Waiblingen

Einzelhändler in Waiblingen: Kunden fehlen auch bei 3G

Reichle - Mode für Männer
Patrick Reichle vom gleichnamigen Herrengeschäft wünscht sich, dass die Zugangsbeschränkung für den Einzelhandel entfällt. © ALEXANDRA PALMIZI

Seit vergangenem Mittwoch dürfen Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, mit aktuellem negativen Testergebnis in Geschäften in Baden-Württemberg bummeln und einkaufen gehen. Seit diesem Tag gilt für den Einzelhandel wieder die 3G-Vorgabe, nachdem das Verwaltungsgericht die bis dahin geltende, vom Land eingefrorene Alarmstufe II und somit die 2G-Regel für den Einzelhandel gekippt hatte.

„Alles, was eine Erleichterung für den Kunden ist, ist gut für den Handel“, sagt Wirtschaftsförderer Marc Funk im Gespräch mit der Lokalredaktion Waiblingen.

In Geschäften in Waiblingen habe man aber von dieser Lockerung „nicht viel gemerkt“, sagt Patrick Reichle vom gleichnamigen Geschäft für Herrenmode. „Wir Einzelhändler freuen uns über 3G“, sagt er. Doch bei den Kunden verspüre er nach wie vor eine „große Unsicherheit“. Die Unsicherheit rühre seiner Meinung nach daher, dass viele Kunden nicht so richtig wüssten, was man dürfe, was nicht. „Wir haben gehofft, dass die G-Vorgabe für den Einzelhandel komplett wegfällt“, sagt er. Bisher habe er wenig Kunden gehabt, die sich als Ungeimpfter haben testen lassen, um einkaufen gehen zu können. Dass sich Männer testen lassen, um in seinem Geschäft ein Hemd zu kaufen, da sei vielen der Aufwand zu groß, weiß Patrick Reichle. Da helfe auch nicht die Tatsache, dass Wintermode aktuell reduziert sei. „Wir Einzelhändler sind nicht der Infektionstreiber“, betont Reichle. In seinem Geschäft in der Langen Straße könne man gut den Abstand einhalten. In den meisten Läden sei mehr Platz und weniger Gedränge als in vielen Supermärkten, mutmaßt er.

Jürgen Wäller: „Die Bummler fehlen nach wie vor!“

Im Geschäft Wäller Schuhmoden in der Blumenstraße gebe es „ein paar Kunden mehr“, sagt Jürgen Wäller. „Die Bummler fehlen aber nach wie vor!“ Ins Schuhgeschäft kämen demnach nur diejenigen, die unbedingt etwas bräuchten. Zudem lade das Wetter dieser Tage auch nicht gerade zum Stadtbummel ein. Jürgen Wäller hofft, dass die Situation mit dem Frühlingsgeschäft Mitte Februar „ besser wird.“ Da einige die Auflagen nach wie vor abschrecken, die man für einen Einkauf erfüllen muss, etwa dass neben der 3G-Regel die FFP2-Maskenpflicht besteht und man sich vielerorts einchecken muss, damit die Kontaktdaten erfasst werden können, würde viele Kunden nach wie vor abschrecken. Aktuell bietet Jürgen Wäller Möglichkeiten zum Einchecken per Luca-App sowie per Corona-Warn-App an. Erstere soll von Ende März an in Baden-Württemberg nicht mehr unterstützt werden. „Da wir aber beide Eincheck-Möglichkeiten zur Kontaktnachverfolgung anbieten, macht das für uns keinen Unterschied“, sagt Wäller. Praktisch findet Jürgen Wäller Armbändchen, wie sie teils in größeren Städten angeboten werden. Dort müsse man einmal einchecken und könne sich im Laufe seines Einkaufsbummels frei bewegen.

Für alle Kunden, denen der Aufwand mit 3G und FFP2-Maskenpflicht zu groß ist, bietet das Schuhgeschäft nach wie vor ein Corona-Bänkchen vor der Tür an, so dass Kunden auch vor dem Laden bedient und beraten werden können. Dies werde nach wie vor „sehr gut angenommen“, freut sich Jürgen Wäller.

Stoffladen Cosa: Stammkunden bestellen häufig Ware und holen sie später ab

Dass Kunden Lust haben, im Laden zu verweilen, und sich dort inspirieren lassen, das vermisst auch Sarah Schmidt vom Stoffladen Cosa in der Bahnhofstraße. Sie und ihre Geschäftspartnerin Cornelia Kinne beobachten, dass sich besonders mit der nun geltenden FFP2-Maskenpflicht kaum ein Kunde oder eine  Kundin längere Zeit im Laden aufhalten möchte. Da hätte auch die nun geltende 3G-Regel für keinen nennenswerten Zuwachs bei der Kundschaft im sowieso einkaufsschwachen Monat Januar gesorgt. Auch dass Winterstoffe reduziert seien, würde an der Kaufkraft nichts ändern.

Stammkunden würden Dinge bestellen, die sie zum Schneidern zu Hause benötigen, und diese später abholen. Sarah Schmidt hofft, dass mit der neuen Frühlingsware die Kunden auch wieder mehr Lust aufs Nähen haben.

Wenn sich Kunden nach dem Einkauf verabschieden, dann meist mit den Worten: „Hoffentlich dürfen wir uns bald wieder anlächeln, hoffentlich ist das bald vorbei“, berichtet Sarah Schmidt.

Seit vergangenem Mittwoch dürfen Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, mit aktuellem negativen Testergebnis in Geschäften in Baden-Württemberg bummeln und einkaufen gehen. Seit diesem Tag gilt für den Einzelhandel wieder die 3G-Vorgabe, nachdem das Verwaltungsgericht die bis dahin geltende, vom Land eingefrorene Alarmstufe II und somit die 2G-Regel für den Einzelhandel gekippt hatte.

„Alles, was eine Erleichterung für den Kunden ist, ist gut für den Handel“, sagt

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