Waiblingen

Frische Fische aus eigener Zucht

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Marktserie: Fischstand Jochen Rieker
Selbst gemachte Preiselbeermeerrettich-Paste. © ALEXANDRA PALMIZI
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Marktserie: Fischstand Jochen Rieker
Fische – am Vorabend geschlachtet und gekühlt. © ALEXANDRA PALMIZI

Der Waiblinger Wochenmarkt bietet für jeden etwas – das Angebot umfasst vieles – von Obst und Gemüse über Fleisch bis Eier. Nun gibt es seit vergangenen Samstag einen neuen Marktstand mit ganz neuem Angebot: Fisch. Verschiedene Süßwasserfische, frisch oder geräuchert zum Mitnehmen, bietet Marktbeschicker Jochen Rieker – zunächst für vier Wochen – zum Verkauf an.

Rieker: „Mit so viel Resonanz hätte ich nicht gerechnet“

„Mit so viel Resonanz hätte ich nicht gerechnet“, sagt der studierte Informatiker über seinen ersten Markttag am vergangenen Wochenende. „Das war super. Sehr viele Leute haben gesagt: ,Endlich ist der Fisch da’.“ Dem einen oder anderen mag Rieker bekannt vorgekommen sein. Denn vor etwa vier Jahren hatte er schon einmal einen Marktstand in Waiblingen – allerdings mittwochs und nur für eine kurze Zeit. „Die Wochenmärkte unter der Woche werden immer schlechter besucht“, findet der 54-Jährige. Es herrscht viel zu wenig Betrieb unter der Woche, da ist der gravierende und eklatante Unterschied zum Samstag zu sehen, sagt er. Das sei damals der Grund gewesen, weshalb er seinen Stand in Waiblingen aufgegeben hat.

Nun wagt er einen neuen Versuch: Nach vier Wochen entscheidet er sich, ob er bleibt oder geht. Doch der Rudersberger ist mit seinem Start zufrieden und ist guter Dinge, dass es dieses Mal klappen wird. „Wenn es so weitergeht, wie es angefangen hat, dann bleibe ich.“

Süßwasserfische wie Regenbogen-, Lachs- und Bachforelle

Die Fische stammen aus eigener Züchtung. In fünf Quellwasserteichen an einem Nordhang im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, unterhalb der Burg Waldenstein, am Tuffberg zieht er die Fische groß. Auf seinem Forellenhof werden Regenbogen-, Lachs- und Bachforellen, Saiblinge, Störe und Karpfen eingesetzt. Den Letzteren allerdings bietet er nur im Winter an. Der Vorteil in den Naturteichen sei das Wasser. „Das Wasser ist toll, das durch das Tuff-Gestein gefiltert wird“, sagt er. Stolz wie auf das Wasser aus dem Naturgestein ist er auf noch etwas: Nach seinen eigenen Angaben kommen bei seinen Fischen keine Medikamente zum Einsatz. Das schätzten auch die Kunden. Generell beobachte der 54-Jährige einen Wandel bei den Käufern: Sie setzten auf bewusstes Essen, hinterfragten das Angebot auf dem Markt und legten viel Wert darauf.Jochen Rieker freut sich, wenn die Kunden den Unterschied zwischen seiner Ware und der aus dem Supermarkt erkennen. Häufig werde er an seinem Stand darauf angesprochen, dass es nicht nach Fisch rieche. „Die Frische ist ganz, ganz wichtig, das ist das primäre Merkmal“, betont er. Und: Frischer Fisch riecht nicht. Er nennt allerdings eine große Ausnahme: „Der Meeresfisch riecht nach Meer, aber nicht übel.“

Marktserie: Fischstand Jochen Rieker
Fische – am Vorabend geschlachtet und gekühlt. © ALEXANDRA PALMIZI

Apropos Frische: Um den Kunden die Ware frisch liefern zu können, schlachtet Rieker die Fische am Vorabend. Einige werden noch am selben Tag geräuchert. Was nicht aus eigener Züchtung stammt, aber dennoch auf der Verkaufstheke zu finden ist, sind Aale. „Den Aal kaufe ich dazu“, erklärt er. Darüber hinaus bietet er süß-sauer eingelegte Bratforellen und eine selbst gemachte Paste aus Preiselbeermeerrettich. Die lege er allen seinen Kunden ans Herz. „Sie passt sehr gut zum geräucherten Fisch“, sagt er. Und sie eigne sich auch als Brotaufstrich. Wer von allem etwas probieren möchte, für den bietet der Marktbeschicker einen sogenannten Vesper-Teller an: eine Zusammenstellung aus verschiedenen Sorten. „Da hat man eine schöne Auswahl“, sagt er.

Marktserie: Fischstand Jochen Rieker
In Naturteichen in Rudersberg zieht der Marktbeschicker Jochen Rieker Süßwasserfische groß und verkauft sie auf dem Wochenmarkt. Fotos: Palmizi © ALEXANDRA PALMIZI

Über die weitere Auswahl an seinem Stand informiert der langjährige Marktbeschicker seine Kundschaft sehr gerne – und zwar seit 20 Jahren, etwa in Schorndorf und Ludwigsburg. „Da hat man schon seine Stammkunden. Gerade bei älteren Leuten weiß man, wann die kommen und was sie kaufen.“ Und wenn sie mal mehrmals an darauffolgenden Wochen fehlen, dann mache er sich Sorgen. Sehr nett und herzig findet er das entgegengebrachte Vertrauen und Feedback seiner Kunden: „An Weihnachten bekommt man Gutsle gebracht.“

Informationen zum Forellenhof Rieker, aber auch Rezepte und Tipps gibt es online unter www.forellenhof.jrieker.de oder samstags vor Ort von 7 bis 13 Uhr.