Waiblingen

Evangelische Ulrichskirche in Bittenfeld muss saniert werden - und die Kirchengemeinde braucht dafür dringend Spenden

Ulrichskirche
Dr. Sönke Finnern, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Bittenfeld, vor der sanierungsbedürftigen Ulrichskirche. © Benjamin Büttner

Probleme mit der Heizung und Elektrik, Risse bei der Kanzel: Schon seit längerem will die evangelische Kirchengemeinde Bittenfeld die Ulrichskirche innen renovieren. Der Oberkirchenrat fand indes, dass die Gemeinde erst mal die Außensanierung anpacken sollte. Grund: Die letzte ist fast 50 Jahre her.

Der Sandstein, der damals noch mit Beton ausgebessert wurde, bröckelt inzwischen. Und wer die Fassade des Kirchenschiffs mit dem 2004 sanierten Kirchturm vergleicht, dem fällt ein deutlicher Farbunterschied auf. 250 000 Euro soll die Außensanierung kosten, gemäß einer Schätzung aus dem Jahr 2019. Die Hälfte davon müssen die Bittenfelder Protestanten selbst zahlen – und daher sind sie dringend auf Spenden angewiesen.

Nur für eine Turmsanierung gibt es Geld von der Kommune

Es gibt zwar Zuschüsse von der Landeskirche und auch vom Denkmalamt, da die Ulrichskirche ein denkmalgeschütztes Gebäude ist. Dieses Geld reicht aber bei weitem nicht aus. Bei der Sanierung des Kirchturms 2004 musste sich die Stadt Waiblingen noch finanziell beteiligen. In alten Verträgen ist oft geregelt, dass die bürgerliche Gemeinde bei solchen Turmsanierungen mitzahlen muss.

Schließlich hatten Kirchtürme früher oft die einzige Uhr im Ort, zudem sind sie bis heute Wahrzeichen, mit denen auch auf Ansichtskarten für den Ort geworben wird. Bei Kirchenschiffen allerdings wäre ein finanzieller Beitrag der bürgerlichen Gemeinde eine freiwillige Angelegenheit – und würde sogleich Begehrlichkeiten bei anderen Kirchengemeinden wecken.

2019 gab es 180 Einzelspenden

Eine Alternative zum Spendensammeln gibt es also nicht. 2019 sind bei der evangelischen Kirchengemeinde Bittenfeld 180 Spenden in einer Gesamthöhe von 16 200 Euro eingegangen – und 12 200 Euro davon sind für die Ulrichskirche bestimmt. Beim Vor-Ort-Termin mit unserer Zeitung im Dezember 2020 sagte Pfarrer Sönke Finnern, dass nun immerhin so viel Geld da ist, dass die Gemeinde einen Architekten beauftragen kann, der mit der Planung loslegen kann. 2021 soll die Ulrichskirche eingerüstet werden. Wann genau, das weiß Sönke Finnern noch nicht.

„Ich mache so was zum ersten Mal“

Für die Außensanierung rechnet der Bittenfelder Pfarrer mit zwei Jahren Arbeit, was ein üblicher Wert sei. Sprich: So lang wird wohl ein Gerüst zu sehen sein. Für Sönke Finnern ist das als Pfarrer alles Neuland. „Ich mache so was zum ersten Mal.“

Die Ulrichskirche wurde vor rund 500 Jahren erbaut – und der älteste Beleg für ihre Existenz stammt von 1508. Namenspatron ist Bischof Ulrich von Augsburg – der genaue Grund dafür ist aber nicht bekannt. Heute gehören zur Kirchengemeinde rund 2000 evangelische Christen in Bittenfeld und Siegelhausen, einem Ortsteil der Stadt Marbach am Neckar.

Spruchreif ist noch nichts

Konkrete Ideen, was die Gemeinde neben reinen Spendenaufrufen tun könnte, gibt es schon – spruchreif ist aber noch nichts. Und selbst wenn die rund 125 000 Euro für die Außenrenovierung da sind, können die Bittenfelder nicht mit dem Geldsammeln aufhören – denn dann muss die Innensanierung angepackt werden. Diese, das weiß Pfarrer Sönke Finnern, wird deutlich teurer als die Außenrenovierung. Es könnte, je nachdem, fast doppelt so viel kosten.

Risse bei der Kanzel

Wie viel genau fällig wird, hängt auch davon ab, was innen alles gemacht wird. Allein fürs Streichen wären laut dem Pfarrer innen rund 30 000 bis 40 000 Euro fällig. Dann sind da die Risse bei der Kanzel, die einst um 1700 in Form eines Achtecks errichtet wurde. Sie wurde nach der Reformation bewusst in die Nähe zu Altar und Taufstein gesetzt. Wie problematisch dieser Riss ist, weiß Sönke Finnern gar nicht. Vielleicht ist es nur ein kosmetischer Eingriff, vielleicht offenbart der Riss bei näherer Untersuchung aber auch ein grundsätzliches Problem.

Heizung im Boden läuft nicht mehr ordentlich

Völlig veraltet ist auch die Elektrik der Kirche – und die Heizung im Boden funktioniert ebenfalls nicht mehr ordentlich. Dadurch wird den Gottesdienstbesuchern an sehr winterlichen Tagen natürlich schneller kalt. Pfarrer Finnern würde das gerne schnell beheben – doch es fehlt schlichtweg das Geld.

Probleme mit der Heizung und Elektrik, Risse bei der Kanzel: Schon seit längerem will die evangelische Kirchengemeinde Bittenfeld die Ulrichskirche innen renovieren. Der Oberkirchenrat fand indes, dass die Gemeinde erst mal die Außensanierung anpacken sollte. Grund: Die letzte ist fast 50 Jahre her.

Der Sandstein, der damals noch mit Beton ausgebessert wurde, bröckelt inzwischen. Und wer die Fassade des Kirchenschiffs mit dem 2004 sanierten Kirchturm vergleicht, dem fällt ein

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