Waiblingen

Frau sexuell missbraucht und Übergriff gefilmt

Amtsgericht Waiblingen
Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Büttner

Waiblingen. Ein Zufallsfund hat einen 33-Jährigen erneut vor das Waiblinger Amtsgericht geführt. Im Februar 2017 haben Polizisten im Zuge eines Drogendelikts in der Waiblinger Wohnung des Angeklagten 3000 kinder- und 154 jugendpornografische Bilddateien sowie weitere kinder- und jugendpornografisches Videomaterial sichergestellt.

Weil der 33-jährige Angeklagte eine Frau sexuell missbraucht und den Übergriff gefilmt hatte und darüber hinaus in erheblichen Mengen kinder- und jugendpornografische Schriften besaß, musste er sich vor dem Waiblinger Amtsgericht verantworten. Zwar wurde das Material im Februar 2017 sichergestellt, aber den sexuellen Übergriff hat der Mann im Januar 2015 verübt.

Auffällig sei bei der Auswertung des sichergestellten Materials der möglicherweise betäubte Zustand der jungen Frau im Video gewesen. „Die Frau lag regungslos im Bett“, sagt der Kriminalhauptkommissar im Zeugenstand. Dies bestärkte den Verdacht des sexuellen Übergriffs gegen eine widerstandsunfähige Person. Um weitere Fragen zu klären, musste die junge Frau ausfindig gemacht werden. „Wir haben den Auftrag gehabt, die Frau zu identifizieren“, sagt der Polizeibeamte. Denn der Angeklagte hatte verschwiegen, um wen es sich handelte.

Opfer erfährt Übergriff durch Polizei

Mit Hilfe der damaligen Lebensgefährtin des 33-Jährigen haben die Ermittler die 26-jährige Frau ausfindig gemacht. Und sie mit den Aufnahmen konfrontiert. Ein sehr großer Schock für die junge Frau, die es bis heute nicht verkraften kann. Denn weder der sexuelle Übergriff noch die Aufnahmen waren ihr bekannt. Seitdem befindet sich die stark traumatisierte Frau in psychischer Behandlung. „Ich habe Angstzustände und Schlafstörungen“, sagt sie mit zittriger Stimme. Weder an die Tatnacht noch an den weiteren Verlauf könne sie sich erinnern. „Könnte es sein, dass Sie da etwas getrunken haben?“, möchte Richter Steffen Kärcher wissen. Ausschließen kann sie es nicht. „Ich kann mir nicht erklären, dass ich so tief geschlafen habe“, sagt die Nebenklägerin und bricht in Tränen aus. Denn auch normalerweise schlafe sie nicht tief.

Der Angeklagte, gelernter Versicherungsvertreter und gescheiterter Unternehmer, hat bereits wegen Drogenhandels ein Jahr in Haft gesessen und eine Drogentherapie absolviert. Nach der Ausbildung habe er sich selbstständig gemacht und sei geschäftsführender Gesellschafter gewesen. Nachdem seine Firma Insolvenz anmeldete und er selbst „stark abgestürzt“ ist, soll er auf die falsche Bahn geraten und erneut mit Drogen und Amphetaminen in Kontakt gekommen sein.

Staatsanwalt fordert mehrere Jahre Freiheitsstrafe

Der sexuelle Übergriff sei der größte Fehler gewesen, sagt der Angeklagte. „Auch während der Haft hat mich das immer begleitet“, sagt er. Auch kinderpornografische Schriften besessen zu haben, räumt er ein. Aus einem persönlichen Grund sei er mit dem Thema Kinderpornografie konfrontiert gewesen und habe sich lediglich informieren wollen. Allerdings auf die Frage der Schöffin, was für persönliche Gründe er gehabt habe, möchte er nichts Näheres sagen.

Der Verteidiger der Nebenklägerin wendet ein, wenn ihn der Vorfall nach wie vor begleitet hätte, dann hätte er der Polizei den Namen des Opfers verraten müssen, was er aber nicht tat. „Durch die respektable Fleißarbeit der Polizei hat man das Opfer ausfindig gemacht“, sagt der Verteidiger. „Wenn man sich informieren möchte, dann liest man etwas darüber“, sagt er. Und schaue sich keinen „Dreck“ an.

Der Staatsanwalt fordert wegen sexuellen Übergriffs, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen und wegen des Besitzes von kinderpornografischen Schriften eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und fünf Monaten.

Kein Bagatell-, sondern Sexualdelikt

Dahingegen plädiert der Verteidiger des Angeklagten für eine Bewährungsstrafe. Sein Mandant sei zu dem Tatzeitpunkt beruflich, körperlich und moralisch am Ende gewesen. Nichtdestotrotz habe der 33-Jährige während der Haft ein besseres Leben angestrebt. „Er hat die Zeit genutzt, hat an sich selbst gearbeitet, eine Therapie absolviert und sein Leben in dieser Zeit sortiert“, sagt er. Eine erneute Inhaftierung würde das alles wieder aus der Bahn werfen.

Dennoch ist die Urteilsverkündung klar. Trotz 1500 Euro Schmerzensgeld, das der Angeklagte dem Verteidiger des Opfers in bar überreicht, bleibt das Urteil gleich. Das Gericht unter Vorsitz von Steffen Kärcher verurteilt den Angeklagten zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Der Angeklagte muss die Gerichtskosten tragen. Richter Kärcher sagt: „Es waren keine Bagatelldelikte, sondern Sexualdelikte, die Konsequenzen nach sich ziehen.“

Waiblingen. Ein Zufallsfund hat einen 33-Jährigen erneut vor das Waiblinger Amtsgericht geführt. Im Februar 2017 haben Polizisten im Zuge eines Drogendelikts in der Waiblinger Wohnung des Angeklagten 3000 kinder- und 154 jugendpornografische Bilddateien sowie weitere kinder- und jugendpornografisches Videomaterial sichergestellt.

Weil der 33-jährige Angeklagte eine Frau sexuell missbraucht und den Übergriff gefilmt hatte und darüber hinaus in

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