Waiblingen

Endlich wird gebaut

Klinik-Areal: Endlich wird gebaut_0
Oberbürgermeister Andreas Hesky (im Vordergrund) und Landrat Dr. Richard Sigel sorgten für den Baggerbiss auf dem Klinik-Areal. © Palmizi / ZVW

Waiblingen. Vier Jahre nach dem Betriebsende des Waiblinger Krankenhauses beginnen auf dem Areal die Bauarbeiten für mehr als 200 Wohnungen. Bis zum Jahresende werden zunächst neue Leitungen und Kanäle verlegt. Landrat Dr. Richard Sigel, Oberbürgermeister Andreas Hesky und die Kreisbaugesellschaft, die das drei Hektar große Gebiet vom Landkreis erworben hat, feierten den Baubeginn am Montagnachmittag mit einem symbolischen Baggerbiss.

Das neue Wohnquartier werde „der Altstadt entgegenlächeln“, sagte Dirk Braune, Geschäftsführer der Kreisbaugesellschaft. „Es entsteht etwas für die Stadt, das sich sehen lassen kann“, freute sich Landrat Dr. Richard Sigel. „Was lange währt, wird endlich gut“, zitierte Oberbürgermeister Andreas Hesky ein viel bemühtes Stichwort und modifizierte: „Es wird nicht nur gut, sondern besser.“

Denn, findet das Stadtoberhaupt: Büros – wie zunächst geplant – seien entlang der Winnender Straße zwar eine schöne Option gewesen, dass hier in Zeiten der Wohnungsknappheit mehr als 200 Wohnungen entstehen, sei aber der richtige Weg.

Sozialer Wohnungsbau und ein Kindergarten mit vier Gruppen

Die Kreisbaugesellschaft selbst wird auf dem größten von fünf Baufeldern auf dem Klinik-Areal tätig (siehe Infokasten). Neben 44 überwiegend öffentlich geförderten, preisgünstigen Miet- und 37 Eigentumswohnungen soll hier eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen entstehen. Diese wird für mindestens 15 Jahre an die Stadt Waiblingen vermietet und von der Stadt selbst betrieben. Die Stadt hat sich auch das Belegungsrecht für 40 der Mietwohnungen vertraglich gesichert – sie sind durch Landesmittel gefördert und werden für mindestens 30 Jahre mit einem Preisabschlag von 33 Prozent unter den üblichen Miethöhen vermietet werden.

In der ersten Bauphase werden neue Leitungen verlegt

Nachdem das Klinik-Areal zuletzt einer Wüste glich, müssen sich die Anwohner – zu denen der Oberbürgermeister übrigens selbst gehört – nun erst einmal auf Staub, Lärm und Lastwagen einstellen. Zunächst werden neue Wasser-, Strom-, Fernwärme- und Telekommunikationsleitungen und neue Abwasserkanäle verlegt.

Sie werden die Wohnungen an der geplanten Alfred-Leikam-Straße beliefern, die das Wohngebiet ringförmig einschließen wird. Ziel ist es, bis zum Jahresbeginn 2019 diese neue Straße mit einer Tragschicht so herzustellen, dass sie für Baufahrzeuge befahrbar ist, kündigt die Kreisbaugesellschaft an. Die Erschließungskosten von rund zwei Millionen Euro trägt die Kreisbau selbst. Ist die Straße einmal fertiggestellt, wird sie an die Stadt übergehen. Der knapp 1000 Quadratmeter große Spielplatz, der im Nordwesten des Gebiets entsteht, wird zunächst als Fläche für die Baulogistik genutzt.

Landrat Sigel lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landratsamt und Kreisbaugesellschaft: „Wir haben ein tolles Ergebnis erzielt“, sagte er, eher er sich zum symbolischen Baggerbiss in einen von zwei Baggern setzte. Den zweiten erklomm Oberbürgermeister Hesky. Er hatte zuvor betont: „Es wird Zeit, dass es mit dem Bauen losgeht.“


Mehr als 200 Wohnungen und eine Kita

Rund 210 Wohnungen und ein Kindergarten mit vier Gruppen sollen auf dem Areal des ehemaligen Waiblinger Krankenhauses entstehen.

Gebaut wird entlang der Winnender Straße ein Gebäuderiegel mit Wohnungen, der gleichzeitig den Verkehrslärm der Winnender Straße dämpfen soll. Angefahren wird das neue Viertel von der Winnender Straße aus. Westlich davon soll eine Bebauung mit Mehrfamilienhäusern, Reihenhäusern, Stadthäusern und Maisonettewohnungen mit viel Grün drum herum für schönes Wohnen sorgen.

Ein Teil des Areals gehört zum Investitionsprogramm des Landkreises für sozialen Wohnungsbau, wonach die Kreisbau in den kommenden zehn Jahren kreisweit 500 neue bezahlbare Wohneinheiten schafft. Über die Hälfte der Wohnungen auf dem Klinik-Areal sollen gefördert und preisreduziert sein (siehe auch Seite C 3).

Das Klinik-Areal ist in fünf Baufelder aufgeteilt – nicht nur die Kreisbaugesellschaft wird hier in den kommenden Monaten tätig sein. Auf zwei Baufeldern mit insgesamt knapp 7100 Quadratmetern wird die Siedlungswerk GmbH aus Stuttgart Wohnungen schaffen, auf zwei weiteren mit rund 7300 Quadratmetern die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG). Auf dem größten zusammenhängenden Feld, das circa 6700 Quadratmeter umfasst, baut die Kreisbau selbst.

Voraussichtlich Mitte 2020 sollen auf dem Klinik-Areal die ersten Bewohner einziehen.