Waiblingen

Einbruchswelle ebbt nicht ab

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Symbolbild. © Leonie Kuhn

Waiblingen. Fast jeden Tag registriert die Polizei mindestens einen Einbruch im Rems-Murr-Kreis, oftmals mehrere. Die Einbruchswelle „will nicht so wirklich abebben“, heißt es bei der Polizei. Meistens kommen die Täter ungeschoren davon.

In etwa 15 Prozent der Fälle findet die Polizei den oder die Täter, so Polizei-Pressesprecher Rudolf Biehlmaier. Die steigenden Fallzahlen deuten darauf hin, dass Profis am Werk sind, „die das in großem Stil betreiben“. Osteuropäische Banden reisen für ein paar Tage oder Wochen an, steigen in Häuser und Wohnungen ein – und verschwinden wieder. Spuren am Tatort Personen zuzuordnen, gelingt vor diesem Hintergrund nur schwer. Im Zuge von länderübergreifend organisierten Kontrollen an Autobahnen versucht die Polizei, Täter abfangen zu können. Seit etwa zwei Jahren arbeitet eine „Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchsdiebstahl“ daran, die Fallzahlen in Schach zu halten. Je schneller die Beamten Hinweise erhalten, desto größer ist die Chance, Täter zu erwischen.

Sie nutzen frühe Abendstunden

Zurzeit steigen die Fallzahlen wie immer in der dunklen Jahreszeit wieder an. „Im Sommer war es ein bisschen ruhiger“, sagt Rudolf Biehlmaier. Gern nutzen Täter die frühen Abendstunden für einen Einbruch, und im November lässt sich wegen der frühen Dunkelheit leichter auskundschaften, ob jemand zu Hause ist.

Immer wird ein Einbrecher das „weichste Ziel“ anvisieren, und das sind Fenster, Balkon- und Terrassentüren, die nach hinten raus liegen und am besten durch Sträucher und Hecken vor Blicken geschützt sind. Wer in höheren Stockwerken wohnt, kann sich deshalb nicht sicher wähnen. Einbrecher scheuen sich nicht, Regentonnen, Leitern oder andere Gerätschaften zu nutzen, um nach oben zu gelangen.

Polizei verstärkt Präsenz in Wohngebieten

Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Fellbach zeigt in ihren Räumen, wie Hausbesitzer und Wohnungseigentümer es Einbrechern so schwer wie möglich machen können. Die Berater kommen auch zu Ratsuchenden nach Hause. Grundsätzlich gilt: Je länger ein Einbrecher braucht, um in sein ausgewähltes Objekt zu gelangen, desto eher wird er den Versuch abbrechen.

Unterdessen verstärkt die Polizei zurzeit ihre Präsenz in Wohngebieten. Und sie appelliert an Bürger, die Augen offen zu halten. Selbst wenn’s nur eine Kleinigkeit ist, die verdächtig wirkt: „Die Leute sollen wirklich anrufen“, versichert Rudolf Biehlmaier. Manchmal reicht ein kleiner Mosaikstein, und ein Fall wird doch noch aufgeklärt.

Hier die wichtigsten Tipps der Polizei, um Einbrecher abzuschrecken:

  • Schließen Sie Haustüren immer ab und ziehen Sie diese nicht nur zu
  • Lassen Sie keine Fenster gekippt – gekippte Fenster sind offene Fenster
  • Informieren Sie Nachbarn über längere Abwesenheiten und sorgen Sie dafür, dass Ihr Haus bewohnt aussieht.
  • Überfüllte Briefkästen lassen auf Abwesenheit schließen

Die Zahlen

Im Jahr 2014 lag die Zahl der Einbrüche im Rems-Murr-Kreis bei 662 - ein besonderer Ausreißer nach oben. Ein Jahr später zählte die Polizei 411 Fälle. Das Jahr 2016 ist noch nicht zu Ende, aber es gibt bereits eine Tendenz: Die Zahl der Einbrüche wird sich dieses Jahr wohl in etwa auf Vorjahresniveau bewegen.