaste nicht nur die Eltern: „Die Kinder sind in der Schule die Besten“, sagt die Vorsitzende. Das liege vor allem an dem Wissensvorsprung, den sie aus dem Kindergarten mitbringen.

Nachdem das erste Projekt so erfolgreich verlief, knüpfte das Waiblinger Ehepaar Kontakte zu einer Grundschule mit Kindergarten in Waliranji, nahe der Grenze zu Sambia. Dort habe es keine Wasserversorgung und kaum Unterrichtsmaterialien gegeben, geht aus einer Präsentation der Mitgliederversammlung des Vereins hervor. Ein Bild zeigt etwa 36 Kinder, die in einem kleinen Klassenzimmer mit ihren Rucksäcken auf dem Boden sitzen.

Für weitere Schulklassen gebe es kaum Platz. Aus diesem Grund hat das Kumbali-Projekt das angrenzende Grundstück gekauft. Eine Fachfirma baute einen solarbetriebenen Brunnen, der die Schule und den Kindergarten seit Dezember 2021 mit - laut Qualitätsbericht - sauberem Wasser versorgt. Außerdem wurde ein zusätzliches Gebäude errichtet: In den Klassenzimmern haben zukünftig zwei Kindergartengruppen Platz. Küche, Kompost-Toiletten und einen Garten wird es laut Grit Wagner-Strohn ebenfalls geben.

Der ökologische Gedanke ist der Vorsitzenden wichtig, die Bebauung des Grundstückes findet nach den Leitsätzen der Permakultur statt: Im Zentrum dieser Idee steht der langfristige, nachhaltige Umgang mit Ressourcen. So wurden Ziegel verwendet, bei deren Herstellung Holz eingespart wird.

Malawische Firmen, die Eltern der Kinder und Studierende werden einbezogen

Beim Bau der neuesten Einrichtung habe der Fokus darauf gelegen, lokale Firmen miteinzubeziehen. „Die Locals machen ein Geschäft“, sagt Grit Wagner-Strohn. Und auch die Schüler einer nahe gelegenen Bildungseinrichtung haben das Bauprojekt zu Bildungszwecken nutzen können. So habe die Hälfte der Mitarbeitenden aus Auszubildenden im Baubereich bestanden.

„Wir wollen nicht zu einer Veränderung Malawis nach europäischem Vorbild beitragen“, heißt es auf der Website des Vereins. Auch Grit Wagner-Strohn betont: „Wir greifen nicht in Inhalte ein.“ Die Kindergärten würden als eigenständige Einrichtungen betrieben - lediglich die Finanzierung des Baus und der Unterrichtsmaterialien laufen über den Verein.

Für die Koordination, wie die Spendengelder verwendet werden, steht das Waiblinger Ehepaar nach eigenen Angaben täglich im Austausch mit der Erzieherin Esther Msangu und den Projekt-Koordinatoren Saili und Cathy Mwale. Im Lilongwe-Kindergarten wird Esther Msangu außerdem von drei Eltern pro Tag unterstützt.

Im Jahr 2009 reiste Grit Wagner-Strohn aus Beinstein zum ersten Mal nach Malawi. Vier Monate sollte der Aufenthalt dauern, doch das „warme Herz Afrikas“ ist für die 54-Jährige und ihren Ehemann Michael Strohn (72) zu weit mehr als einem Reiseziel geworden: Sie gründeten den Verein Kumbali-Projekt, durch den 2012 ein Kindergarten in der Nähe der Hauptstadt Lilongwe eröffnet werden konnte. In diesem Jahr soll ein weiterer, etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, in Betrieb genommen

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