Waiblingen

Extremer Preisanstieg bei Strom und Gas: Auch Stadtwerke Waiblingen erhöhen

Stadtwerke Waiblingen
Verwaltungssitz der Stadtwerke Waiblingen in der Schorndorfer Straße. © Benjamin Büttner

Nicht nur die Corona-Inzidenz geht steil nach oben, auch die Preise für Strom und Gas. Das exponentiell erscheinende Klettern der Preise überrascht sogar Experten. Der Anstieg hängt mit Entwicklungen des Weltmarkts und mit energiepolitischen Entscheidungen zusammen. Zumindest in abgeschwächter Form werden die gestiegenen Preise auf die Verbraucher durchschlagen – bald auch auf die Kunden der Stadtwerke Waiblingen.

Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox sind die Gaspreise für private Haushalte bundesweit in den letzten zwölf Monaten im Durchschnitt um 28 Prozent gestiegen. Beim Strom betrug der Anstieg zunächst noch neun Prozent. Das Ende der Fahnenstange erscheint allerdings mitnichten erreicht. Vielmehr weist die Preiskurve erst seit September 2021 so richtig steil nach oben. Kostete die Kilowattstunde Strom im September durchschnittlich noch 30,54 Cent, so sind es im November bereits 34,79 Cent. Das Gas lag im Verbraucherpreis im März noch bei durchschnittlich 5,81 Cent pro Kilowattstunde, im Oktober aber schon bei 7,01 Cent. Mitte November werden – wie schon viele Energieversorger zuvor – auch die Stadtwerke Waiblingen ihren Kunden mitteilen, dass die Preise angehoben werden müssen.

„Schöller: „Wir werden weiterhin faire Preise bieten“

Das bestätigt Stadtwerke-Chef Frank Schöller unserer Redaktion. Die Stadtwerke beobachten einen „nie da gewesenen Anstieg“ beim Einkauf von Strom und Gas. „Solche Sprünge waren bisher nie zu sehen.“ Beim Gas ging der Preis auf mehr als 300 Prozent, beim Strom auf mehr als 200 Prozent. „Das ist absolut gewaltig“, sagt Frank Schöller, der aber die Kunden zumindest insofern beruhigen kann, dass die Stadtwerke die Steigerungen nicht vollumfänglich an die Kunden weitergeben werden. Was dadurch möglich wird, dass die Stadtwerke nach einem gestaffelten System einkaufen: Ein Teil des Stroms und des Gases für 2022 wurde schon vor der aktuellen Hochpreisphase eingekauft, so dass sich deren Effekt dadurch abmildert.

Aber: Zum 1. Januar werden die Stadtwerke Waiblingen ihre Preise anheben. Wie genau, darüber kann der Geschäftsführer momentan noch keine Auskunft geben. „Wir sind noch an der Kalkulation.“ Eins versichert er den Kunden jedoch: „Wir werden nach wie vor faire Preise bieten – das ist unser Anspruch und unsere Verpflichtung.“ Zwar werde es billigere Anbieter mit anderen Geschäftsmodellen geben. Doch die Stammkunden hätten über die Jahre betrachtet immer gute Preise bekommen, die „mit der fairen Brille, nicht mit der Maximierungsbrille“ gerechnet worden seien.

Ursachen liegen beim Weltmarkt

Was sind die Ursachen des Preisanstiegs, der sich auf den Energiemärkten vollzieht? Frank Schöller sieht sie vor allem in der Weltwirtschaft. Ein Faktor sei nach seiner Einschätzung der schnelle Neustart nach der Corona-Delle. Nicht zuletzt durch eine starke Nachfrage aus China sind die Preise gestiegen. Dazu kommt nach seiner Einschätzung die Strategie der Einpreisung des Kohlendioxid-Verbrauchs. Zu einer Entlastung des Gasengpasses in Deutschland könnte die Inbetriebnahme der von Russland neu gebauten Gasleitung Nordstream 2 führen. Allerdings hat die Bundesnetzagentur dafür die Betriebserlaubnis noch nicht erteilt.

Fragwürdige Lockangebote

Als ein Problem erweist sich zudem die Art und Weise der Energiewende: Der Ausbau der regenerativen Energie sollte schneller vorankommen, während Kernkraftwerke abgeschaltet und der Kohleausstieg vorbereitet wird. Dies berge die Gefahr, dass nur Kohlestrom aus Polen und Atomstrom aus Frankreich zur Verfügung stehen, wenn die erneuerbaren Energien wetterbedingt weniger ausgeschöpft werden. Dazu kommt das Problem, dass adäquate Leitungen von Windkraftanlagen an der Küste in den Süden fehlen.

Wenn die Stadtwerke also Mitte November ihre Preiserhöhungen kommunizieren, hofft das lokale Energieversorgungsunternehmer auf die Treue seiner Kunden. Und darauf, dass nicht allzu viele auf Lockangebote wie Bonuszahlungen oder überteuerte Geschenke der üblichen Verdächtigen in der Branche hereinfallen.

Nicht nur die Corona-Inzidenz geht steil nach oben, auch die Preise für Strom und Gas. Das exponentiell erscheinende Klettern der Preise überrascht sogar Experten. Der Anstieg hängt mit Entwicklungen des Weltmarkts und mit energiepolitischen Entscheidungen zusammen. Zumindest in abgeschwächter Form werden die gestiegenen Preise auf die Verbraucher durchschlagen – bald auch auf die Kunden der Stadtwerke Waiblingen.

Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox sind die Gaspreise für

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