Waiblingen

Expressbus nach Esslingen und zurück

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Erhard Kiesel (links) und Dr. Jürgen Wurmthaler © Mathias Ellwanger

Kernen/Stuttgart. Das Busunternehmen Schlienz-Tours hat sich im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung gegen sieben Mitbieter aus Deutschland durchgesetzt und den Zuschlag erhalten. Am Dienstag war offizielle Vertragsunterzeichnung zwischen den Kernenern und dem Verband Region Stuttgart. Nun müssen noch 13 nagelneue Busse bestellt werden. Die Ausstattung soll dem Namen der Expressbusse „Relex“ alle Ehre machen, so das PR-Versprechen.

„Wir sind stolz darauf, dass es einem regionalen Unternehmen gelungen ist, sich im europaweiten Bieterverfahren durchzusetzen“, sagte Dr. Jürgen Wurmthaler, Wirtschaftsdirektor des Verbands Region Stuttgart am Dienstag. Man habe bereits sehr gute Erfahrungen mit Schlienz als Buslinienbetreiber in Ostfildern gesammelt.

Schlienz-Tours-Geschäftsführer Erhard Kiesel freut sich fürs Unternehmen und für die Mitarbeiter. „Wir sind als Traditionsunternehmen zwar schon 80 Jahre auf dem Markt, aber mit den europaweiten Ausschreibungen hatten wir uns schon die Frage gestellt, wo geht die Reise hin? Zum Glück konnten wir durch Fortbildungen unser Unternehmen so fit machen, dass wir im Wettbewerb bestehen können.“

Es liegt jetzt an der Schlienz Tours GmbH & Co. KG einen Hersteller für die 13 Express-Busse zu finden. Investitionsvolumen: circa drei Millionen Euro. In Frage kommen aufgrund der besonderen Anforderungen (Linienbus mit verstellbaren Sitzen; Anzahl der Sitzplätze) nur zwei Anbieter: Iveco und Setra (EvoBus).

Auch entstehen neue Arbeitsplätze. Schlienz-Tours stellt gerade 25 neue Busfahrerinnen und Busfahrer ein. Wer sich bewerben möchte, sollte neben Führerschein und Genehmigung zur Fahrgastbeförderung, auch Berufserfahrung, Sozialkompetenz, Empathie für Fahrgäste und Englisch-Kenntnisse mitbringen, da man auch mit ausländischen Gästen rechnet. „Auf der Strecke Waiblingen–Esslingen wären hingegen Schwäbisch-Kenntnisse von Nutzen, aber kein Muss“, sagte Kiesel und lachte.

Der für die Expressbuslinien gewählte Name „Relex“ soll phonetisch auch Programm im Sinne von „relax“ (Komfort und Entspannung) sein. In jedem Bus werde es mehr als 40 „Komfortsitze“ geben, gepolstert, mit 70 Zentimeter Sitzabstand, verstellbaren Rückenlehnen und Klapptischen; außerdem kostenloses WLAN, Leselampen und USB-Ladesteckdosen in jeder Sitzreihe. Über den Sitzplätzen befinden sich Gepäckablagen und in den Bussen zum Flughafen zusätzlich gesonderte Regale für größeres Gepäck und Koffer. Auch die Barrierefreiheit sei gewährleistet mit Niederflureinstiegen. Zudem befänden sich in jedem Expressbus zwei Rollstuhlstehplätze.

Daten und Fakten zu den Expressbussen

Die drei Expressbuslinien werden am 11. Dezember 2016 in Betrieb genommen. Die Vertragslaufzeit beträgt fünf Jahre mit Option auf weitere drei Jahre.

Waiblingen–Esslingen (X20): Strecke circa 17 Kilometer; Fahrtzeit 29 Minuten; Linienbeginn am Waiblinger Bahnhof; drei Unterwegshalte in Rommelshausen (Karlstraße), Kernen-Stetten (Diakonie) und Esslingen (Flandernstraße); Linienende am Esslinger ZOB; Zeitgewinn zu heute per S-Bahn keine; Preisersparnis eine Zone.

Leonberg–Flughafen/Messe (X60): Strecke circa 30 Kilometer; Fahrtzeit 34 Minuten; Linienbeginn am Leonberger Bahnhof; zwei Unterwegshalte in Gerlingen (Schillerhöhe/Bosch), Stuttgart Universität (Schleife); Linienende Flughafen/Messe; Zeitgewinn zu heute per S-Bahn 16 Minuten; Fahrpreisersparnis eine Zone.

Kirchheim/Teck–Flughafen/Messe (X10): Strecke circa 24 Kilometer; Fahrtzeit 38 Minuten; Linienbeginn am Kirchheimer ZOB; vier Unterwegshalte am Wendlinger ZOB, in Köngen (Kirchheimer Straße), in Denkendorf (Neuhäuser Straße), Neuhausen (Schlosserstraße); Linienende Flughafen/Messe; Zeitgewinn zu heute per S-Bahn mindestens 28 Minuten; Fahrpreisersparnis maximal zwei Zonen.