Waiblingen

Einzelhandel: Keine Testpflicht in Waiblingen ab Dienstag (08.06.)

Schild, Einzelhandel, Testpflicht
Symbolfoto. © Gabriel Habermann

Klara Vasic strahlt. Von heute an dürfen Kunden im Rems-Murr-Kreis ohne vorab einen Schnelltest gemacht zu haben, einkaufen gehen. Für die Schneiderin, die im Januar ihren Laden in der Schmidener Straße eröffnet hat, bedeutet das: Es kann endlich richtig losgehen.

Ihre Ladenöffnung wäre im Januar gewesen mitten im Lockdown. Alle Geschäfte, ausgenommen Läden des täglichen Bedarfs, mussten schließen – ihr Laden konnte erst gar nicht öffnen. Für Klara Vasic bedeutete dies, dass sie sich einen zweiten Job suchen musste: Sie fuhr abends Pakete aus, nachdem sie tagsüber in ihrer Schneiderei gearbeitet hatte, um die Ladenmiete bezahlen zu können.

In ihrem Geschäft namens Desa bietet sie neben der Änderungsschneiderei Damenmode zum Kauf an, die sie selbst entworfen und geschneidert hat. „So schnell gebe ich nicht auf“, sagt sie. Nachdem sie vor kurzem für Kunden wieder die Tür öffnen durfte, verzichtete sie auf den Testnachweis und ließ dafür nur eine Kundin in ihr Geschäft. Dennoch: Der benötigte Umsatz blieb aus. „Es fehlen einfach die Hochzeiten“, sagt sie. Neben der Änderungsschneiderei verkauft sie für ein so wichtiges Fest so manches Abendkleid aus ihrer Kollektion.

Außerdem fehlen ihr Aktionen, mit denen sie ihren Laden bewerben kann. Diese sind nach wie vor nicht erlaubt. Die Flyer, die sie für die Eröffnung hatte drucken lassen, konnte sie nicht verteilen. Vielleicht klappe es ja mit einem Fest zum Einjährigen, meint sie. „Die Stadt ist so ruhig“, sagt Klara Vasic. Es gebe kaum Laufkundschaft. „Ich hoffe, das ändert sich jetzt!“

Rainer Wiedmann vom Spielwarengeschäft atmet auf

„Es kehrt allmählich Normalität ein“, sagt Rainer Wiedmann vom Spielwarengeschäft in der Langen Straße. Die vergangenen Wochen seien sehr anstrengend gewesen aufgrund der geltenden Corona-Verordnung und den damit einhergehenden Einschränkungen.

Wo es möglich war, hat er in seinen Filialen im Rems-Murr-Kreis und Kreis Ludwigsburg auf den Test-, Impf- oder Genesenennachweis verzichtet, dafür weniger Kunden in die Läden gelassen. Zwar sei die Situation besser geworden, insgesamt blieb es aber schwierig. Die ersehnte Kundschaft blieb aus. „Wir freuen uns darüber, dass die Testpflicht nun wegfällt“, sagt er. 

Das gilt ab Dienstag (08.06.) im Einzelhandel

Aufgrund der Inzidenz unter 50 gelten für den Einzelhandel im Rems-Murr-Kreis laut aktueller Corona-Verordnung des Landes folgende Regeln: In Geschäften mit weniger als zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich maximal ein Kunde aufhalten. In Geschäften mit bis zu 800 Quadratmeter Fläche darf ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche eingelassen werden. Für die darüber hinausgehende Fläche gilt, dass ein Kunde je 20 Quadratmeter eingelassen werden darf. Ausgenommen sind hiervon Läden des täglichen Bedarfs wie Lebensmittelgeschäfte. Die Maskenpflicht gilt auch vor den Geschäften und auf den Parkplätzen. Die Händler müssen dabei den Zutritt steuern sowie sollen sie dafür sorgen, dass Warteschlangen vermieden werden. Besondere Verkaufsaktionen sind nicht erlaubt.

Victoria Maia vom Modehaus Villinger: „Testpflicht war ein großes Hindernis!“

„Die Testpflicht war ein großes Hindernis“, sagt Victoria Maia vom Modehaus Villinger am Marktplatz. Vielen sei dies zu umständlich gewesen. Erst als sie, wie erlaubt, darauf verzichteten und dafür weniger Leute in das Modegeschäft ließen, kamen auch die Kunden wieder. Am Eingang musste hierfür entweder ein Formular zur Datenerhebung ausgefüllt oder mit der Luca-App eingecheckt werden. Nun ist der Tisch abgebaut. „Es ist eigentlich alles wie früher“, sagt Victoria Maia. Als in der Gastronomie zunächst die Außenbewirtung erlaubt war, war auch in der Waiblinger Innenstadt wieder mehr los. „Der Marktplatz hatte richtig aufgeatmet“, so Maia.

„Mit großer Freude habe ich am Montagnachmittag die Bekanntmachung des Landkreises zur Kenntnis genommen“, sagt Wirtschaftsförderer Marc Funk. „Der Wegfall der Testpflicht ist ein weiterer Schritt in Richtung Normalität, den der Handel aber auch die Kunden lange entgegengesehen haben!“ Einkaufen wird nun unkomplizierter und leichter. Die unterschiedlichen Öffnungsschritte und Regeln der letzten Wochen seien für viele Kunden nur schwer nachzuvollziehen. Folglich hoffe er, dass die Nachricht über den Wegfall der Testpflicht nun nochmals ein ganz wichtiger Impuls für die Menschen ist, den Weg in die Stadt zu finden. Zudem wünsche er sich sehr, „dass wir nun in eine Phase der Stabilität gelangen und die Öffnung von Dauer ist, so dass der Handel auch wieder in vollem Umfang am Marktgeschehen teilnehmen kann“.

Ähnlich sieht es auch der Vorsitzende des Bundes der Selbstständigen, Ullrich Villinger: „Alle Händler sind froh, dass sie einfach wieder ohne Einschränkungen aufmachen dürfen.“ Er hoffe sehr, dass auch die Kunden Nachholbedarf verspüren und nun die Einkäufe tätigen, die in den vergangenen Wochen nicht möglich waren, so dass sich die Innenstädte unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder füllen. Allerdings quäle auch viele die Frage, was im Herbst sein wird, wobei so manch einer in Sorge vor einer erneuten Welle mit steigenden Infektionszahlen sei.

Wie läuft der Einkaufstag in Waiblingen ab? Wir von der Lokalredaktion bleiben den Tag über dran und berichten aktuell.

Klara Vasic strahlt. Von heute an dürfen Kunden im Rems-Murr-Kreis ohne vorab einen Schnelltest gemacht zu haben, einkaufen gehen. Für die Schneiderin, die im Januar ihren Laden in der Schmidener Straße eröffnet hat, bedeutet das: Es kann endlich richtig losgehen.

Ihre Ladenöffnung wäre im Januar gewesen mitten im Lockdown. Alle Geschäfte, ausgenommen Läden des täglichen Bedarfs, mussten schließen – ihr Laden konnte erst gar nicht öffnen. Für Klara Vasic bedeutete dies, dass sie sich

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