Waiblingen

Food-Sharing in Hohenacker: Teilen statt wegwerfen

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Eva Lutz, Susanne Hanus und Sabine Hogh (von links) sind mit der Ausbeute bis jetzt zufrieden. © ZVW/Alexandra Palmizi

Waiblingen-Hohenacker.
Vielen Passanten ist er wahrscheinlich bereits aufgefallen: der große, weiße Kleiderschrank vor der Gemeindehalle Hohenacker. Seit einem Monat steht er schon dort. Doch der Schrank ist kein Sperrmüll, sondern ein „Fair-Teiler-Schrank“ zum Teilen von Lebensmitteln. Der Inhalt ändert sich ständig – mal sind verschiedene Gewürze drin, mal Kekse oder auch Gemüse. Wer will, kann sich etwas herauspicken – oder etwas hineinstellen, das er selbst nicht mehr essen möchte oder kann, zum Beispiel vor einer Reise. Im Idealfall wird der Schrank also nie leer.

Auch soll sich nichts darin sammeln, das verderben könnte. Dafür sorgen drei Frauen aus Hohenacker: Susanne Hanus, Sabine Hogh und Eva Lutz. Sie haben das Projekt ins Leben gerufen, den Schrank dort hingestellt und achten darauf, dass er sauber bleibt. Ihr Ziel dabei: Lebensmittel vor der Mülltonne retten und etwas gegen die Wegwerfgesellschaft tun.

Bislang kein Vandalismus und kein Schimmel

Bis jetzt sei alles nach Plan und sehr positiv gelaufen, berichten sie. „Es ist kein Vandalismus, nichts“, freut sich Eva Lutz und hofft, dass es weiterhin so bleibt. Auch der Hausmeister der Gemeindehalle habe immer einen Blick auf den Schrank. Immer wieder werden die Frauen auf den Schrank angesprochen. „Die Leute freuen sich. Es ist schon positiv angenommen worden“, ergänzt Susanne Hanus. Dass auch bereits zu Anfang viel in den Schrank hineingestellt und von anderen genommen wurde, spreche dafür. „Es ist ein Reinlegen und Rausnehmen“, sagt sie.

Zum Mitnehmen bereitgestellt wurden unter anderem: Konfitüren, Fertigsoßen, Pudding, Konservendosen, Lasagneblätter und Gewürze. „Gewürze laufen immer gut“, sagt Eva Lutz. Gewürze und Tees. Womit das wohl zusammenhänge? „Man bekommt davon auch viel geschenkt“, sagt Sabine Hogh. Und auch, wenn man selbst nicht viel mit dem Präsent anfangen kann, können sich vielleicht andere daran erfreuen. Das Gute an Tees und Gewürzen ist, dass sie lange haltbar sind und nicht verderben, sagen die Frauen.

Der Schrank ist auch auf Facebook online

Damit alles genießbar bleibt, schauen die Frauen in regelmäßigen Abständen in den Schrank hinein. Bis jetzt haben sie nichts wegwerfen müssen. „Jeden zweiten Tag ist auf jeden Fall einer da“, sagt Susanne Hanus. „Ich fahr’ schnell vorbei, gucke, mache ein Foto“, ergänzt Eva Lutz. Das Foto veröffentlicht sie dann auf Facebook und gibt Tipps sowie Anregungen, was man mit den geteilten Lebensmitteln anfangen könnte. Als im Schrank etwa Karotten, Kartoffeln und Zucchini waren, schrieb sie: „Für eine Gemüsesuppe warten die Zutaten auf Abholung. “Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, kann dem Schrank auf Facebook unter dem Nutzernamen ‚Fair Teiler Hohenacker‘ folgen. Dem Profil folgen schon über 90 Nutzer, sagt Eva Lutz – unter anderem Oberbürgermeister Andreas Hesky.


Das darf nicht in den Schrank

Rohes Fleisch, Alkohol, Eier und Eierspeisen aus rohen Eiern, Produkte aus nicht erhitzter Rohmilch und Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, dürfen nicht in den Schrank. Denn sie bergen ein potenzielles Gesundheitsrisiko.

Waiblingen-Hohenacker.
Vielen Passanten ist er wahrscheinlich bereits aufgefallen: der große, weiße Kleiderschrank vor der Gemeindehalle Hohenacker. Seit einem Monat steht er schon dort. Doch der Schrank ist kein Sperrmüll, sondern ein „Fair-Teiler-Schrank“ zum Teilen von Lebensmitteln. Der Inhalt ändert sich ständig – mal sind verschiedene Gewürze drin, mal Kekse oder auch Gemüse. Wer will, kann sich etwas herauspicken – oder etwas hineinstellen,

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