Waiblingen

Eleven der Musikschule Unteres Remstal tanzen das Leben auf der Bühne

Ballettprobe
Lehrerin Anne-Kathrin Tätz studiert mit ihren Eleven, zwei Gruppen im Alter von sieben und zehn oder elf Jahren, eine „lustige Polka“ ein. © Büttner

Die Hände an der Hüfte, gerade Körperhaltung, ein freundlicher Blick – dann laufen neun Mädchen auch schon auf ihre Plätze im Tanzprobenraum der Kunstschule Unteres Remstal in Waiblingen. Sie winken sich zu, lächeln dabei, bevor es im Seitgalopp in einer Kreisformation weitergeht. „Nicht am Kopf kratzen“, ermahnt Ballettlehrerin Anne-Kathrin Tätz ihre Eleven. „Auf der Bühne kann es immer mal sein, dass etwas juckt, das muss man aber einfach ignorieren“, erklärt sie.

Die Proben der Ballettabteilung der Musikschule Unteres Remstal laufen auf Hochtouren. Am Sonntag, 3. Juli, soll es um 17 Uhr endlich so weit sein. Rund 100 Kinder und Jugendliche zeigen auf der Bühne im Bürgerzentrum, was sie bei den Tanzlehrerinnen Anne-Kathrin Tätz und Joanna Douaoui in den vergangenen Wochen und Monaten gelernt haben. Das Motto der Aufführung: „Wir tanzen das Leben!“

Erste gemeinsame Aufführung für Tanzlehrerinnenteam

Für das Ballettlehrerinnenteam ist es die erste gemeinsame Aufführung überhaupt, für die Nachwuchsballetttänzer die erste seit gefühlt einer halben Ewigkeit Corona-Pandemie. Manche Kinder haben erst im September mit dem Tanzunterricht begonnen. Normalerweise sei es lediglich eine Gruppe, die keine Bühnenerfahrung habe, diesmal sind es bis zu vier Gruppen, für die alles neu ist, sind sich die beiden Ballettlehrerinnen einig. Zum ersten Mal stehen sie dann sprichwörtlich im Rampenlicht, mit bunten Kostümen und einer Ballettfrisur. Und vermutlich zum ersten Mal lernen sie das Gefühl Lampenfieber kennen.

Zur Unterstützung werden unzählige Mütter hinter der Bühne im Bereich der Umkleiden versuchen, die Rasselbande im Zaum zu halten, damit keines der Kinder und Heranwachsenden seinen Auftritt verpasst. Die Jüngsten sind fünf Jahre alt, die Ältesten machen gerade Abitur und werden sicherlich das eine oder andere Mal bei den Proben mit einem Schulbuch in der Hand anzutreffen sein, so Tätz.

Andere wiederum haben erst im März mit dem Ballettunterricht begonnen und können daher erst im kommenden Jahr bei der Aufführung mitwirken. Generell könne man sich ab dem Alter von vier Jahren zum Ballettunterricht anmelden, wobei nach oben keine Grenze gesetzt sei. „Es ist nie zu spät, einzusteigen“, betont Anne-Kathrin Tätz, die erst seit vergangenem Herbst als Nachfolgerin von Alla Rybak bei der Musikschule Unteres Remstal Unterricht gibt.

Motto der Vorführung: „Wir tanzen das Leben!“

Warum die beiden Tanzlehrerinnen dieses Mal kein Handlungsballett präsentieren, sondern ein Potpourri mit unterschiedlichen Tänzen, hängt mit der Tatsache zusammen, dass „wir für ein Handlungsballett wissen müssen, wer welche Rolle übernehmen kann“, sagt Joanna Douaoui. Das sei nach den vielen Trainingsunterbrechungen in den vergangenen zwei Jahren nur sehr schwer einzuschätzen gewesen. Da erscheine ihnen das Motto „Wir tanzen das Leben“ als genau richtig. „Es steht für Tanz als Ausdruck der Gefühle, Energie, Freude und Fröhlichkeit“, bringt es Anne-Kathrin Tätz auf den Punkt. „Und das nach der langen Zeit, als nichts möglich war“, meint sie.

Zuschauer werden ganz unterschiedliche Tänze im Bürgerzentrum sehen, darunter auch Hip-Hop oder „Modern Dance“. Gezeigt wird neben der „lustigen Polka“ der Mädchen von Anne-Kathrin Tätz auf die Musik des Harlekin-Tanzes aus der Puppenfee auch ein spanischer Tanz oder eine Variation aus dem Stück Paquita. Letzteres tanzt ein Schützling von Joanna Douaoui, was „sie richtig gut macht“. Die „lustige Polka“ präsentieren bei Anne-Kathrin Tätz zwei Gruppen unterschiedlichen Alters. Die meisten Kostüme für den Abend stammen aus dem Fundus der Musikschule.

Passend zu den Tänzen werden im Hintergrund Bilder zu sehen sein, die per Beamer an die Wand geworfen werden. „Technisch ist das Bürgerzentrum richtig gut ausgestattet“, sagt Musikschulleiter Heiko von Roth. Geplant sei auch ein Livestream für alle, denen es nicht möglich ist, zur Aufführung zu kommen.

Seit Januar werde für die Aufführung intensiv geprobt, wobei die Umstände in diesem Jahr immer noch schwierig gewesen seien, weil manche krank waren, andere sich wiederum in Quarantäne befanden, erinnern sich Tätz und Douaoui. „Selten waren einmal alle zur Probe da“, berichtet Joanna Douaoui. Eine weitere Schwierigkeit war, dass Gruppen aufgrund der Pandemie lange nicht gemischt werden konnten.

Nach den Pfingstferien beginnt die Schlussphase für die Proben vor der großen Aufführung. Aktuell gebe es keine Einschränkungen, was die Anzahl der Zuschauer im Bürgerzentrum betreffe, betont Heiko von Roth. Allerdings sollte eine FFP2-Maske im Haus getragen werden, die am Platz allerdings abgenommen werden könne. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Einlass ins Bürgerzentrum für „Wir tanzen das Leben“ am Sonntag, 3. Juli, ist um 16 Uhr, während der Pause bewirten die Remstalstuben.

Die Hände an der Hüfte, gerade Körperhaltung, ein freundlicher Blick – dann laufen neun Mädchen auch schon auf ihre Plätze im Tanzprobenraum der Kunstschule Unteres Remstal in Waiblingen. Sie winken sich zu, lächeln dabei, bevor es im Seitgalopp in einer Kreisformation weitergeht. „Nicht am Kopf kratzen“, ermahnt Ballettlehrerin Anne-Kathrin Tätz ihre Eleven. „Auf der Bühne kann es immer mal sein, dass etwas juckt, das muss man aber einfach ignorieren“, erklärt sie.

Die Proben der

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