Waiblingen

Entlastung für staugeplagte Neckarstraße Hegnach: Blockade im Gemeinderat

Ortsdurchfahrt Hegnach
Die Neckarstraße in Hegnach ist stark belastet. Wie das Problem zu lösen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. © ZVW/Gabriel Habermann

Bei der Entlastung der stark befahrenen Neckarstraße durch Hegnach hat sich der Waiblinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung selbst blockiert. Der Vorschlag der Stadtverwaltung, neben der Südtangente (Variante 1) auch die Verlängerung der Waiblinger Westumfahrung durch das Schmidener Feld (Variante 4) weiter zu untersuchen, fand keine Mehrheit. Dabei war genau die zusätzliche Prüfung der Variante 4 für den Hegnacher Ortschaftsrat wichtig. Er hatte dazu am 29. Oktober einen entsprechenden Beschluss verfasst. Allerdings fiel auch der SPD-Antrag, nur vertiefende Untersuchungen für die Südtangente vorzunehmen, durch.

ALi fordert für Hegnach eine Pförtner-Ampel wie in Remseck

Ebenfalls keine Mehrheit bekam der Antrag von ALi-Fraktionschef Alfonso Fazio, auf der Landesstraße 1142 von Richtung Remseck kommend am Ortseingang von Hegnach eine Pförtner-Ampel zu installieren. Fazio verwies darauf, dass die Nachbarkommune Remseck genau solch eine Pförtnerampel hat. Seiner Ansicht nach wäre dies eine kurzfristige Lösung, um Hegnach vom Verkehr zu entlasten. Fazio rechnet damit, dass dann der ein oder andere Lastwagen-Fahrer sicher eine andere Route nehmen würde, wenn er von Remseck kommend vor Hegnach an einer Pförtner-Ampel Zeit verliert. Fazio schlug zudem vor, diese Ampel mit anderen Ampeln zu synchronisieren.

OB Hesky: Pförtner-Ampel an der Stelle nicht möglich

Oberbürgermeister Andreas Hesky machte danach klar, dass der Gemeinderat eine solche Ampel gar nicht beschließen darf. Grund dafür ist, dass es sich um eine Landesstraße handelt. Ein weiteres Problem wäre der Busverkehr. Busse, die von Ludwigsburg nach Waiblingen fahren, hätten mit der Pförtner-Ampel deutliche Verspätungen. Es müsste also wie bei der Remsecker Pförtner-Ampel auch eine Extra-Busspur geben, auf der Busse durchfahren können, obwohl die Ampel für die anderen Fahrzeuge Rot anzeigt.

Heskys Fazit: „Ich glaube, dass das keine sinnvolle Lösung ist.“ Er machte zugleich klar, dass er widersprechen werde, wenn der Gemeinderat dem Antrag der ALi-Fraktion zustimmen würde.

Michael Stumpp (CDU/FW) bezeichnet Pförtner-Ampel als „Placebo“

Alfonso Fazio entgegnete, dass er auch bereit sei, den Antrag dahingehend zu ändern, dass die Verwaltung die Einrichtung einer Pförtner-Ampel prüfen soll. Hesky sah auch das als nicht zielführend an, da ja das Ergebnis bereits klar sei. So empfand es auch der stellvertretende CDU/FW-Fraktionsvorsitzende Michael Stumpp, der von einem „Placebo“ sprach. Im Übrigen, betonte Stumpp, sei diese Idee der Pförtner-Ampel vom Ortschaftsrat schon einmal geprüft und wieder verworfen worden.

Alfonso Fazio (ALi) denkt, dass Gewerbetreibende in Hegnach keine neue Trasse wollen

Vom Bau der Südtangente und einer Verlängerung der Westumfahrung halten Alfonso Fazio und seine Fraktion nicht viel. „Wer Straßen sät, erntet mehr Verkehr“, sagte Fazio zu Beginn der Gemeinderatssitzung in seiner Haushaltsrede. Er wiederholte damit eine Stellungnahme der ALi-Fraktion vom Oktober, in der es unter anderem heißt: „Wir wissen nicht, ob die Gewerbetreibenden in der Neckarstraße über diese zwei Straßenvarianten begeistert sein werden.“ Daher fordere man die Verwaltung zu einer repräsentativen Umfrage zur Neckarstraße unter Einbeziehung der Bürger und Gewerbetreibenden auf.

Fazio erinnerte dabei auch an eine frühere Diskussion um den Remspark: „Die Gewerbetreibenden hatten massiv Druck ausgeübt, dass die Anbindung des Remsparks weiterhin über die rechte Abbiegerspur durch das Gewerbegebiet der Essener Straße erschlossen bleibt, da sie sonst den Verlust von Kunden befürchteten. Die gleichen Befürchtungen könnten bei den Gewerbetreibenden in der Neckarstraße bestehen.“

Julia Goll (FDP) befürchtet Ärger mit der Nachbarkommune Fellbach

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Julia Goll fand mit Blick auf Fellbach, dass es nicht gut ankomme, wenn Waiblingen Straßen auf der Gemarkung anderer Nachbarkommunen plane. „Da wird Ärger aufkommen.“ Wie vom Ortschaftsrat Hegnach gefordert die Variante 4, also die Verlängerung der Westumfahrung, wieder zu untersuchen, lehnt Julia Goll ab. „Das ist überhaupt nicht zielführend.“

SPD-Fraktionschef Roland Wied sieht ebenfalls keine Möglichkeiten für Variante 4. „Wir sollten den Hegnachern nicht versprechen, dass wir da viel tun können.“ Tobias Märtterer (Grünt/Tierschutzpartei) fand, dass die Mobilitätsprobleme heutzutage viel zu komplex seien, um sie mit dem Bau einer neuen Straße zu lösen.

Silke Hernadi (FW/DFB) will alle Fakten haben

Stadtrat Michael Stumpp hatte zuvor für die CDU/FW-Fraktion klargemacht, dass diese den Ortschaftsrat in seiner Forderung unterstützt. Stadträtin Silke Hernadi (FW-DFB), die auch im Ortschaftsrat Hegnach sitzt, machte deutlich, dass sie erst alle Daten und Fakten brauche, um eine Entscheidung zu fällen, ob sich eine Variante lohnt. Zu dieser Untersuchung kommt es nun erst mal nicht, da der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung bei dem Tagesordnungspunkt gar nichts beschloss.

Bei der Entlastung der stark befahrenen Neckarstraße durch Hegnach hat sich der Waiblinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung selbst blockiert. Der Vorschlag der Stadtverwaltung, neben der Südtangente (Variante 1) auch die Verlängerung der Waiblinger Westumfahrung durch das Schmidener Feld (Variante 4) weiter zu untersuchen, fand keine Mehrheit. Dabei war genau die zusätzliche Prüfung der Variante 4 für den Hegnacher Ortschaftsrat wichtig. Er hatte dazu am 29. Oktober einen

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