Waiblingen

Fußball verbindet

Fußballaktion
Der bange Blick beim Staffellauf: Wie schnell ist die Konkurrenz? Bei der Trainingseinheit mit zwei VfB-Jugendtrainern in Korb durften die Fußbälle auch mal unter den Arm geklemmt werden. © Jamuna Siehler

Korb. Justin spielte für Chelsey, Max bei Atlético Madrid. Die zwei Buben und 37 weitere Viertklässler der Korber Gemeinschaftsschule durften gestern mit den VfB-Jugendtrainern Sascha Janic und Lennard Schwarz üben wie echte Fußball-Profis. „Ich finde es supertoll“, befand Max. Zumal die Mädchen und Buben zum Abschluss bei einem Turnier in englischen und spanischen Teams um den Titel kicken durften.

Der Kinderfußballtag, den der Oberkochener Fußballsozialverein „Kinder von der Straße e.V.“ für die Korber Gemeinschaftsschule organisierte, ist eine Benefizaktion. Die Kinder sollen die eigenen fußballerischen Fähigkeiten entdecken und dabei auch jede Menge Spaß haben. Fußball als Alternative zum Rumhängen. Und das gemeinsame Kicken unter Anleitung von Profis als Gemeinschaftserlebnis jenseits von Notendruck. Sport soll laut Jo Eller, Gründer und Erster Vorsitzender des Vereins „Kinder von der Straße“ helfen, Verständnis füreinander und Teamgeist zu entwickeln. In Korb war es gestern die vierte Auflage des Fußballaktionstages, dieses Mal mit 39 Viertklässlern aus zwei Parallelklassen. Sportlehrerin Carola Scheibe sieht das Projekt auch als „Geschenk“ für ihre Grundschüler, die nach den Ferien auseinandergehen werden. „Da wird das Klassengefüge aufgehoben, da kullern die Tränen“, weiß sie aus Erfahrung. Der Spaß beim Fußballaktionstag schweißte sie noch einmal richtig zusammen. „Sport ist für die sozialen Beziehungen das allerwichtigste Fach an der Schule. Das gegenseitige Helfen spielt eine ganz große Rolle.“

Die Viertklässler genossen den Fußballaktionstag im Stadion in vollen Zügen. Max Leonard, der im Turnier für Atletico Madrid auflief, fand das Training „supertoll“. Auch Umut freute sich, weil er an einem normalen Schultag „Freizeit und Spaß haben konnte“. Sascha Janic, der beim VfB die E-Jugend trainiert, und sein Trainerkollege Lennard Schwarz, hatten für die Kinder ein besonderes Programm nach dem Motto „Üben wie die Profis“ zusammengestellt. Zuerst eine Aufwärmeinheit, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und die Koordination zu verbessern, wobei sich die Mädels am Hütchenparcours sicherer bewegten als die Jungs. In der Sprintstaffel und bei Torschussübungen im zweiten Teil durften die Viertklässler ihren Idolen aus der Bundesliga nacheifern. „Ich finde es cool, dass die so Stationen machen für die Koordination“, rühmte Lina die zwei lizenzierten Trainer. Linas Stolz darauf, dass sie für ihre Behändigkeit und Körperbeherrschung ausdrücklich von ihnen gelobt wurde, war unverkennbar.

Scheibe: „Da steckt ‘ne Menge Arbeit drin“

Der Fußballaktionstag wurde durch Sponsoren finanziert. Sport verbindet, auch Geldgeber und Fußballer, weil alle wissen, welch wichtige soziale Funktion das Spiel nach Regeln erfüllt. Fußball spiele dabei eine besondere Rolle, um Kinder und Jugendliche „von der Straße zu holen“, wie Vereinsgründer Jo Eller sagt. Er ist im Kinderdorf Marienpflege in Ellwangen aufgewachsen, war selber Kicker und unterstützt heute Schulen und Vereine dank seiner damaligen Erfahrungen.

Die Hilfe für Kinder, die auf dem Weg zum Erwachsenwerden abzustürzen drohen oder einfach nur Spaß am Fußballspielen haben, das ist Jo Eller besonders wichtig. Er ist es, der dank enger Kontakte zu namhaften Vereinen der Bundesliga und effizientem Fundraising das Geld sammelt. Für die Gemeinschaftsschule Korb war der gestrige Vormittag kostenlos. Auch die VfB-Trainer Sascha Janic und Lennard Schwarz brachten sich ehrenamtlich ein.

„Da steckt ‘ne Menge Arbeit drin“, verriet Sportlehrerin Carola Scheibe. „Ich finde es ganz toll. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es funktioniert.“ Ihre Schule profitierte nicht nur pädagogisch, sondern ganz praktisch: Sie erhielt 30 Uhl-Sport-Fußbälle geschenkt, keine billigen.

18 Firmen

18 regionale Firmen sponserten den gestrigen Aktionstag der Gemeinschaftsschule Korb. Zusätzlich steuerte der Verein eigene Mittel bei.

Ein Plakat mit Namen der Geldgeber wird in der Schule aufgehängt. Den zwei VfB-Trainern war gestern die Balance zwischen Spaß und Disziplin wichtig.