Waiblingen

Freizeit verändert sich: VfL Waiblingen stellt Kinder- und Jugendbereich neu auf

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David Wolfer (links), Nicole Wöllner und Alexander Humke bilden gemeinsam mit Simon Basmann (fehlt auf dem Bild) das neue vierköpfige Team beim VfL Waiblingen, das sich um den Bereich Kinder und Jugendliche kümmert. © Gaby Schneider

Neue und bereits bekannte Gesichter rücken seit diesem Herbst beim VfL Waiblingen in den Vordergrund: Nach dem Abschied von „Mr. Spowo“ Marc Brommer hat sich der Verein in der Kinder- und Jugendarbeit neu aufgestellt. Ein vierköpfiges Team soll nun frischen Wind in die vorhandenen Strukturen bringen. „Damit wollen wir die Grenzen zwischen den einzelnen Bereichen auflösen“, sagt Jochen Griesmeier, Geschäftsführer des VfL Waiblingen. Angesichts von Ganztagsschule und anderem Freizeitverhalten nimmt der Verein Wochenenden und Ferien stärker in den Blick.

Nicole Wöllner, David Wolfer, Alexander Humke und Simon Basmann sind nun schwerpunktmäßig für den Kinder- und Jugendsport im Verein zuständig. Dazu gehören etwa die Kindersportschule (Kiss), die Spowo sowie Kooperationen mit Kitas und Schulen.

Pandemie: Zu wenig Bewegung

Ein Vorteil der neuen Konstellation sei, dass man sich gegenseitig neue Freiräume schaffen könne – zum Vorteil der Angebote im Sportverein. So kann in der Kindersportschule, die sich an Kinder im Alter von ein bis zehn Jahren richtet, nun wieder das Profil Turnen angeboten werden. „Einer muss nicht mehr alle Aufgaben alleine bewältigen“, so Jochen Griesmeier. Während sich jemand um die Verwaltungsaufgaben kümmert, hat ein anderes Mitglied des Führungsteams mehr Zeit für die kreative Gestaltung der Sportangebote.

Gerade nach den ersten beiden Jahren der Corona-Pandemie hat das Team alle Hände voll zu tun. „Der Zuspruch bei den Angeboten für Kinder und Jugendliche ist groß“, sagt der VfL-Geschäftsführer. Damit geht aber auch eine große Herausforderung einher. Während Corona haben sich neue Probleme aufgetan. „Kinder leiden, wenn Gemeinschaft und Bewegung fehlen“, sagt David Wolfer. Nun müssten die motorischen Mängel langsam aufgearbeitet werden.

Ziel sei stets, „die Stärken und Schwächen der Kinder mit den Interessen zu vereinen“ – und auch Mädchen und Jungen im Übergang ins Erwachsenenalter ein Sportangebot im Verein zu bieten. Besonders beliebt seien aktuell Sportarten wie Basketball, Tischtennis, Volleyball und Leichtathletik, so Jochen Griesmeier. „In der Turnabteilung und im Fußball gibt es aktuell eine Aufnahmepause, weil die Nachfrage so groß ist.“ Ein Grund für die wachsende Nachfrage nach Sportangeboten für unter 18-Jährige sieht der VfL Waiblingen bei den Eltern. „Das Bewusstsein der Eltern hat sich dahingehend verändert.“

Gegen Ende des Jahres zählt der Verein knapp über 3000 Mitglieder. In der Pandemie waren es erstmals seit vielen Jahren unter 3000, ein kritischer Wert für den VfL.

Die Energie-Krise wirft aber auch hier Fragen auf. „Muss der Sport darunter leiden? Werden die Leute am Freizeitangebot sparen?“

Ziel des neuen Teams ist auch, Trendsportarten in den Verein zu integrieren. „Das Angebot Turnen und Parkour geht durch die Decke“, sind sich Nicole Wöllner und David Wolfer einig. Deshalb stehen Überlegungen im Raum, Freizeit-Sportarten wie Tanzen, Zumba und Boxen in das Portfolio zu integrieren.

Mehr Angebote am Wochenende

Erst vor kurzem hat die Spowo in den Herbstferien stattgefunden. Zwar mit weniger Kindern als vor Corona, so Alexander Humke, dennoch sei man zufrieden. In keinem anderen Bereich würden die Ehrenamtlichen im Verein die Fahne hochhalten wie bei der Spowo. „Das Team der Spowo ist bestehen geblieben“, sagt Humke, der selbst zehn Jahre als Betreuer tätig war.

Aktuell denkt der Verein darüber nach, innerhalb der Ferien und am Wochenende noch mehr zu bieten. Ab 2026 soll für Grundschüler in Deutschland stufenweise ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagesplatz eingeführt werden. Darauf wolle der Verein gut vorbereitet sein, so Jochen Griesmeier. Freizeit und Sport außerhalb der Schule könnten dann noch mehr als bisher am Wochenende stattfinden. Schon heute sei beispielsweise das Vater-Kind-Turnen am Samstag „gut gefragt“, so Griesmeier.

Außerdem wolle sich der Verein als fester Bildungspartner etablieren. „Wir haben 50 laufende Kooperationen mit Kitas und Schulen und wollen diese weiter ausbauen“, sagt Nicole Wöllner, die unter anderem für das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Das alles soll laut Geschäftsführer Griesmeier unter dem neuen Leitbild „Vitalität fürs Leben“ stehen - das „VfL“, das für „Verein für Leibesübungen“ steht und auf das Gründungsjahr 1862 zurückgeht, bekommt so eine zusätzliche Bedeutung.

Neue und bereits bekannte Gesichter rücken seit diesem Herbst beim VfL Waiblingen in den Vordergrund: Nach dem Abschied von „Mr. Spowo“ Marc Brommer hat sich der Verein in der Kinder- und Jugendarbeit neu aufgestellt. Ein vierköpfiges Team soll nun frischen Wind in die vorhandenen Strukturen bringen. „Damit wollen wir die Grenzen zwischen den einzelnen Bereichen auflösen“, sagt Jochen Griesmeier, Geschäftsführer des VfL Waiblingen. Angesichts von Ganztagsschule und anderem Freizeitverhalten

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