Waiblingen

Gewa-Tower wird winterfest gemacht

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Richtfest des Gewa-Towers im September. © Ramona Adolf

Fellbach. Die Insolvenz der Gewa schlägt in der Fellbacher Kommunalpolitik hohe Wellen. Während die Freien Wähler sich gegen Attacken der Tower-Kritiker verteidigen, wird der Turm nun schnell winterfest gemacht.

Video: Blick auf den Gewa Tower Fellbach

Inzwischen hat der vorläufige Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli von der Pluta Rechtsanwalts GmbH erste Gespräche mit verschiedenen Investoren geführt: „Mein Ziel ist es, zeitnah die bestmögliche Lösung für den Wohnturm und die Gläubiger zu erzielen.“ Außerdem stehe in engem Austausch mit dem gemeinsamen Vertreter der Anleihengläubiger. Laut den Anleihebedingungen ist die Rödl Treuhand Hamburg GmbH Steuerberatungsgesellschaft als gemeinsamer Vertreter der Gläubiger benannt. „Die Anleihengläubiger werden im Insolvenzverfahren vorrangig bedient“, teilt ein Pluta-Sprecher mit. Die Anleihe ist mit einer Grundschuld besichert. Der Erwerber des Hotels und die einzelnen Wohnungskäufer sind über die Erwerbsvormerkung im Grundbuch abgesichert.

Generalunternehmer Baresel habe seine Bereitschaft signalisiert, beim Weiterbau des Wohnturms mitzuwirken. Besprochen wurde zudem Sofortmaßnahmen zur Sicherung der Baustelle, etwa die Bewachung der Baustelle sowie Maßnahmen gegen den Frost. Die Feuerlöschanlage muss beispielsweise entwässert werden, damit kein Wasser in den Leitungen ist.

Freie Wähler weisen Vorwürfe von sich

Derweil verwahrt sich die FW/FD-Gemeinderatsfraktion gegen die Vorwürfe der SPD, sie habe sich vor den Karren eines Investors spannen lassen. Die Fraktionsmitglieder seien in Vereinen, sozialen Organisationen und Hilfsorganisationen „basisdemokratisch“ fest in Fellbach verwurzelt. Die Stadt sei weder Grundstückseigentümer noch Bauherr. Trotzdem habe sich der Gemeinderat einen „Finanzierungsnachweis“ ausbedungen. Bei der Prüfung seien Aussagen und Warnungen der beiden von der Stadt Fellbach beauftragten externen Gutachter mitentscheidend gewesen, die beide die Finanzierungsbestätigung als ausreichend bewertet und bei einer Ablehnung Schadenersatzforderungen gegen die Stadt in den Raum gestellt hätten. Noch immer gingen jetzt alle Kenner der Szene davon aus, dass der Tower fertig gebaut wird. Klar sei auch, dass ein großes Bauprojekt ein Restrisiko enthalte. Auch die Zeichnung einer mit 6,5 Prozent verzinsten Anleihe sei riskant. Dabei handele es sich eher nicht um Privat- oder Kleinanleger, sondern um institutionelle Groß-Anleger: „Wir sind überrascht, dass die SPD sich insbesondere um dieses Klientel Sorgen macht“, unkt FW/FD-Chef Ulrich Lenk.