Waiblingen

Fit werden mit Basenfasten

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Solveig Dülfer ist Gesundheitsberaterin (IHK) und leitet Fastenkurse. Die Rezepte auf der Seite hat sie uns zur Verfügung gestellt. © Ramona Adolf
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Detox
Gemüse und Obst sind die Grundlage des Basenfastens. © Pixabay

Waiblingen. Noch hat uns der Winter im Griff, doch das Frühjahr naht. Für viele die beste Zeit, ihre Ernährung umzustellen oder ein paar Fastentage einzulegen. Basenfasten heißt ein Trend, der auf sanfte Art das Immunsystem stärken und den übersäuerten Körper in Schuss bringen soll. Auch das eine oder andere Pfund soll dabei purzeln. Was ist dran am Basenfasten? Und wie funktioniert es?

„Wenn man sich für Gesundheit interessiert, stößt man schnell auf das Thema Fasten“, sagt Solveig Dülfer, Gesundheitsberaterin IHK und Kursleiterin an der Familienbildungsstätte und an der Volkshochschule. Sie selbst hat schon vor 20 Jahren zum ersten Mal gefastet und legt seitdem regelmäßig Heilfastenwochen ein, in denen sie außer Flüssigkeit gar nichts zu sich nimmt.

Deutlich angenehmer ist da schon das Basenfasten. Eine (fast) ausschließlich basische Ernährung mit Obst und Gemüse, Kartoffeln, Pilzen, Salat und Haselnüssen soll dem Körper helfen, lästige Säuren loszuwerden. Tabu sind nicht nur Fleisch und Milchprodukte, sondern auch Brot, Nudeln und Reis. „Getreideflocken werden im Körper sauer“, erklärt die Gesundheitsberaterin. Versprochen werden dafür Entgiftung und Wohlbefinden. Das Immunsystem soll gestärkt werden. Unser Lebensstil mit Stress, wenig Bewegung, wenig Gemüse und viel Fleisch habe eine Übersäuerung des Körpers zur Folge, erklärt die Gesundheitsberaterin. Auch in der Schulmedizin gebe es Studien, die einen Zusammenhang mit Rheuma belegen. Häufige Infekte, Migräne, eine fahle Haut, rissige Nägel und ständige Abgeschlagenheit könnten auf ein gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht hinweisen.

Viermal so viel Obst und Gemüse essen wie Fleisch und Fisch

Grundsätzlich unterscheidet Solveig Dülfer zwischen einer basisch orientierten Ernährung im Alltag und Basenfasten als kurzfristige Kur. Bei einer basenbetonten Ernährung sollten der Grundregel zufolge etwa viermal so viel Gemüse und Salat in Relation zu Fleisch und Fisch gegessen werden. Brot und Nudeln sollten in Maßen gegessen werden. Während einer Basenkur sind Letztere natürlich tabu. Dann kommen nur Basenbildner wie Obst, Gemüse, Kräuter und Keimlinge sowie hochwertiges Öl wie Lein-, Oliven- oder Rapsöl auf den Teller. Nicht nur Fleisch, Wurst und Milchprodukte stehen dann auf der Verbotsliste, sondern auch Weißmehl, Vollkornprodukte, Reis, Eier, Kaffee, Alkohol und Süßigkeiten.

„Eine Woche oder zehn Tage lang ist das Basenfasten gut machbar“, sagt Dülfer. Die meisten ihre Kursteilnehmer fühlten sich wohl während des Fastens und nach der Kur „erleichtert wie nach einem Frühjahrsputz“. Viele spürten eine Verbesserung bei Rheuma, bei Kopfschmerzen, Haut und Nägeln.

Aufhören, wenn man satt ist

Basenfasten ist zu jeder Zeit möglich. „Für viele ist das Frühjahr aber die klassische Zeit dafür“, weiß die Gesundheitsberaterin. Saisonales Gemüse gibt es zu allen Jahreszeiten, im Winter empfiehlt sie viel Kohl und Wirsing. Eine Umstellung kann diese Ernährung für den Körper aber durchaus bedeuten: „Bei denjenigen, die normalerweise wenig Gemüse essen, muss sich der Darm umstellen“, erklärt sie. Ihren Kursteilnehmern empfiehlt sie, bewusst zu essen. Hungern sollte keiner, aber „aufhören, wenn man satt ist“. Auch moderater Sport sei sinnvoll während des Basenfastens, etwa Spazierengehen und Radfahren, außerdem eine gezielte Entspannung. „Atemübungen und Meditation sind gut, außerdem ist Sauna super“, sagt die Beraterin. Kleine Auszeiten im Alltag gehören bei ihr immer mit zum Programm: „Man sollte sich schon am Anfang überlegen, was einem guttut.“

Abnehmen sollte nicht das oberste Ziel sein

Abnehmen sollte übrigens nicht das oberste Ziel beim Basenfasten sein, wenngleich viele Teilnehmer auch das eine oder andere Kilo verlieren. „Das Ziel sollte vielmehr sein, auch nach der Kur mehr Obst und Gemüse und weniger Fleisch auf dem Speiseplan zu haben. Mehr frische und weniger verarbeitete Lebensmittel sollten gegessen werden. Und Entspannung und Bewegung in den Alltag eingebaut werden.“

Genau das ist auch im Sinn des Waiblinger Allgemeinmediziners und Homöopathen Jörg Urban. Prinzipiell hält der Mediziner wenig von kurzfristigen Kuren, eine Menge aber von einer, wie er sagt, „menschengerechten Ernährung über die ganze Lebenszeit“. Bei den meisten Kursen gebe es nur einen kurzfristigen Erfolg, „danach geht es weiter wie zuvor“. Viel Gemüse, wenig Fleisch, viele Vollkornprodukte, lauten seine Empfehlungen.


Kurse

Säure – Basen – Balance: Fasten mit Früchten und Gemüse, heißt ein Kurs mit Solveig Dülfer im April in der Familienbildungsstätte in Waiblingen. Die Teilnahme am Einführungsabend am 3. April ist Voraussetzung für die Fastenwoche.

„Lecker und einfach basisch kochen“ ist ein Kochkurs überschrieben, bei dem in der Familienbildungsstätte an einem Abend ein Menü gekocht wird. Termin ist Mittwoch, 22. Mai, 18 bis 21 Uhr. Neben Informationen zu säure- und basenbildenden Lebensmitteln soll das gemeinsame Koch- und Genusserlebnis im Vordergrund stehen.

Bei beiden Kursen sind noch Plätze frei.