Waiblingen

Gas- und Strompreisbremse ab 2023: Waiblinger Firma Stihl prüft Entlastung

Stihl
Zuletzt gab es aus dem Hause Stihl harsche Kritik an der Energiewende. © ALEXANDRA PALMIZI

Wie die meisten Firmen ist auch der Waiblinger Motorsägenhersteller Stihl weiter von den hohen Energiepreisen und „gestörten Lieferketten“ betroffen. Dennoch habe man im Laufe des Sommers „Rückstände abbauen“ können, so das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion. Entlastungen seitens der Politik spüre Stihl bislang nicht, ob Strom- und Gaspreisbremsen 2023 helfen, werde „derzeit bewertet“.

Bislang keine Folgen für Produktion in Waiblingen und Co.

Auch in Waiblingen beschäftigen Stihl die Folgen des Ukraine-Kriegs weiter (wie das Geschäft in der Ukraine selbst für Stihl läuft und wie das Unternehmen seine Mitarbeiter dort unterstützt, lesen Sie hier) Lieferprobleme und Energie-Kosten machen sich wie überall bemerkbar.

Folgen für die Produktion hat das laut der Stihl-Pressestelle bislang aber nicht gehabt. „Trotz der angespannten Liefersituation konnten wir im Laufe des Sommers Rückstände abbauen und wir werden auch im kommenden Jahr daran arbeiten, unsere Rückstände weiter zu reduzieren, um den Handel wie gewohnt umfassend und schnell beliefern zu können.“

Um kurzfristig Energie zu sparen, habe Stihl unter anderem die Temperatur in allen Arbeitsräumen auf 19 Grad angepasst, was der von der Bundesregierung erlaubten Mindesttemperatur für Arbeitsstätten entspricht - in öffentlichen Büros ist es auch die zulässige Höchsttemperatur.

Außerdem hat Stihl „Optimierungen von Betriebsparametern bei Anlagen“ vorgenommen, so die Pressestelle, beispielsweise der Temperatursollwerte für Heizung und Lüftung, Laufzeiten von Anlagen, Luftvolumenströme in Lüftungsanlagen.

Nikolas Stihl kritisiert Tempo der Energiewende

Entlastung durch staatliche Maßnahmen spüre Stihl bislang nicht, heißt es weiter. „Inwiefern die Energiepreisbremsen eine Entlastung bringen, wird derzeit bewertet.“

Die Bremsen gelten ab März 2023, rückwirkend laut Bundesregierung auch für Januar und Februar. Beim Strom gilt dann: „Für mittlere und große Unternehmen mit mehr als 30.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch liegt der Deckel bei 13 Cent (Netto-Arbeitspreis) für 70 Prozent des historischen Verbrauchs - in der Regel gemessen am Vorjahr.“

Und beim Gas erhalten Industriekunden laut der Bundesregierung ab Januar 2023 „von ihren Lieferanten 70 Prozent ihres Erdgasverbrauchs im Jahr 2021 zu garantierten sieben Cent je Kilowattstunde“.

Höher als in der Vergangenheit bleiben die gesamten Energiekosten auch für Unternehmen trotzdem. Erst vor wenigen Tagen hat Nikolas Stihl, der den Beirat der Stihl Holding AG & Co. KG und den Aufsichtsrat der Stihl AG führt, in diesem Zusammenhang das Tempo der Energiewende scharf kritisiert.

„Bei der Art und Weise, wie da vorgegangen wird, ist Dilettantismus schon ein relativ schwaches Wort“, sagte er in einem Interview. Es gebe nicht ausreichend Stromleitungen, zu wenige Windräder - und das Abschalten der Atomkraftwerke sei falsch.

Wie die meisten Firmen ist auch der Waiblinger Motorsägenhersteller Stihl weiter von den hohen Energiepreisen und „gestörten Lieferketten“ betroffen. Dennoch habe man im Laufe des Sommers „Rückstände abbauen“ können, so das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion. Entlastungen seitens der Politik spüre Stihl bislang nicht, ob Strom- und Gaspreisbremsen 2023 helfen, werde „derzeit bewertet“.

Bislang keine Folgen für Produktion in Waiblingen und Co.

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