Waiblingen

Erste Luftfilter an Waiblinger Schulen getestet - weitere sollen folgen

Luftfilter
Rektor Axel Rybak mit Luftfiltergerät im Musiksaal der Staufer-Realschule. © ALEXANDRA PALMIZI

In der Hoffnung auf einen trotz Pandemie möglichst sicheren Betrieb der Schulen und Kindertagesstätten im Herbst versucht die Stadt Waiblingen, mobile Raumluftfilter anzuschaffen, und wird dabei wohl tief in die Tasche greifen. Bei den Luftfiltern handelt es sich um einen von Eltern vielfach geäußerten Wunsch, um die Kinder vor Corona-Infektionen zu schützen. In Waiblingen könnten es 274 Geräte für die Schulen und 105 für die Kitas sein. Die Gesamtkosten liegen nach aktueller städtischer Schätzung bei rund 1,1 Millionen Euro.

Die vergangenen Wochen gerieten für Städte und Gemeinden zur Geduldsprobe, was die Raumluftfiltergeräte anbelangt. Nun hat das Kultusministerium Baden-Württemberg die erwartete Förderrichtlinie veröffentlicht, in welcher die technischen Anforderungen und Voraussetzungen geregelt sind. Weil absehbar war, dass die Vorgaben in den Ferien kommen, hatte der Waiblinger Gemeinderat sich schon in der letzten Sitzung vor der Sommerpause so festgelegt, dass der Oberbürgermeister eine Eilentscheidung treffen kann.

274 Räume in Schulen und 105 in Kitas

Für die 14 Schulen in städtischer Trägerschaft ist der Bedarf abgefragt worden: Insgesamt geht es um 241 Klassenzimmer für die Stufen eins bis sechs, dazu kommen 33 Räume, die als schlecht belüftbar eingestuft werden – alles in allem also 274 Räume an den Schulen. Bei geschätzten Kosten von 4000 Euro pro Gerät ergäben sich Kosten von rund 1,1 Millionen Euro allein für die Schulen. Nach den Förderrichtlinien müssen die Kommunen die Hälfte selbst bezahlen. Zu den Kosten für die Anschaffung kommen noch die laufenden Posten für Wartung und Filtertausch.

Wirksamkeit nicht restlos geklärt

Nicht zu vergessen die Kitas, die in der öffentlichen Diskussion bisher kaum eine Rolle spielen, in den Förderrichtlinien aber durchaus mit enthalten sind. In den 15 städtischen Kitas wurden insgesamt 105 Räume ermittelt. Das bedeutet weitere 420 000 Euro, wobei es sich wohlgemerkt ebenfalls um eine Schätzung handelt. Wann die Geräte geliefert werden und ob es damit für den Schuljahresbeginn reicht, vermag derzeit niemand zu sagen.

Was die Luftfilter bringen, scheint selbst nach anderthalb Jahren nicht restlos geklärt. Aus Sicht der Stadt wäre das Geld gut angelegt, wenn die Technik sich als wirksam erweist. OB Andreas Hesky: „Jede Erhöhung der Sicherheit des Schulbetriebs und des Kitabetriebs ist wichtig.“ Schon vor Ferienbeginn hat die Stadt für jede Schule zwei Luftfiltergeräte zum Testen angeschafft. Rektor Axel Rybak von der Staufer-Realschule räumt ein: „Von dem Geräusch ist niemand begeistert.“ Sollten sie für mehr Sicherheit sorgen und weitere Schulschließungen verhindern, werden sie aber doch gerne in Kauf genommen.

Bisher keine Ansteckung an der Staufer-Realschule

Angeschafft wurden „Air-Purifier“ des Herstellers Wolf, die mit einem Präsenzmelder ausgestattet sind und selbsttätig die Anwesenheit von Personen im Raum erkennen können, zum anderen Geräte des Herstellers Vallox, die manuell ein- und ausgeschaltet werden. Von den Rektorinnen und Rektoren kamen im Rathaus ganz unterschiedliche Rückmeldungen zu Größe und Lautstärke an. Manche fanden die Anwendung recht einfach, andere kamen etwas schwerer damit zurecht.

Geräusch: Hörbar, aber nicht wirklich laut

Der Air-Purifier im Musiksaal der Staufer-Realschule ist deutlich größer, als die Bezeichnung „mobiles Luftfiltergerät“ vermuten lässt. Er hat in etwa die Ausmaße eines doppelten Spindschrankes, ist allerdings noch höher. Das Geräusch ist deutlich vernehmbar, beeinträchtigt Gespräche in Zimmerlautstärke allerdings nicht. Wie sehr es als störend empfunden wird, mag im subjektiven Empfinden liegen.

Trotzdem: Lüften muss sein

Völlig unstrittig ist in der ganzen Debatte um die Luftfilter: Ein mobiles Raumluftfiltergerät kann das regelmäßige Lüften des Raumes nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. So heißt es entsprechend in den Förderrichtlinien: Mobile Raumluftfiltergeräte können weder Kohlendioxid noch verbrauchte, feuchte Luft abführen. Während die Kommunen ab sofort bis 20. August die Förderung der Filtergeräte beantragen können, werden in einer zweiten Phase theoretisch auch CO2-Ampeln gefördert. Ein Angebot, das Waiblingen schon nicht mehr betrifft, denn die Stadt hat ihre Schulen bereits vor einigen Monaten mit der jeweils gewünschten Zahl von CO2-Ampeln ausgestattet, ebenso die Kitas.

Alle 20 Minuten die Fenster zu öffnen genügt laut Erfahrungen der Staufer-Realschule, um die Kohlendioxid-Konzentration im Raum gering zu halten. Infektionen im Unterricht gab es laut Rektor Rybak bislang keine – sie fanden offenbar außerhalb der Schule statt. Zweimal zeigten Corona-Schnelltests ein positives Ergebnis. Eins war falsch, ein anderes wurde durch einen PCR-Test bestätigt.

In der Hoffnung auf einen trotz Pandemie möglichst sicheren Betrieb der Schulen und Kindertagesstätten im Herbst versucht die Stadt Waiblingen, mobile Raumluftfilter anzuschaffen, und wird dabei wohl tief in die Tasche greifen. Bei den Luftfiltern handelt es sich um einen von Eltern vielfach geäußerten Wunsch, um die Kinder vor Corona-Infektionen zu schützen. In Waiblingen könnten es 274 Geräte für die Schulen und 105 für die Kitas sein. Die Gesamtkosten liegen nach aktueller städtischer

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