Waiblingen

Für mich soll's rote Rosen regnen

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Es blüht und duftet so schön - Rosenmarkt in Waiblingen. © Benjamin Beytekin
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Waiblingen. Ein Fest für Rosen-Liebhaber war auch der zehnte Rosenmarkt. Die Vielfalt an Pflanzen, Dekoartikeln, Kunsthandwerk und Accessoires war für alle Gartenfreunde ein guter Grund, über die blühende Blüten-Meile zu schlendern.

„Dieses Jahr ist ein totales Rosenjahr“, kündigt Uschi Kaiser von einer auf Rosen spezialisierten Gärtnerei aus Fellbach an. Dank des milden Aprils sei die erste Blüte „bereits durch“ – zwei Wochen früher als in den Vorjahren, ähnlich früh wie die Weinblüte.

"Es ist alles Natur, das gefällt mir"

Der Waiblinger Rosenmarkt kommt da gerade richtig: Soweit das Auge schauen kann, finden sich edler, farbenfroher Pflanzennachschub und jede Menge Accessoires für den derzeit blühenden Garten. Wer alles Blühende liebt, wird „rosenreizüberflutet“. Auf Schritt und Tritt Motive, um die Speicherkarte des Smartphones vollzuknipsen.

Lyudmyla Warth aus Waiblingen zum Beispiel hält an fast jedem Stand an und hält drauf. „Es ist die edelste Blume, und wie schön die Blüten und Blätter gefaltet sind“, schwärmt sie – gemeinsam mit ihrem Mann, der den Blütenformen auch etwas abgewinnen kann. „Es ist alles Natur, das gefällt mir“, sagt er.

Beide mögen das Flair auf dem Rosenmarkt, auch ein Rosen-Eis wird probiert, „rosige“ Accessoires werden abgeklappert. „Hier hat es viele kreative Leute und Ideen“, stellen sie fest beim Blick auf alte und seltene Rosen, historische und englische Sorten, gesprenkelte Malerrosen – farblich unerschöpflich und formenreich recken sie ihre gefüllten und ungefüllten Blüten dem geneigten Betrachter entgegen.

Eine „Beverly“ muss es für Birgit Mack aus Köngen sein. „Sie duftet und passt farblich in meinen Garten.“ Eine Stelle hat sie schon: vor einem ihrer vielen Sträucher, vor denen sie stufenweise Rosen oder Lavendel anpflanzt. „Es wird ein schöner Blickfang.“ Der Garten ist im Sommer ihr erstes Zuhause – „da schau’ ich kein Fernsehen, da bin ich nur draußen“.

Sie hat alles in hellblauen und rosaroten Pastellfarben angelegt. Deshalb sei sie „immer auf der Suche nach Pflanzen, die damit harmonieren“, sagt sie. Jedes Jahr steuert sie den Rosenmarkt in Waiblingen an – „extra wegen der Rosen und der guten Qualität“, versichert sie. Und fügt ein weiteres Lob an: „Es finden sich auch ausgefallene Sachen.“

„In gefüllte Blüten kommt die Biene nicht rein“

Für die Rosenhändlerin Uschi Kaiser bietet der Rosenmarkt Gelegenheit, zu informieren – etwa über die derzeit vieldiskutierte Artenvielfalt und das Insektensterben. Uschi Kaiser denkt bei Rosen an die Bienen und begrüßt eine gesunde Durchmischung. „In gefüllte Blüten kommt die Biene nicht rein, daher raten wir, zusätzlich Bodendeckerrosen zu pflanzen“, so die Fachfrau in Rosenfragen. Offene Rosen seien wahre Bienenweiden: „Da kommen sie an den Blütenstand heran.“ Der Gartenbesitzer tue obendrein sich etwas Gutes: „Die kleinen Blüten machen einem noch bis in den November Freude, wenn alle anderen schon verblüht sind“, so Uschi Kaiser.

Neben der Königin der Blumen bietet der Markt viel Schmückendes und Duftendes im „außerrosigen“ Bereich: Gundermann, Schmucklilien, Duftsteinrich, Fingerhut, Bartnelke, Edelweiß in der eingetopften Variante und einen großen Fundus an Stauden – an einem Stand hat der Verkäufer die wichtigsten Eigenschaften der Julchen, Akeleien, Heim-Schafgarben und Glockenblumen mit Filzstift auf Papptellern vermerkt. „Standfest, Zweitblüte nach Rückschnitt“, „Insektenweide“, „blühfreudig“, „Langblüher“ und „sehr schön zu Strauchrosen“ buhlen sie um die Gunst der Besucher.

Die Besucher zeigen Interesse an den floralen Farbklecksen und herzerfreuenden Hinguckern. Manche verfügen auch über die Gabe, rosenlos glücklich zu sein. Mit einem Sukkulenten-Topf verlässt ein Besucher aus Beinstein das Areal. „Rosen sind schön, aber man muss Liebhaber sein und Zeit haben“, ist seine Meinung. Bei Sukkulenten übernehme der Regen die Pflege. „Ich muss nichts machen, nur wachsen lassen“, frohlockt er.

Anja Schlegel aus Hohenacker würde ihm wohl widersprechen: „Ich habe keinen Kurs gemacht, aber unsere Rosen wachsen trotzdem“, meint sie. Rosen seien nicht schwieriger oder anspruchsvoller als andere Gartenpflanzen. Sie empfiehlt: einmal schneiden nach dem Abblühen, keine Wissenschaft draus machen – „und sich am Anblick erfreuen“. Ihre erworbene „Rosengräfin Marie Henriette“ strotzt vor mittelrosaroten dicht gefüllten Blüten und wird intensiv duftend ins Gewächshaus ziehen. „Die schenke ich meinem Mann, er plant, Rosen zu züchten, das ist ein guter Anfang.“

Außer im Pflanztopf begegnen Rosen dem Besucher auf Kleidern, Schals, Tassen und Kissenbezügen, als Seifen mit Rosenduft und schlotz- oder trinkbar als Rosen-Eis und Limo. Wer beim Bummeln eine Pause machen will, kann dies direkt an der Rems im „romantischen Café“ tun: hier ausnahmsweise nicht von Rosen umgeben, dafür von friedlicher Ruhe, und viel Grün. Und zur nächsten Rosen-Limonade, Rosenblüten-Secco und zum Rosen-Eis sind es ja nur wenige Schritte ...


Sechs Tipps

Wir haben von Uschi Kaiser von der Gärtnerei Fellbacher Schnittrosen sechs Tipps erhalten, wie Rosen besonders schön werden.

  1. Nie abends gießen: „Trocken durch die Nacht“ lautet das Motto von Uschi Kaiser. Dadurch schütze man die Rose vor Pilzkrankheiten. „Die Feuchtigkeit steigt abends auf. Ist die Pflanze auch noch nass, freut das den Pilz“, so die Rosenkennerin.
  2. Biologische Pflanzenpflege verwenden.
  3. Sobald die Blüte abgeblüht ist, sollte das Verblühte rausgeschnitten werden. Damit eine Rose neue Blüten ausbildet, muss die Energie in die Blattachseln übergehen. Im verblühten Kern würde die Energie verpuffen. „Im Verblühten treibt nichts mehr aus“, so Uschi Kaiser.
  4. Düngen muss sein: Die Rose ist eine stark zehrende Pflanze („Starkzehrer“), die aus dem Boden alles herausholt.
  5. Rosen möchten die Wurzeln in gerader Richtung ausbilden, brauchen also nach unten hin viel Platz. Wer sie im Kübel anpflanzt, sollte darauf achten, dass der Kübel mindestens kniehoch ist.
  6. Jede Jungpflanze (bis zu zwei Jahre) runterschneiden, nachdem die erste Blüte durch ist. Dann treibt sie unten aus und wird schön buschig.