Waiblingen

Geldwäsche vor Gericht in Waiblingen: 18-Jährige gibt Bankkonto leichtfertig her

Kartenzahlung
Leichtfertig hat eine 20-Jährige ihr Konto für eine Gutschrift hergegeben und anschließend das Geld abgehoben. © ALEXANDRA PALMIZI

Eine 20-Jährige machte sich strafbar, weil sie leichtfertig Geldwäsche betrieb. Das Amtsgericht Waiblingen stellte das Verfahren ein. Wie kam es dazu?

Sie war damals 18 Jahre alt, verliebt und wollte dem besten Kumpel ihres damaligen Freundes einen Gefallen tun. Die Sache ist gut zwei Jahre her, als der beste Freund ihres Ex-Freundes sie fragte, ob sie ihr Konto für eine Überweisung hergeben könnte. Seines sei aktuell gesperrt, da er Schulden habe. Die junge Angeklagte kannte ihn zum damaligen Zeitpunkt, er wird an dieser Stelle Sascha genannt, seit mehr als zwei Jahren. 6000 Euro wurden in der Folge auf ihr Konto überwiesen. Am selben Tag hob sie 500 Euro ab und gab es Sascha. 3800 Euro überwies sie nach Portugal, wie es ihr aufgetragen wurde. Anschließend hob sie weitere 500 Euro ab und gab sie Sascha. In einem großen Elektromarkt bezahlte sie mit ihrer EC-Karte ein etwa 1100 Euro teures Smartphone und gab es ebenfalls Sascha.

Bank: Handeln sei Geldwäsche

„Zwischendurch hätte man schon mal auf die Idee kommen können, dass das nicht so ganz in Ordnung ist“, wies Richter Blattner die Angeklagte zurecht. „Man glaubt, man hilft einem Freund, aber in Wahrheit macht man sich strafbar“, sagt er. Am Ende treffe es die gutgläubigen Leute, die eigentlich nichts Schlimmes wollen, und „die wahren Täter sind nicht identifizierbar“, wies Blattner sie zurecht. Ihr Verhalten sei sehr naiv gewesen.

Sogar die Bank der Angeklagten, bei der sie das Konto eingerichtet hat, machte sie darauf aufmerksam, dass ihr Handeln nicht in Ordnung sei und in die Kategorie Geldwäsche fällt. Doch die 20-Jährige ließ sich nicht beirren. Wenig später gab die Bank eine Verdachtsmeldung bei der Polizei an, sagte ein Polizeihauptkommissar vor Gericht aus, der die Ermittlungen führte.

Kein leichter Lebensweg

Die Angeklagte hatte keine einfache Kindheit, gab die Jugendgerichtshelferin vor Gericht an. In Brasilien geboren, zog sie mit der Mutter und den Geschwistern nach Portugal. Ihren Vater lernte sie nie kennen. Sie zog mit 14 Jahren zum Onkel nach Leutenbach, was aber langfristig nicht funktionierte. Heute lebt sie in einer Wohngemeinschaft.

Sie sei beruflich angekommen, mache eine Ausbildung und befindet sich im zweiten Lehrjahr. Bis es dazu kam, unterstützte sie immer wieder die Jugendhilfe, die ihr auf die Beine half.

Der Tatzeitpunkt hatte die Angeklagte in einer schwierigen Lebensphase getroffen. Sie brach die zehnte Klasse ab. Für den Fall einer Verurteilung könne das Jugendstrafrecht angewendet werden, sagte die Jugendgerichtshilfe vor Gericht. Und sie sprach sich dafür aus, dass der Geschädigte, von dem das Geld kam und der ebenfalls über den Tisch gezogen wurde, eine Summe zurückerhalte – „auch wenn es eng wird!“

Die Überweisung nach Portugal vom Konto der Angeklagten, konnte nachträglich wieder rückgängig gemacht werden, wie der Polizeihauptkommissar in der weiteren Ermittlung erfahren hatte.

Da sich die Angeklagte in der Ausbildung befindet und damit kein hohes Einkommen hat, außerdem Miete und Nebenkosten bezahlen muss, bleibt am Ende nicht viel übrig. „Es reicht zum Leben“, sagt die Angeklagte.

Verfahren wird eingestellt

Bisher hat sich die Angeklagte nichts zuschulden kommen lassen und sie zeigte sich im Verlauf der Ermittlungen stets kooperativ, fasste Blattner zusammen. Sie habe aus Naivität und Unwissenheit gehandelt. Mit dem Einverständnis des Staatsanwalts stellte Richter Blattner das Verfahren der Angeklagten ein. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Auch unter Freunden muss man mal Nein sagen können. Das macht man nicht!“, gab ihr Richter Blattner mit auf den Weg.

Mittlerweile wisse die Angeklagte, dass ihr Handeln nicht in Ordnung war. Sie schien sichtbar erleichtert, dass sie nun nach vorne blicken kann.

Eine 20-Jährige machte sich strafbar, weil sie leichtfertig Geldwäsche betrieb. Das Amtsgericht Waiblingen stellte das Verfahren ein. Wie kam es dazu?

Sie war damals 18 Jahre alt, verliebt und wollte dem besten Kumpel ihres damaligen Freundes einen Gefallen tun. Die Sache ist gut zwei Jahre her, als der beste Freund ihres Ex-Freundes sie fragte, ob sie ihr Konto für eine Überweisung hergeben könnte. Seines sei aktuell gesperrt, da er Schulden habe. Die junge Angeklagte kannte ihn zum

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