Waiblingen

Gartenschau: Jetzt wird’s konkret

Primel Blumen Frühling Symbol symbolbild symbolfoto
Symbolfoto. © ZVW/Hardy Zürn

Waiblingen. Lange hatte die Gartenschau für viele Bürger vor allem teuer und theoretisch ausgesehen, doch jetzt wird’s konkret. Nach den Sommerferien treffen sich die Arbeitsgruppen, um ihre Ideen auszuarbeiten. „Das Hauptthema ist der Garten“, sagte Baubürgermeisterin Birgit Priebe im Planungsausschuss bei der Vorstellung der Projekte aus der Bürgerbeteiligung.

Aus dem Themenbereich „Garten, Natur und Altstadt“ hat sich die Arbeitsgruppe „Garten“ gebildet. Diese will nach den Sommerferien über eine Zusammenarbeit mit der Jugendfarm auf dem Finkenberg in Sachen Themen „Essbare Gärten“, Kräutergärten und Permakultur diskutieren. Für die Verwaltung ist bei der Umsetzung dieser Projektideen das Engagement der Bürger besonders wichtig: Sie müssten bereit sein, die Maßnahmen umzusetzen und auch dauerhaft zu begleiten. Erste Gespräche zwischen der Verwaltung und den Verantwortlichen der Jugendfarm haben stattgefunden. Die Vertreter der Jugendfarm können sich eine Kooperation vorstellen, womit die dauerhafte Sicherung und der Betrieb solcher Gärten gewährleistet wären. Unterstützung sollen die Bürger bei ihrer Arbeit von einem externen Landschaftsarchitektur-Büro bekommen.

Steinmetze wollen künstlerische Sitzobjekte schaffen

Geprüft werden von der Verwaltung auch die von Bürgern gewünschten Möbel und Sitzplätze im Gartenschaugelände. Vorschläge für Bänke mit Wiedererkennungswert, die in allen Kommunen der Gartenschau aufgestellt werden sollen, gibt es von der Gartenschau-Geschäftsstelle. Mögliche Standorte in Waiblingen wären beim Familienzentrum Karo, bei der Rundsporthalle und beim Bahnhofsvorplatz. Zudem gibt’s von der Steinmetz- und Bildhauerinnung der Kreise Ludwigsburg, Böblingen und Rems-Murr das Angebot, für die Remstal- Gartenschau künstlerisch gestaltete Sitzobjekte zu schaffen.

Kommunen rufen Schulgartenwettbewerb aus

Für die rund 120 Schulen der 16 beteiligten Kommunen wird ein Schulgartenwettbewerb ausgerufen. Dieser wird in verschiedenen Kategorien über die Schuljahre 2017/2018 und 2018/2019 laufen. Am Ende entscheidet eine Kommission über die Sieger in den unterschiedlichen Kategorien. Die Preise werden im Rahmen einer Veranstaltung der Remstal-Gartenschau verliehen. Um die Schulen zu motivieren, werden die Teilnehmer mit einem „Startergeld“ in Höhe von 500 Euro unterstützt.

Grünes Klassenzimmer von Christoph Sonntag

Kindern die Natur nahebringen: Dieser Wunsch stand im Zentrum zahlreicher Bürgerideen. Wie bereits vorhanden, soll es auf der kleinen Erleninsel das Grüne Klassenzimmer von Christoph Sonntag geben. Dazu kommt das Öko-Klassenzimmer der Baden-Württembergischen Landesgartenschauen. Dazu zählen nach Ansicht der Verwaltung aber auch die bereits beschlossenen Projekte Flachwasserbiotop, Remsterrassen und Remskuben, die Menschen den Fluss erlebbar machen sollen. Die Idee eines Wasserspielplatzes wird noch geprüft.

Fitness im Freien

Außerdem werden auch viele Bürgerideen zum Thema Sport und Veranstaltungen aufgegriffen. Zur gewünschten Fitness im Freien passt nach Ansicht der Verwaltung der bei der Rundsporthalle beschlossene Mehrgenerationenparcours. Die von vielen Bürgern gewünschten Wanderwege und die Remstal-Radroute werden unter der Regie der Geschäftsstelle der Gartenschau bearbeitet.

Ein insektenfreundliches Blühkonzept

Der Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt hat die Projekte zufrieden zur Kenntnis genommen. „Ich bin froh, dass man sieht, was weiter gestaltet wird“, sagte Christel Unger (SPD). „Das ist eine Genugtuung für mich.“ ALi-Frau Iris Förster wünschte sich ein insektenfreundliches, bestenfalls bienenfreundliches Blühkonzept auf allen Verkehrsinseln und Rabatten in der Stadt: „Knallbunt in der ganzen Stadt, das würde mich freuen“, sagte sie. Scheitern wird die Idee indes am Geld: Finanziell sei das nicht darstellbar, sagte Baubürgermeisterin Birgit Priebe. Sämtliche Verkehrsflächen umzugestalten wäre ein zu großer Einsatz. Die Imker seien allerdings integriert.

Essbare Gärten

Urs Abelein (SPD) gefiel besonders die Idee, die essbaren Gärten bei der Jugendfarm anzusiedeln. Peter Abele (CDU) freute sich, dass die Gartenschau-Planungen nun konkret werden: „Jetzt wird es Zeit, mit positiver Stimmung ranzugehen“, sagte er. Woraufhin ALi-Chef Alfonso Fazio umgehend Wasser in den Wein goss: Für ihn seien die Dinge noch lange nicht beschlossen, sagte er. „Wir wollen weitere Informationen, damit wir uns, wenn nötig, kritisch äußern können.“


Ideen am Seeplatz...

Keine großen Veränderungen soll es am Seeplatz geben. Entstehen soll auf der Wiese daneben allerdings ein naturnaher, eher ruhig gestalteter Spielplatz mit kleineren Spiel- und Erholungsangeboten wie Hängematte, Kletterseil bis hin zu einer Nestschaukel. Die Geräte sollen an Baumstämmen montiert werden und so als zusammenhängende Einrichtung erkennbar sein. Bewusst verzichtet wird auf Farben, um die Anlage möglichst naturnah zu halten. Die Kosten liegen bei 520 000 Euro. Der Ausschuss hat die Planung einstimmig beschlossen, zustimmen muss noch der Gemeinderat.

Wie bisher, kann der Seeplatz auch für kleinere kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen genutzt werden.

...und aus den Ortschaften

In Beinstein sollen die alten Buchstaben des Schriftzugs „Remstal-Quellen“ entlang dem neuen Radweg zwischen der Weinstädter Gemarkungsgrenze und dem Ruderclub als Skulpturen aufgestellt werden. Bittenfeld plant, in einem städtischen Wiesenstück im Bereich der Vogelmühle eine Station des Besinnungswegs zu gestalten. Bei der Vogelmühle wollen auch Hohenacker und Hegnach aktiv werden.

In Neustadt kann man sich im Bereich des Haufler-Weinbergs vorstellen, mit neuen Infotafeln den dortigen Weinbau und die Geschichte des Haufler-Weinbergs den Interessierten näherzubringen.

Die Projektvorschläge aus den Ortschaften sollen weiterentwickelt und mögliche Kooperationen gebildet werden. Auch die Schulen sollen eingebunden werden.

Die Arbeitsgruppen treffen sich nach den Sommerferien. Die genauen Termine stehen noch nicht fest.