Waiblingen

Falsches Coronaschild im Real Waiblingen war für Sachsen gedacht

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Tausende Waiblinger kaufen täglich im Remspark in Waiblingen-Süd ein. © ZVW/Gabriel Habermann

Der Supermarkt Real hat im Waiblinger Remspark auf Schildern fälschlicherweise darauf hingewiesen, „dass die Landesregierung entschieden hat, dass ein Betreten des Ladengeschäftes mit Erkältungssymptomen nicht gestattet ist“. Eine solche Entscheidung hat es in Baden-Württemberg nicht gegeben. Nach dem Bericht unserer Zeitung und einer erneuten Anfrage bei der Real-Eigentümerin Metro hat sich das Unternehmen aus Düsseldorf nun geäußert – und erklärt, es sei zu einer Verwechslung gekommen.

„Das von Ihnen erwähnte Plakat ist so korrekt, allerdings wurde es im falschen Bundesland ausgehangen. Es war alleine für den Einsatz in Sachsen geplant. Die Kollegen im Waiblinger Markt haben aus Versehen diese Version des Schildes ausgedruckt und aufgestellt“, so Frank Grüneisen, Abteilungsleiter Externe Kommunikation und Pressesprecher der Real GmbH.

In anderen Filialen in Baden-Württemberg dürfte der Hinweis auf eine angebliche Landesentscheidung damit nicht aufgetaucht sein. „Es handelte sich hier um einen Einzelfall“, so der Real-Sprecher. „Das fehlerhafte Schild wurde inzwischen ausgetauscht und durch die korrekte Version ersetzt.“ Ein mitgeschicktes Foto zeigt die neue Version, die nun im Remspark zu lesen ist. „Hier gilt die Maskenpflicht“, steht darauf. Erkältungssymptome tauchen nicht mehr auf.

Anders als in Baden-Württemberg gibt es in Sachsen tatsächlich ein Verbot, mit Schnupfen einkaufen zu gehen. „Kunden sind durch Aushang darauf hinzuweisen, dass ein Betreten des Ladengeschäftes mit Erkältungssymptomen nicht gestattet ist“, heißt es in einer Allgemeinverfügung des sächsischen Sozialministeriums vom 17. April.

Oberbürgermeister Andreas Hesky: Die Botschaft bleibt richtig

In der Corona-Krise gibt es ständig Veränderungen – manches gerät durcheinander. In vielen Einrichtungen sei das Betreten mit Erkältungssymptomen eben nicht erlaubt, gibt Oberbürgermeister Andreas Hesky zu bedenken. Bei Supermärkten und anderen Geschäften gibt es zwar kein behördliches Verbot, sie könnten aber theoretisch im Rahmen ihres Hausrechts erkälteten Kunden den Zutritt verwehren. Nur dürften sich die Unternehmen dabei nicht auf eine Landesentscheidung berufen.

Zuständig für solche falschen Regel-Auslegungen wären die kommunalen Ordnungsämter, heißt es von der Landesregierung. Bei der Stadt Waiblingen sind bislang aber keine entsprechenden Hinweise eingegangen, sagt Hesky. Allerdings, so das Stadtoberhaupt, melden sich permanent Bürger, die auf tatsächliche oder vermeintliche Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen aufmerksam machen wollen. „Wir können gar nicht so viele Ordnungskräfte haben, um allem nachzugehen, wo jemand einen Regelverstoß zu sehen meint.“ Die Botschaft, dass man mit Erkältungssymptomen zu Hause bleiben sollte, hält Hesky generell aber für richtig.

Der Supermarkt Real hat im Waiblinger Remspark auf Schildern fälschlicherweise darauf hingewiesen, „dass die Landesregierung entschieden hat, dass ein Betreten des Ladengeschäftes mit Erkältungssymptomen nicht gestattet ist“. Eine solche Entscheidung hat es in Baden-Württemberg nicht gegeben. Nach dem Bericht unserer Zeitung und einer erneuten Anfrage bei der Real-Eigentümerin Metro hat sich das Unternehmen aus Düsseldorf nun geäußert – und erklärt, es sei zu einer Verwechslung

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