Waiblingen

Gesperrte B-14-Auffahrt Waiblingen-Mitte: Sind die Arbeiten an der Brücke trotz Corona noch im Zeitplan?

Brückenbaustelle
Die Baustelle an der B-14-Auffahrt Waiblingen-Mitte. Hier werden gerade die Brückenkappen der 45 Jahre alten Brücke über die Beinsteiner Straße saniert. Diese befinden sich am linken sowie rechten Rand der Fahrbahn und schützen tragende Elemente. Zudem fungieren sie als Rad- und Fußweg. © Alexandra Palmizi

Für Autofahrer, die von Korb nach Waiblingen wollen, ist die Baustelle an der B-14-Auffahrt Waiblingen-Mitte seit vielen Wochen ein Ärgernis. Am 11. August 2020 wurde mit der Sanierung der Brücke über die Beinsteiner Straße begonnen, weshalb die B-14-Anschlussstelle bislang gesperrt ist – und das führt zu Rückstaus auf den Ausweichrouten.

Straßenbauamt des Landkreises gibt Auskunft

Karsten Klein, Teamleiter im Straßenbauamt des Rems-Murr-Kreises, hat für den Unmut von Autofahrern durchaus Verständnis – zumal er seine Tochter selbst auf jener Strecke immer zur Kita nach Waiblingen bringen muss. Eine Alternative zur jetzigen Sperrung gibt es aus seiner Sicht aber nicht.

Umso mehr ist es für die Betroffenen wichtig, dass die Bauarbeiter im Zeitplan sind. Neben dem Wetter könnte vor allem Corona alles durcheinanderbringen – zumal ein Vertreter der Baustellenfirma derzeit in Quarantäne ist.

Damit nicht alle in Quarantäne landen

Nun arbeiten die Firmen in festen Kolonnen auf der Baustelle, die im Idealfall aus den immer gleichen Mitarbeitern bestehen. Wenn nun allerdings ein Arbeiter positiv auf das Virus getestet wird, müssen alle anderen automatisch in Quarantäne. Bis jetzt, sagt Karsten Klein vom Straßenbauamt, habe man bei der Brückenbaustelle Glück gehabt – allerdings gab es am Montag kurzzeitig Ungewissheit, ob sich die Fertigstellung der Baustelle nicht doch verzögert.

Was bedeutet ein positives Testergebnis für die Baustelle?

Grund ist, dass ein Vertreter der Baufirma bei einer privaten Feier Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Der Firmenvertreter befindet sich deshalb vorsorglich in Quarantäne und wartet nun auf das Ergebnis seines Corona-Tests. Die bange Frage war nun, was ein positives Ergebnis für die Bauarbeiter vor Ort bedeutet: Müssen diese dann auch in Quarantäne – mit der Folge, dass sich die Bauarbeiten um rund zwei Wochen verzögern?

Am 12./13. Dezember 2020 soll alles fertig sein

Karsten Klein konnte allerdings schnell Entwarnung geben. Besagter Firmenvertreter habe zuletzt keinen Kontakt mit der Baukolonne gehabt, die derzeit vor Ort arbeitet. Heißt: Der Zeitplan kann eingehalten werden. Stand jetzt soll alles am zweiten Dezemberwochenende abgeschlossen sein – sprich am 12. und 13. Dezember 2020.

Milde Winter helfen dem Straßenbau

Damit das klappt, muss es allerdings weiter eine passende Witterung geben – so wie bisher. „Das Wetter hat uns gut in die Karten gespielt“, sagt Karsten Klein. Durch die milderen Winter sei es mittlerweile normal, bis in den Dezember hinein Straßenbauarbeiten umzusetzen. Bis jetzt, sagt Karsten Klein, habe man auch keine schlechten Erfahrungen mit der Qualität des Straßenbelags gehabt.


Baukosten bislang nicht überschritten

Was den Kostenrahmen von 750 000 Euro angeht, so geht Karsten Klein weiter davon aus, diesen einhalten zu können. Dabei muss der Landkreis nicht alles alleine zahlen: 325 000 Euro der Summe kommen aus dem Landesprogramm „Kommunaler Sanierungsfonds“. Klar, die Schlussrechnung liegt noch nicht vor, und in der Regel werden Straßenbaumaßnahmen nach Karsten Kleins Erfahrung oft ein wenig teurer. Bislang sei aber alles im Soll – trotz der Tatsache, dass die sogenannten Brückenkappen ganz statt nur teilweise ausgewechselt werden müssen.

Was sind Brückenkappen?

Brückenkappen befinden sich an den beiden Rändern von Brücken und dienen oft als Rad- und Fußweg, während in der Mitte die Autos unterwegs sind. Sie schützen die tragenden Elemente der Brücke und sind oft starker Belastung ausgesetzt – unter anderem auch durch Streusalz. Zunächst gingen die Fachleute davon aus, dass es reicht, nur einen Teil der Brückenkappen auszuwechseln.

Ein Gerüst ist nötig

Dann, sagt Karsten Klein, habe sich aber vor Ort bei den Arbeiten gezeigt, dass der Zustand schlechter sei als angenommen. Sprich: Die Brückenkappen mussten komplett abgebrochen werden – und hierbei ist laut Karsten Klein wie bei einem Neubau ein Gerüst nötig. Ohne dieses könnten die Betonteile auf die Straße fallen und dabei hindurchfahrende Autos beschädigen.

Bei einem Teilrückbau der Kappen wäre kein Gerüst nötig gewesen – und das wäre natürlich dann etwas preiswerter gewesen. Da an anderer Stelle gespart werden konnte, fallen diese Mehrausgaben laut Karsten Klein jedoch nicht ins Gewicht. Noch sind die Arbeiten an den Brückenkappen nicht abgeschlossen: Sie müssen noch neu betoniert werden.

Wie lange halten Brücken aus Beton?

Autofahrer, die wegen der Baustelle an der B-14-Auffahrt Waiblingen-Mitte täglich im Stau stehen, fragen sich natürlich, wie dringend die Arbeiten an der Brücke sind. Diese ist immerhin erst 45 Jahre alt. Theoretisch, sagt Karsten Klein, gehen Experten davon aus, dass Betonbrücken, die nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut wurden, 110 Jahre halten. Bei größerer Belastung sinkt natürlich der Wert.

Rechtzeitig instand setzen

Brückenkappen, die starker Verkehrsbelastung ausgesetzt sind, sollten laut Karsten Klein nach 20 bis 30 Jahren ausgetauscht werden. Und im Rems-Murr-Kreis wird nach Angaben des Teamleiters des Straßenbauamts darauf geachtet, Brücken rechtzeitig instand zu setzen, um noch längere Baustellenzeiten zu verhindern. Alle 30 Jahre werde deshalb saniert – „und dann haben wir es auch für 30 Jahre weg“. Sprich: Die Autofahrer haben dann ihre Ruhe.


Geht es auch mit halbseitigen Sperrungen?

Die Frage ist, ob nicht eine halbseitige Sperrung der Brücke die derzeitige Lage entspannt hätte. Dann hätten die Autos in Waiblingen-Mitte weiter auf die B 14 auffahren können. Allerdings, sagt Karsten Klein, würden die aktuellen Vorschriften eine nur halbseitige Sperrung der Brücke über die Beinsteiner Straße gar nicht mehr zulassen. Dazu kommt: „Die Baustelle würde viel länger dauern.“

Welche Alternativrouten gibt es für Autofahrer?

Wer von Waiblingen nach Korb muss und wegen der Baustelle unter Rückstau leidet, dem empfiehlt Karsten Klein, in Waiblingen-Süd auf die Bundesstraße zu fahren statt über die Korber Höhe. Auch der Weg über Beinstein sei eine Möglichkeit. Im Unterschied zum ländlichen Raum, in dem bei Straßenbauarbeiten tatsächlich ein ganzes Dorf vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten sein kann, gebe es in der Region um Stuttgart immer genug Alternativrouten.

Das heißt aber nicht, dass Karsten Klein die Belastung für die Autofahrer in Waiblingen schönreden will. „Natürlich ist es sehr unangenehm und sehr unkomfortabel.“

Für Autofahrer, die von Korb nach Waiblingen wollen, ist die Baustelle an der B-14-Auffahrt Waiblingen-Mitte seit vielen Wochen ein Ärgernis. Am 11. August 2020 wurde mit der Sanierung der Brücke über die Beinsteiner Straße begonnen, weshalb die B-14-Anschlussstelle bislang gesperrt ist – und das führt zu Rückstaus auf den Ausweichrouten.

Straßenbauamt des Landkreises gibt Auskunft

Karsten Klein, Teamleiter im Straßenbauamt des Rems-Murr-Kreises, hat für den Unmut von

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