Waiblingen

Freie Wähler für den Einstieg in den Nordostring

Stau
Gegen Stau, etwa in Hegnach, setzen die Freien Wähler auf den Nordostring. © Schneider / ZVW

Waiblingen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben die Freie-Wähler-Gemeinderatsfraktionen in Stuttgart, Ludwigsburg, Waiblingen und Remseck ihre Vorstellung der Straßenplanung vorgestellt. Sie fordern das Land zum Einstieg in die Planung und Realisierung von Nordostring und Filderauffahrt auf.

Ein Ergebnis des Luftreinhalteplans für die Stadt Stuttgart sei es, dass der Talkessel vom Durchgangsverkehr entlastet werden müssen. Eine der Maßnahmen dazu sei laut einer Tabelle, die dem Plan beigefügt ist, der Nordostring. „Das sind für uns überraschende und erfreuliche neue Töne aus dem grünen Teil der Landesregierung, der bisher den Einstieg in die Planung strikt abgelehnt hatte“, so die Fraktionsvertreter der vier Städte: „Damit steht aus unserer Sicht nichts mehr im Wege, um beim Land sofort in die Planung des Nordostrings und der Filderauffahrt einzusteigen“. Aus Berlin erwarten die Freien Wähler keine Hindernisse mehr. Und auch der Verband Region Stuttgart hatte mit seinem Regionalverkehrsplan im Juli 2018 beiden Straßen-Neubauvorhaben „höchste Dringlichkeit“ bescheinigt.

Eine Bedingung ist für die Freien Wähler dabei der „lange Tunnel“ bei der Filderauffahrt. Diese Linie verbinde die B 14 im Neckartal mit der B 27 beim SI-Zentrum. „Damit wäre eine massive Verlagerung von Autoverkehr aus dem Talkessel heraus und eine nennenswerte Verbesserung der Luftqualität in der Innenstadt möglich“, so die stellvertretende Stuttgarter Fraktionsvorsitzende Rose von Stein.

Bubeck: Hegnach entlasten

Der Nordostring solle nicht als Autobahn für den Fernverkehr gebaut werden, vielmehr müsse „der regionale Verkehr im Zentrum“ stehen. „Die dringend notwendige Verbindung der Wirtschaftsräume Waiblingen/Fellbach und Ludwigsburg/Kornwestheim auf der vorgesehenen Trasse würde unsere Ortschaften, allen voran Hegnach, spürbar entlasten“ hofft Siegfried Bubeck, der Waiblinger Fraktionsvorsitzende.

Die Freien Wähler favorisieren deshalb die dreistreifige Variante. Der dritte Fahrstreifen sei jeweils in den Steigungsbereichen für einigen flüssigen Verkehr notwendig. In landschaftlich sensiblen Bereichen fordern die Freien Wähler eine Untertunnelung und dies besonders an Stellen, wo sich ein Tunnel auch aufgrund der Topographie anbiete: im Bereich Lerchenberg, beim Sonnenhof, im Bereich Tennhof und südwestlich von Hegnach.

„Der Bau des Nordostringes ist für die Stadt Remseck eine elementare Voraussetzung für eine sinnvolle städtebauliche Entwicklung der Neuen Mitte und er verspricht eine deutliche Reduzierung der Verkehrsstaus in Remseck“, so Fraktionsvorsitzende Gerhard Waldbauer. Auch in Ludwigsburg werde ein Nordostring für eine deutliche Entlastung auf der Ost-West-Achse sorgen und damit wesentlich zur Verbesserung der Luftqualität und zur Vermeidung von Fahrverboten beitragen, ergänzt Reinhardt Weiss, der Vorsitzende der Freie-Wähler-Fraktion in Ludwigsburg.

Die Freien Wähler Kornwestheim lehnen den Nordostring in der jetzigen Form nach wie vor ab. Sollte der Nordostring aber gebaut werden, zeigen sie sich aber gesprächsbereit, um lokal verträgliche Lösungen zu finden. Die Abstimmung mit den Freien Wählern in Fellbach steht noch aus.