Waiblingen

„Essbare Gärten“ auf dem Finkenberg

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Landschaftsarchitektin Ute Grüber (links) erklärt die Pläne auf dem Finkenberg. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Michael Seeger erklärt die Pläne der Stadt. © Ralph Steinemann Pressefoto

Waiblingen. Als „eine Art Kick-off-Veranstaltung, um mit den interessierten Bürgern in Dialog zu treten“, so bezeichnete Michael Seeger, Fachbereichsleiter Städtische Infrastruktur der Stadt Waiblingen, den Ortstermin am Gelände der heutigen Jugendfarm und ehemaligen Erddeponie „Finkenberg“. Hier sollen im Rahmen der interkommunalen Remstal-Gartenschau in Nachbarschaft zur Jugendfarm auch sogenannte „essbare Gärten“ entstehen. Dazu sind nun die Bürger gefragt.

Das könnte ein lebendiger Ort der Naherholung für die Waiblinger werden. So jedenfalls lautet die erklärte Absicht der Stadtverwaltung. Von der ehemaligen Erddeponie auf der Korber Höhe hat man einen erhobenen großartigen Panoramablick auf das sich weitende Remstal und die Stauferstadt.

Signal für Offenheit

Die Stadtverwaltung jedenfalls will mit diesem Arbeitstreffen ihre Gesprächsbereitschaft und Offenheit gegenüber Vorschlägen aus der Bevölkerung signalisieren. Was soll, was kann auf diesem Gelände geschehen?, ist die Frage. Und wer will auch ein Stück weit Verantwortung dafür übernehmen? Die Stadt hat als Moderatorin der Planungsphase die Waiblinger Landschaftsarchitektin Ute Grüber ins Boot geholt, die als kompetente Ansprechpartnerin die bürgerschaftlichen Ideen und Vorstellungen koordinieren und zwischen Bürgern und Stadtverwaltung eine Art Scharnier bilden soll.

Urban Gardening

Es gibt Pläne für eine städtische Grünanlage Finkenberg, da das Gelände nun nicht mehr dem Deponierecht untersteht, erklärte Michael Seeger. Und eines der Zauberworte im Ideenpool rund um die anstehende Remstal-Gartenschau ist dabei das „Urban Gardening“, eine Bewegung und ein Trend, mit dem die Natur wieder in die Stadt zurückgeholt werden soll. „Urban Gardening“, so die Vertreter der Stadt bei dem Treffen, sei aber „eine Graswurzelgeschichte“. Das heißt, sie kann nur bei aktiver Beteiligung von Bürgerinitiativen „von unten“ gelingen. Und dafür sei die Stadt nun offen bei der Gestaltung des Finkenbergs.

„Urban Gardening“ außerhalb der Stadt nur als Alibi-Funktion?

Einer dieser konkreten Vorschläge wären dann sogenannte essbare Gärten, also Reihen kleiner landwirtschaftlicher Beete, etwa 15 Parzellen im Ganzen, sagte der ehemalige ALi-Stadtrat und Ideengeber Frieder Bayer. Diese essbaren Gärten sollten in Patenschaft – etwa von Familien – gegeben werden und könnten hier, in direkter Nachbarschaft der Jugendfarm, angelegt werden. Allerdings regte sich da Kritik in der Runde. Die Frage war, ob ein Projekt, das eigentlich mitten in der Stadt realisiert werden solle, so weit draußen noch als „urban“, also als städtischer Garten, bezeichnet werden könne. Der Vorwurf: Die Stadt wolle damit nur eine Art Alibi-Anlage schaffen.

Ein Anfang

Ideen und Bedenken gab es bei kaltem, strömendem Regen in der kleinen Runde des Ortstermins von vielen. Für Michael Seeger und Ute Grüber soll das Treffen aber erst einmal ein Anfang sein. Sie betonen: „Wir wollen in Dialog mit den Leuten treten. Es soll da kein Masterplan der Stadt vorgegeben sein.“

Ausgefallene Stellen zum Gärtnern

Das Gärtnern auch an ausgefallenen Stellen in der Stadt hat sich zu einem Trend entwickelt. Dabei spielen gesellschaftliche und ökologische Themen eine Rolle. Denn beim gemeinsamen Buddeln, Säen und Ernten gedeihen nicht nur Gemüse und Obst, sondern bestenfalls auch der Gemeinschaftssinn. In vielen Städten dieser Welt wird an allen möglichen und unmöglichen Orten gegärtnert. Auf Brachen, Dächern, Parkhäusern und Grünstreifen züchten Menschen Blumen und pflanzen Salat. Mittlerweile bieten Städte Flächen fürs Urban Gardening, entstanden ist die Bewegung indes als spontaner Akt der Bürger.