Waiblingen

Einkaufen und Wohnen auf der Korber Höhe Waiblingen: Rewe und DM-Markt fürs Mikrozentrum

Plan Korber Höhe
Der Innenhof auf dem Rewe-Supermarkt mit dem Eingang zu Gesundheitszentrum und Wohnungen. © BV Bau

Noch sieht es angesichts der zunehmenden Leerstände so aus, aber eins scheint seit dieser Woche gewiss: Das Mikrozentrum auf der Korber Höhe wird nicht aussterben. Die Eigentümerfamilie Arnold holt zum großen Wurf aus: Mit dem Neubau großflächiger Einkaufsmöglichkeiten, von Wohnungen und eines Gesundheitszentrums auf vier Etagen bekommt das Zentrum des Stadtteils eine Zukunft. Als Magneten sollen ein Rewe-Vollsortimenter mit 1500 Quadratmetern und ein neuer DM-Markt die Kunden anziehen.

Selten ist ein Bauprojekt dieser Größenordnung im Gemeinderat auf so viel Zuspruch gestoßen wie jetzt die Pläne für das Mikrozentrum. Das hat unter anderem mit der Ansage der Architektin Sigrid Hintersteininger zu tun: „Wir schaffen mehr Grünfläche, als wir versiegeln.“ Der bestehende Nahkauf-Markt wird abgerissen und durch einen vollwertigen Rewe-Markt ersetzt, der sich auf den bestehenden Supermarkt-Parkplatz ausdehnt. Über den Rewe kommen ein „Gesundheitszentrum“ mit zusätzlichen Arztpraxen und eventuell Physiotherapie – und vor allem eine Vielzahl kleiner, seniorengerechter Wohnungen.

Während der Bauphase: Einkaufen bei Rewe im alten Adix

Dies trägt dem Generationswechsel auf der Korber Höhe Rechnung, auf der viele Leute seit mehr als 40 Jahren leben: In zahlreichen Runden der Quartiersentwicklung „Gemeinsam auf der Korber Höhe“ wurde deutlich, dass ein großer Bedarf besteht, ím Alter in der vertrauten Nachbarschaft zu bleiben, aber die alten, großen Wohnungen zugunsten kleinerer Einheiten aufzugeben.

Als Investor für das neu erfundene Mikrozentrum tritt die BV Bau und Vermögensverwaltung aus Remshalden auf, hinter welcher die im Stadtteil seit je bekannte Eigentümerfamilie Arnold aus Remshalden steht. Auf dem Supermarkt möchte sie einen öffentlichen, grünen Innenhof als Platz zum Verweilen anlegen, der über Treppen und Aufzüge zu erreichen ist. Dort befindet sich dann auch der Eingangsbereich für die Senioren-Wohnanlage und das Gesundheitszentrum.

Über Adix entstehen Wohnungen für Familien

Im seit Jahren verwaisten Adix und angrenzenden Flächen des früheren Restaurants Staufer-Kastell zieht die Drogerie-Fachmarktkette DM ein. Dies allerdings erst nach Fertigstellung des neuen Supermarkts. Während der Bauphase wird Rewe durch einen Interimsladen auf 700 Quadratmetern im Adix dafür sorgen, dass die Menschen weiter wohnortnah einkaufen können.

Während für den Neubau des Supermarkts und der Senioren-Appartements eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich ist, kann die BV Bau mit dem Umbau des Adix schon früher loslegen. Das gilt ebenfalls für die dort geplante Aufstockung des Gebäudes, auf dem neun zusätzliche Wohnungen mit drei bis vier Zimmern für Familien entstehen sollen.

70 zusätzliche Stellplätze in der Tiefgarage

Geparkt wird künftig in einer Tiefgarage, die von der Salierstraße her angefahren wird. „Statt bisher 119 haben wir dann 189 Stellplätze“, rechnet die Architektin vor. Die öffentlichen Stellplätze an der Straße bleiben unverändert.

Mit neuem Design und neuen Materialien bekommt die bestehende Marktstraße ein neues Gesicht. Der Neubau punktet mit einer „Klimafassade“: Die äußere Stahlkonstruktion wird begrünt und dient dabei als Rankhilfe für die Pflanzen, die zentral bewässert werden. Die Brüstungen werden mit Solarpaneelen versehen.

Schwierige Suche nach Nachfolgern

Für die bestehenden Räume des Mikrozentrums ließen sich keine qualitätsvollen Nachfolger finden. Die Verkaufsflächen sind für heutige Ansprüche zu klein. „Es ist nicht so, dass wir es nicht versucht hätten“, sagt Rechtsanwalt Wolfgang Link in seiner Funktion als Vertreter der Eigentümer. Grundsätzlich hätten große Versorger wegen der lärmtechnisch konfliktträchtigen Anlieferung Bedenken, sich in Immobilien anzusiedeln, in denen zugleich gewohnt wird. „Aber wir haben viele gute Argumente und auch genug Spucke.“

Diskussionspunkt Gebäudehöhe

Im Oktober will der Gemeinderat mit der Aufstellung des Bebauungsplans beginnen. Auch eine informelle Bürgerbeteiligung soll wieder starten - wie etwa zur Fronackerstraße. OB Hesky: „Das Projekt ist wichtig für die ganze Kernstadt.“ Wie zu hören ist, begrüßt die Bürgeraktion Korber Höhe die Aufwertung für das Mikrozentrum und den Stadtteil, Sorgen wegen der dichteren Bebauung scheint es freilich unter den direkten Anwohnern zu geben. Dies bedenkend oder vorausahnend, hat die Stadtverwaltung vorab mit den Investoren über die Höhe des Neubaus – nach jetzigem Planungsstand 19 Meter – gerungen. Architektin Sigrid Hintersteininger macht kein Hehl aus dem Wunsch, mehr in die Höhe zu gehen. „Die Umgebungsbebauung ist deutlich höher.“ Die Anregung kam zudem im Gemeinderat von CDU-Chef Peter Abele. Baubürgermeister Dieter Schienmann gibt zu bedenken: „ Wir sollten die Anwohner im dicht bebauten Gebiet nicht über Gebühr belasten - die bauliche Höhe strahlt aus.“ Das letzte Wort scheint dabei noch nicht gesprochen.

Wohnungen bleiben im Bestand

Unter den Stadträten stoßen die Pläne auf Zustimmung (Siegfried Bubeck, FW/DFB: „Das hat viel Charme“) bis Euphorie (Roland Wied: „Wir sind hocherfreut“). Mit diesem „großen Aufschlag“ werde der „Trading-Down-Effekt“ mit immer schwächeren Ladenbetreibern gestoppt. „Das ist der richtige Weg – ohne Flächen zu versiegeln“, kommentierte Alfonso Fazio (ALi) ähnlich wie Tobias Märtterer (Grünt): „So sieht für uns nachhaltiges Bauen aus.“ Julia Goll (FDP) sieht im Bauen auf Supermärkten einen Trend, und Michael Stumpp (CDU) hofft nur, dass die Planung auch tatsächlich so realisiert wird. Einen Wermutstropfen sieht er, weil kein Restaurant mehr vorgesehen ist. Das Staufer-Kastell werde allenthalben vermisst.

Namens der Eigentümerfamilie versicherte Olga Arnold deren Entschlossenheit, schnell zu bauen („sobald wir die Genehmigungen haben“) und die Immobilien nicht zu veräußern: Die Wohnungen sollen im Bestand der BV Bau bleiben.“

Noch sieht es angesichts der zunehmenden Leerstände so aus, aber eins scheint seit dieser Woche gewiss: Das Mikrozentrum auf der Korber Höhe wird nicht aussterben. Die Eigentümerfamilie Arnold holt zum großen Wurf aus: Mit dem Neubau großflächiger Einkaufsmöglichkeiten, von Wohnungen und eines Gesundheitszentrums auf vier Etagen bekommt das Zentrum des Stadtteils eine Zukunft. Als Magneten sollen ein Rewe-Vollsortimenter mit 1500 Quadratmetern und ein neuer DM-Markt die Kunden

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