Waiblingen

Fünf Spieletipps für die ganze Familie

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Der Bibliothekar Uli Heim ist ein echter Spiele-Fan. Hier zeigt er fünf seiner Lieblingsspiele. © Jansen / ZVW

Waiblingen. Was gibt es Schöneres an einem trüben Herbstnachmittag oder kalten Winterabend, als Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen? Für den Bibliothekar Uli Heim gehört dazu auch ein gutes Spiel. Denn Spielen, so findet der 57-Jährige, lässt uns den Alltag vergessen und unsere Fantasie blühen. Fünf seiner Lieblingsspiele stellt er in unserer Zeitung vor. Alle können bei der Stadtbücherei ausgeliehen werden.

Gespielt wurde schon immer viel in Uli Heims Familie. Als Kind hat er mit seinen Eltern Gesellschaftsspiele gespielt und auch heute noch ist es seine Leidenschaft. „Spielen ist sehr kommunikativ und lässt uns Wesenszüge ausleben, die sonst eher verborgen bleiben“, sagt der Bibliothekar. Das sei spannend und entspannend zugleich. Aus der Spielleidenschaft des 57-Jährigen ist ein monatlicher Spieletreff entstanden. 600 Gesellschaftsspiele gibt es in der Stadtbücherei auszuleihen – fünf seiner Favoriten stellt uns Heim heute vor.

1 King of Tokyo

In diesem Spiel geht es um Monster, die sich in Tokyo gegenseitig bekämpfen. „Im Gegensatz zu anderen, eher kooperativen Spielen ist das eher so ein Hau-drauf-Ding“, sagt der Bibliothekar. Bei jedem Zug wird darum gewürfelt, ob der Spieler selbst angreifen darf oder angegriffen wird. Es können Karten gekauft und eingesetzt werden, die Siegpunkte bringen. Gewonnen hat am Ende derjenige, der alle anderen erledigt hat. Das Spielfeld ist kleiner und übersichtlich – das Spiel lasse sich daher auch gut mitnehmen, sagt Heim.

Für wen ist das Spiel geeignet? Für die ganze Familie. Spieler: zwei bis sechs. Alter: ab acht Jahren. Dauer: etwa 30 Minuten.

2 San Juan

Dieses Kartenspiel ist eines der absoluten Lieblingsspiele des Bibliothekars. Es geht dabei darum, eine Stadt wirtschaftlich zu erschließen. Dazu bauen die Spieler beispielsweise Produktionsgebäude auf und schlüpfen in die Rollen des Bürgermeisters, Aufsehers, Händlers, Ratsherren oder Goldsuchers. „Es ist ein Strategiespiel, das mit sehr wenig Zubehör auskommt“, sagt Heim. Daher lässt es sich auch gut in den Urlaub oder auf Wanderungen mitnehmen.

Für wen ist es geeignet? Ebenfalls für die ganze Familie. Spieler: zwei bis vier. Alter: ab zehn Jahren. Dauer: etwa 45 bis 60 Minuten.

3 Lucky Lachs

Auch hierbei handelt es sich um ein Kartenspiel. Jeder Spieler erhält einen Stapel Karten und deckt die oberste auf. Dann gilt es, die Aktion zu erfüllen, die auf der Karte abgebildet ist, und gleichzeitig jemanden mit der gleichen Karte zu finden. Am besten, so der Spieleexperte Heim, steht man dabei um einen Tisch herum. „Viele Erwachsene denken am Anfang: so ein läppisches Spiel. Dann haben sie aber den Spaß ihres Lebens“, berichtet Heim. Sieger ist, wer zuerst alle Karten abgeworfen hat. Strategie gibt es dabei keine, dafür aber Geschrei und Tumult.

Für wen ist es geeignet? Für die ganze Familie, insbesondere für Spieleeinsteiger. Spieler: drei bis sieben. Alter: ab etwa fünf Jahren. Dauer: etwa fünf bis zehn Minuten.

4 Anno Domini

Dieses Kartenspiel ist eigentlich eine ganze Spielreihe. Jeder Teil der Serie hat ein eigenes Thema, Heim stellt die Ausgabe „Sex and Crime“ vor. „Das ist aber nicht so krass, wie der Name verspricht“, beruhigt er. In dem Spiel müssen Kärtchen mit historischen Begebenheiten möglichst chronologisch geordnet werden. Auf der Rückseite steht zur Überprüfung die richtige Jahreszahl. „Das Witzige ist, dass die Begebenheiten niemand so ganz genau einsortieren kann“, sagt der Bibliothekar. Ähnlich wie bei dem Würfelspiel „Lügenmäxle“ können die Spieler ihren Mitspielern glauben – oder eben nicht. Dann können sie die Karten aufdecken, und wer im Unrecht ist, bekommt Strafkarten. Ziel des Spiels ist es, alle Karten loszuwerden.

Für wen ist es geeignet? Für Jugendliche und Erwachsene, da ein gewisses historisches Wissen notwendig ist. Spieler: zwei bis acht, auch in größeren Gruppen möglich. Alter: ab 16 Jahren. Dauer: zehn bis 60 Minuten, je nachdem, wie viele Karten verteilt werden.

5 Der große Wurf

Entwickelt hat dieses Würfelspiel der Winnender Dieter Nüßle. „Faszinierend“, sagt der Bibliothekar Heim, finde er, mit welch einfachen Mitteln ein so unterhaltsames Spiel gestaltet sei. Die Würfel werden verteilt, dann muss jeder Spieler pro Runde mindestens einmal würfeln. Würfelt er eine Zahl, die bereits in der „Arena“ liegt, darf er beide Würfel an sich nehmen. Ansonsten verbleiben seine geworfenen Würfel auf dem Spielfeld. Ziel des Spiels ist es, möglichst lange noch Würfel zu haben.

Für wen ist es geeignet? Für die ganze Familie, auch für Zocker. Spieler: zwei bis fünf. Alter: ab acht Jahren. Dauer: etwa 15 Minuten.


Spieletreff

Einmal monatlich veranstaltet die Stadtbücherei einen Spieletreff. Bei „Heimspiel(t)“ – benannt nach Ideengeber und Bibliothekar Uli Heim – können Besucher nach Herzenslust neue Gesellschaftsspiele ausprobieren. Nächster Termin ist Freitag, 16. November, von 17 bis 19 Uhr.

In der Bücherei kann man auch Gesellschaftsspiele ausleihen: Mehr als 600 verschiedene Spiele sind im Angebot.