Waiblingen

Frühlingsmarkt in Beutelsbach

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Wer wissen will, mit welchen Geräten Gemüse bearbeitet werden kann, der ist auf dem Frühjahrsmarkt genau richtig. © Büttner / ZVW

Weinstadt-Beutelsbach. Pinguine aus Eiern, gehäkelte Schafe, märkischer Buttermilch-Mandelkuchen: Auf dem Beutelsbacher Frühjahrsmarkt haben die Kunden am Gründonnerstag an rund 140 Ständen einkaufen können. Neben gewerblichen Händlern waren auch wieder Vereine, Initiativen und örtliche Einrichtungen vertreten.

Müde wirkt Marktmeister Gerhard Bischoff kein bisschen – dabei ist er seit fünf Uhr in der Früh auf den Beinen. Er muss dafür sorgen, dass alles gerecht zugeht auf dem traditionellen Beutelsbacher Frühjahrsmarkt. Seit 18 Jahren macht er das schon, im Einsatz ist er an diesem Donnerstag noch bis 21.30 Uhr. Bischoffs Rezept: Klare Regeln und gute Vorbereitung. „Wenn man da schludert, dann wird’s eng.“

Marktmeister Gerhard Bischoff: „Ich lass’ mich ungern belügen“

45 Leute sind diesmal ohne Anmeldung gekommen, in der Hoffnung, noch einen Platz zu ergattern. Gerhard Bischoff guckt dann nach dem Sortiment, erkundigt sich nach dem benötigten Platz – und ob sich die Leute im Vorfeld letztlich vergeblich für einen Stand beworben haben. Trifft Letzteres zu, werden diese Händler gegenüber anderen bevorzugt – wobei der 62-Jährige anhand eines Ordners überprüft, ob’s den Anmeldeversuch im Vorfeld auch tatsächlich gegeben hat. „Ich lass’ mich ungern belügen.“ An diesem Donnerstag allerdings lief’s gut: Jeder, der wollte, hat seinen Stand erhalten.

Bei der Gruppe „Gemeinsam kreativ“, die in Weinstadt 1999 gegründet wurde, gibt es zum Beispiel Pinguine aus Eiern, Taschen, Weintüten aus Tapeten, gehäkelte Schafe, Holzhasen, Hausschuhe, Socken und Schürzen. Ein Team aus 20 Frauen stemmt laut Leiterin Thea Cisch die Arbeit. „Das wird alles selbst hergestellt.“

Das Kinderhaus am Sonnenhang ist ebenfalls schon seit Jahren dabei. Hier gibt es unter anderem Apfelkuchen mit Rosinen, Muffins, märkischen Buttermilch-Mandelkuchen, Erdbeerkuchen und Käsekuchen. Gebacken wurden sie von den Eltern, der Erlös fließt in besondere Wünsche der Kitakinder. Beim Kirbemarkt im Herbst sind die Eltern übrigens ebenfalls mit einem Stand präsent. „Da haben wir dann noch selbst gemachten Apfelsaft“, sagt Ioana Barbu-Kastrati.

Nebenan am Stand des Beutelsbacher Kirbejahrgangs 1997 herrscht um kurz nach 10 Uhr bereits Partylaune. Rund 50 Jugendliche gehören in diesem Jahr zum grünen Kirbejahrgang – und mit den Einnahmen vom Frühjahrsmarkt wird traditionell die Kirbekasse aufgebessert. Verkauft wird Wulle-Bier, Cola, Sekt, Apfelsaftschorle und natürlich Wein. „Nur Beutelsbacher, na klar“, sagt Marco Lenz. Viele am Stand tragen weiße Kapuzenpullis mit dem diesjährigen Kirbeslogan, der, so erklärt es Marco Lenz, dem Jugendgemeinderatsvorsitzenden Christian Kaupp zu verdanken sei. Der letzte Satz des Spruchs geht so: „Und trinkst du diesen edlen Saft, dann spürst du pure Leidenschaft.“

Bischoff geht bald

Für Gerhard Bischoff ist es der letzte Frühjahrsmarkt als Marktmeister der Stadt. Der gelernte Maurer und Betonbauer wird am Ostersonntag 63 Jahre alt und geht bald in den Ruhestand. „Mir hat es immer Spaß gemacht, der Umgang mit Menschen. Entgegen der landläufigen Meinung habe ich mit den Marktleuten keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die sind genauso gut und schlecht wie alle anderen Menschen auch.“