Waiblingen

Entscheidung über Wohnbebauung ist gefallen

1/2
_UE_3822_0
Von links: Alexander Lange, Richard Sigel, Birgit Priebe, Kreisbau-Geschäftsführer Dirk Braune und Andreas Hesky. © Ramona Adolf
2/2
Achitektenwettbewerb
Mietwohnungen entstehen an der Winnender Straße, dahinter Eigentumswohnungen. © Büttner / ZVW

Waiblingen. Die Zwangspause, die Landrat Richard Sigel bei der Bebauung des Krankenhausareals verordnet hat, hat sich offenbar gelohnt. Statt einer Außenstelle des Landratsamtes baut die Kreisbau 40 Mietwohnungen, dahinter 40 Eigentumswohnungen und eine Kita. Bei einem städtebaulichen Wettbewerb hat sich die Jury für die Planung der Architekten Ackermann und Raff entschieden. „Das Ganze wird eine tolle Wohnlage“, freute sich der Landrat bei der Vorstellung des Siegerentwurfs.

Dass auf dem größten Teil des Areals des ehemaligen Kreiskrankenhauses ein Wohngebiet mit gehobenem Anspruch entstehen soll, steht schon lange fest. Ebenso die Namen der Planungsbüros, die diesen Bereich bebauen werden. Noch offen war indes, was genau entlang der Winnender Straße entstehen soll. Nach der Entscheidung des Kreistags, auf dem Areal kein Kreissozialamt zu bauen, sollen auf dem bisher dafür frei gehaltenen Grundstück rund 80 Wohnungen gebaut werden. Die Stadt erhält für 40 Wohnungen Belegungsrechte über 30 Jahre.

Loggien dienen als Schallpuffer

Jetzt hat sich das Preisgericht in einem städtebaulichen Wettbewerb für den Entwurf der Stuttgarter Architekten Ackermann und Raff entschieden. Gepunktet hat das Büro mit einem gelungenen Mix aus öffentlichen Plätzen und Wohnbebauung, vor allem aber mit der lockeren Fassadengestaltung entlang der Winnender Straße. Entlang der stark befahrenen Straße entsteht dem Entwurf zufolge keine abweisende Wand, sondern eine ansprechende Fassade mit Gebäudelücken und Rücksprüngen. Die Wohnungen bekommen verglaste Loggien, die als Schallpuffer dienen sollen und bei Bedarf auch geöffnet werden können. So können die danebenliegenden Schlafzimmer natürlich belüftet werden. An den Gebäudeversätzen führen Fußwege von der Winnender Straße ins neue Wohngebiet. Ein kleines Gästeappartement in Holz mit runden Fenstern ist eingeplant, das allen Bewohnern zur Verfügung stehen soll. Im hinteren Bereich entstehen weitere 40 Eigentumswohnungen in Stadtvillen mit eingezogenen Loggien und in langgestreckten Mehrfamilienhäusern mit großen Balkonen.

Hochwertiges Wohnen an der Winnender Straße

Aufgabe der Planer sei es gewesen, an der Ortseingangsstraße qualitätsvolles Wohnen zu ermöglichen, sagte Oberbürgermeister Andreas Hesky. „Das ist gelungen. Wir sind froh, dass hier kein Bürotrakt entsteht, sondern gutes Wohnen für jeden.“ Dabei musste nicht nur der Verkehr der Winnender Straße berücksichtigt werden, sondern auch ein Höhenunterschied von sechs Metern, wie Jury-Vorsitzender Professor Hans-Dieter Kaiser ausführte. Mit seinen viergeschossigen Gebäuden bekomme das neue Quartier ein städtisches Ambiente und werde damit den heutigen Wohnvorstellungen entsprechen, sagte er. Gebaut wird auch ein drei- bis viergruppiger Kindergarten, der eines Tages in drei Wohnungen umgewandelt werden kann.

Drei öffentliche Bereiche

Drei öffentliche Bereiche sieht der Entwurf vor. Die seien den Planern besonders wichtig gewesen, sagte Alexander Lange, Geschäftsführer des Büros Ackermann und Raff. Auf dem größten der drei Plätze soll nach dem Willen der Kreisbau allerdings ein weiteres Punkthaus gebaut werden. „Das Gebiet wird trotzdem aufgelockert“, zeigte sich der Landrat überzeugt. Die Plätze könnten für Nachbarschaftsfeste und als Spielflächen genutzt werden. Das Gästeappartement und ein Gemeinschaftsraum bleiben im Eigentum der Kreisbau und sollen von allen Bewohnern „als Mehrwert“ genutzt werden können.

Drei Büros

Drei Büros waren eingeladen, ihre Entwürfe abzugeben. Neben Ackermann und Raff die Architekten Steinhoff und Haehnel und das Winterbacher Büro Bloss und Keinath. Die Winterbacher hatten den Rahmenplan fürs Areal entworfen, die beiden anderen Büros den Wettbewerb zur Bebauung des Areals vor zwei Jahren gewonnen. „Wettbewerbe lohnen sich immer“, sagte Baubürgermeisterin Birgit Priebe. Es sei jedes Mal erstaunlich, welche Ideen kommen.

Vor allem Ackermann und Raff und Steinhoff und Haehnel hätten eng beieinandergelegen. Am Ende hätten die Grundrissgestaltung und die Ideen für die aufgelockerten Fassaden an der Winnender Straße den Ausschlag gegeben. Bloss und Keinath waren mit einer begrünten Fassade ins Rennen gegangen. Dies war abgelehnt worden, da der Pflegeaufwand bei Mietwohnungen zu groß erschien.