Waiblingen

Falsche Social-Media-Schönheitsideale: FBS Waiblingen will Mädchen helfen

1/2
FBS
Den eigenen Körper kennenlernen, ihn wertschätzen und auf ihn achten ist Gegenstand von Yoga-Kursen bei der FBS. © Gottfried Stoppel/FBS
2/2
Madlen Wienert
Madlen Wienert. © Feuerstein

In der Familienbildungsstätte (FBS) im Karo-Familienzentrum ist wieder Leben eingekehrt. Unter der 2G-plus-Regel finden wieder Präsenzkurse statt. „Man hört wieder Kinder lachen, es stehen Kinderwagen auf den Gängen oder man beobachtet Senioren, die zum Nähkurs oder Kalligrafie-Kurs gehen“, sagt Leiterin Madlen Wienert. „Das ist sehr schön!“ Immerhin sei der Kerngedanke der FBS ein Ort der Bildung und Begegnung, betont sie.

Das Motto des neuen Programmhefts, "Wertschätzung", das ab Montag, 24. Januar, an den bekannten Stellen wie etwa der Stadtbücherei ausliegt oder online abrufbar ist, schien sehr passend – nicht nur zur aktuellen Corona-Situation, sondern auch, was das eigene Empfinden betrifft. „Beim Thema Corona verhärten oft die Fronten“, weiß Madlen Wienert. Sie spricht eine Wortkultur an, die teils nicht tragbar sei. Manche vergessen sich dabei und die Wertschätzung des anderen.

Harsche Kritik nach Weitergabe der Corona-Verordnung

Madlen Wienert hatte mitten in der Corona-Pandemie ihre neue Aufgabe als Leiterin der Waiblinger Familienbildungsstätte übernommen. Teils stelle sich die Arbeit immer noch als schwierig heraus, da allgemein eine große Unsicherheit herrsche. Teils würden sich beispielsweise Kursteilnehmer wieder abmelden, weil sie Angst vor einer Corona-Infektion haben. Andere schreckt das Testen im Zuge der 2G-plus-Regel ab. Mehr Wertschätzung wünschte sich Madlen Wienert, als sie Regeln der Corona-Verordnung weitergegeben hatte. „Da habe ich einiges abbekommen“, sagt sie rückblickend. Zuletzt kamen erneut Diskussionen auf, als es um 3G am Arbeitsplatz ging. Inzwischen gebe es keine Anfeindungen ihr gegenüber mehr, meint sie.

Übrigens sei das FBS-Team davon abgekommen, das Thema schon vor der Erarbeitung des neuen Programmhefts festzulegen. Beim Zusammenstellen der Kurse sei schnell der Begriff Achtsamkeit aufgekommen. In Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erschien Wertschätzung als Motto allen sehr passend, so Wienert.

Im neuen Programm für das kommende Semester gibt es mehrere Kurse, die sich um das Thema drehen. „Social Media und du“ heißt ein Kurs, der sich an Mädchen zwischen zwölf und 14 Jahren richtet. Er findet in Kooperation mit dem Landesmedienzentrum statt. Am Samstag, 7. Mai, lernen die jungen Teilnehmerinnen, welche Bilder ihnen in den sozialen Medien vorgegaukelt werden. Gemeinsam definieren sie Schönheit oder Coolness. Hintergrund des Kurses sei, dass vermehrt Mädchen in dem Alter Essstörungen entwickeln, weil sie den Schönheitsidealen nacheifern wollten, so Wienert.

Curvy-Yoga ist neu im Programm

Neu im Programm der Familienbildungsstätte ist außerdem Curvy-Yoga, das von 7. April an donnerstagabends stattfindet. Wie der Name schon sagt, werde hier Yoga für fülligere Frauen angeboten, so Wienert.

„Achtsam dank Baby“ ist ein Kurs, der sich an junge Eltern richtet. Am Dienstagabend, 22. Februar, von 19 Uhr an erfahren die Teilnehmer, wie sie in heiklen Situationen Ruhe bewahren können. Übungen sollen sich positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken und einfach in den Alltag mit Kind integrieren lassen, heißt es im Programm.

Dagegen schon fester Bestandteil bei der FBS sind unterschiedliche Klima-Kochkurse, die auch im kommenden Semester wieder stattfinden sollen. In den Kursen spielt der CO2-Abdruck eine große Rolle. Teilnehmer erfahren, wie sie einkaufen, kochen und essen können und gleichzeitig dem Klima etwas Gutes tun.

Was sich in der Corona-Pandemie bewährt habe, sei die Tatsache, dass die Familienbildungsstätte schon frühzeitig digitale Angebote auf den Weg gebracht hat. „Das soll auch beibehalten werden“, sagt Madlen Wienert. Demnach können Präsenzkurse jederzeit online stattfinden. Außerdem gibt es Hybrid-Veranstaltungen, die von Teilnehmern vor Ort als auch digital übers Internet besucht werden können, sowie reine Online-Kurse.

Große Investition in Digitalisierung der Familienbildungsstätte

Durch Förderprogramme des Landes hat die Einrichtung jeweils einen Betrag im fünfstelligen Bereich für dieses und das vergangene Jahr erhalten, der komplett in mobile Endgeräte geflossen sei, betont Madlen Wienert. Außerdem werde gerade ein mobiler Arbeitsplatz für Kursleiter eingerichtet, der aus einem rollbaren Schreibtisch besteht, in welchem unter anderem ein bluetoothfähiges Gerät zum Drucken und Scannen eingebaut ist. „Es ist wichtig, dass wir attraktiv bleiben“, betont sie.

Gerade in der Corona-Pandemie beobachte Wienert, dass immer mehr Kursleiter, die auf Honorar-Basis beschäftigt waren, in ein festes Angestelltenverhältnis gewechselt hätten. Das stelle die FBS vor neue Herausforderungen.

In der Familienbildungsstätte (FBS) im Karo-Familienzentrum ist wieder Leben eingekehrt. Unter der 2G-plus-Regel finden wieder Präsenzkurse statt. „Man hört wieder Kinder lachen, es stehen Kinderwagen auf den Gängen oder man beobachtet Senioren, die zum Nähkurs oder Kalligrafie-Kurs gehen“, sagt Leiterin Madlen Wienert. „Das ist sehr schön!“ Immerhin sei der Kerngedanke der FBS ein Ort der Bildung und Begegnung, betont sie.

Das Motto des neuen Programmhefts, "Wertschätzung", das ab

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper