Waiblingen

Gericht: Auf Raub und sexuelle Nötigung aus

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Stuttgart. Das Landgericht Stuttgart hat einen 32-jährigen Schwaikheimer zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er hatte in Waiblingen und Leutenbach drei Frauen überfallen.

Der Angeklagte hatte behauptet, die drei Frauen im April und Mai dieses Jahres in Leutenbach und Waiblingen "lediglich" überfallen zu haben, um an Wertsachen zu kommen. Das Gericht verurteilte ihn jedoch nicht nur wegen versuchten schweren Raubes und Körperverletzung, sondern auch wegen sexueller Nötigung.

"Nach 32 Jahren, in denen Sie nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, begehen Sie innerhalb von nur zehn Tagen drei solche Taten. Sie sollten sich überlegen, ob mit Ihnen irgendetwas nicht stimmt. Normal ist Ihr Verhalten nicht", sagte die Vorsitzende Richterin in Ihrer Urteilsbegründung. Und weiter: "Die Intensität Ihrer Taten hat sich von Mal zu Mal gesteigert. Was wäre noch passiert, wenn Sie nicht gefasst worden wären?"

Angeklagter bestritt sexuelle Absichten

Der 32-jährige Familienvater nahm das Urteil zwar an, hatte jedoch bis zuletzt bestritten, sexuelle Absichten gehabt zu haben. Er habe sich stattdessen während seiner Meisterausbildung stark verschuldet und sei in Geldnöten gewesen, die auch nicht durch eine neue Arbeitsstelle mit angeblich ungenügendem Lohn besser geworden seien. Er habe sich Sorgen um die Versorgung seiner Familie gemacht. So habe er den insgeheimen Entschluss gefasst, Passanten auszurauben.

Angriff auf drei junge Frauen

Tatsächlich suchte sich der 32-Jährige dann aber in Folge auffallend ähnlich aussehende junge Frauen aus. Der erste Überfall geschah am 29. April um 19 Uhr in Leutenbach. Er umklammerte die Frau von hinten und forderte diese auf, ihm Wertsachen auszuhändigen. Der Überfallenen gelang es jedoch, sich loszureißen und davonzurennen.

Am 7. Mai gegen 23 Uhr griff er eine 17-Jährige in Waiblingen an, nachdem sie auf der Korber Höhe aus dem Bus gestiegen war. Auch hier ging er das Opfer von hinten an, nahm die junge Frau in den Klammergriff und versuchte ihr die Handtasche zu entreißen. Die 17-Jährige schrie laut um Hilfe, Anwohner reagierten darauf, der Angreifer flüchtete erneut ohne Beute.

Noch in derselben Nacht (am 8. Mai um 3 Uhr) überfiel er eine 29-Jährige ind er Waiblinger Innenstadt. Diese war am Bahnhof aus der S-Bahn gestiegen und zu Fuß auf dem Weg nach Hause. In der Dammstraße packte er sie von hinten und zog sie zu Boden. Sie wehrte sich, fragte was er wolle. Er sagte "Geld", sie bot ihm die Handtasche an. Er flüsterte ihr ins Ohr, "ich will mehr", und fasste ihr mehrmals in den Schritt. Sie verstärkte noch mehr ihre Gegenwehr. "Ich war überzeugt, dass er mich vergewaltigen wollte", so die Frau in ihrer Aussage vor Gericht. Schließlich ließ der 32-Jährige aufgrund der Gegenwehr von ihr ab und flüchtete.

Bedrohung mit (Schein-)Waffen

Die Polizei konnte ihn jedoch wenig später festnehmen. In zwei Fällen soll der 32-Jährige eine Softair-Pistole in der Hosentasche bei sich geführt, in einem Fall mit einem Messer gedroht haben.