Waiblingen

Gefahrenkreuzung soll sicherer werden

1/2
Kreuzung Gefahrenkreuzung Straße Hohenacker Klinglestalkreuzung_0
Ein Unfallschwerpunkt ist die Kreuzung zur Klinglestalstraße. Eine Ampelanlage oder ein Kreisverkehr wären mögliche Lösungen. © Büttner/ZVW
2/2
Durchfahrt
Unübersichtlich geht es bei der Bushaltestelle in Hohenacker zu. © Benjamin Büttner

Waiblingen. Lange Staus, Lärm und Stress: Die Anwohner an den Durchgangsstraßen in Neustadt und Hohenacker leiden schwer unter dem Verkehr, der durch ihre Ortschaften rollt. Jetzt hat die Verwaltung auf Antrag von CDU und Ortschaftsräten im Planungsausschuss Vorschläge für eine Verkehrskonzeption eingebracht, die die drängendsten Problemzonen entschärfen soll. Eine der avisierten Maßnahmen: der Umbau der unfallträchtigen Kreuzung Neustadter Hauptstraße/Klinglestalstraße.

Zu Hauptverkehrszeiten staut sich der Verkehr weit zurück in die Klinglestalstraße. Autofahrer, die endlos lang auf eine Lücke warten, um abbiegen zu können, werden da schon mal ungeduldig. Die Folge: Immer wieder kracht es an der Kreuzung. Die Verwaltung hat deshalb verschiedene Varianten untersucht, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen und das Queren der Straße für Fußgänger sicherer zu machen. Das Problem: Jede Maßnahme, die die Klinglestalstraße attraktiver macht, zieht auch unliebsamen Verkehr in die Straße, die jetzt schon als Querverbindung zur Hegnacher Höhe genutzt wird.

Aber auch dort kracht es beim Einfädeln auf die Straße immer wieder. Die optimale Lösung in Neustadt aus Sicht der Verwaltung wäre deshalb eine Ampelanlage, die die Verkehrsströme aus allen Richtungen steuern und Autofahrern wie Fußgängern mehr Sicherheit garantieren würde. In einem ersten Schritt soll nun untersucht werden, ob das dafür nötige Grundstück zum Verkauf steht.

Ortschaftsrat und Stadtverwaltung uneinig

Grundstückskäufe wären auch die Voraussetzung für einen Kreisverkehr - die Lösung, die der Neustädter Ortschaftsrat an dieser Stelle favorisiert. Der Verkehr würde ungesteuert fließen – allerdings auch in der Klinglestalstraße, weshalb die Stadtverwaltung vor dieser Variante warnte. Städtebaulich wäre ein Kreisel zwar eine schöne Lösung, vor dem Schritt müsse indes zwingend ermittelt werden, wie sich die Verkehrsströme verlagern würden, sagte Baubürgermeisterin Birgit Priebe: „Wir haben große Bedenken.“ Christel Unger (SPD) und Alfonso Fazio (ALi) sprangen ihr zur Seite: „Jede Attraktivitätssteigerung bringt mehr Verkehr“, erinnerte Fazio: „Man wollte den Schleichverkehr dort doch weg haben.“

Peter Abele (CDU) und Urs Abelein (SPD), die beide im Neustädter Ortschaftsrat sitzen, verwiesen dagegen auf die Vorteile eines Kreisverkehrs: Zwar würde sich das Problem in der Klinglestalstraße verschärfen, so Abele, wegfallen würde aber der Unfallschwerpunkt aufgrund der langen Wartezeiten an der Kreuzung. Die Fußgänger müssten nicht länger an der Ampel am Fußgängerüberweg warten. Und Auto- und Lkw-Fahrer in der Neustädter Hauptstraße würden gezwungen würde, vom Gas zu gehen. Vor einer Entscheidung soll nun untersucht werden, wie sich der Verkehr verlagern würde. „Wir sollten nichts überstürzen“, mahnte die Baubürgermeisterin.

Ein Kreisverkehr an der Theodor-Heuss-Straße?

Ein Kreisverkehr könnte auch an der Hohenacker Ortseinfahrt entstehen. Die Verwaltung empfiehlt für die Kreuzung Karl-Ziegler-Straße / Theodor-Heuss-Straße eine vertiefte Untersuchung, weil ein Kreisel nicht nur den Ortseingang kennzeichnen, sondern auch die Geschwindigkeit der Autofahrer reduzieren würde. Bernd Mergenthaler (FDP) hält die Maßnahme trotzdem für überzogen: Alles, was den Verkehr aufhalte, erzeuge unnötigen Lärm. „Und das ist doch keine Rennstrecke“, sagte er. Birgit Priebe beruhigte: Eine Untersuchung sei noch kein Baubeschluss.

Untersucht wird auch der Umbau der Bushaltestelle in der Hohenacker Mitte, eine Busbucht, die von Autofahrern bei Gegenverkehr ebenso regelmäßig wie unrechtmäßig als Ausweichspur genutzt wird. Die Stadtverwaltung schlug vor, die Busbucht mit einem auffallenden Belag klarer vom Straßenraum abzugrenzen und für die Autofahrer so eine visuelle Hemmschwelle zu schaffen. Der Ortschaftsrat dagegen will das Befahren legalisieren, die Busbucht lieber gleich zur Fahrbahn machen: „Es funktioniert ja“, sagte Sabine Wörner (SPD). Baubürgermeisterin Priebe versprach zu prüfen, was rechtlich machbar ist.