Waiblingen

Graue Beton-Lücke am Postplatz

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Rund drei Viertel der Fläche sind seit 2016 schon bemalt – und der Rest? © Schneider / ZVW

Waiblingen. Kahler, grauer Beton dominiert die Wand zwischen Querspange und Postplatz-Forum. Ein Waiblinger Bürger hat jetzt im Gemeinderat angeregt, sie zu begrünen. Die Stadt hat andere Pläne – doch deren Realisierung lässt auf sich warten.

Das Postplatz-Forum hat, vorsichtig ausgedrückt, einige Schönheitsfehler. Einen sieht der Waiblinger Bürger, der nun einen offiziellen Antrag zur Begrünung stellte, in der tristen Betonwand links der Tiefgarageneinfahrt. „Der Postplatz ist die gute Stube und der Auftakt zur Altstadt“, heißt es in er Begründung. Da gebe die graue, teilweise beschmierte Betonmauer kein gutes Bild ab. Bei den jährlichen Haushaltsberatungen haben neben Vereinen auch Privatpersonen die Möglichkeit, kleine Anträge zu stellen. Mit einem solchen beschäftigte sich der Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Soziales. Um seine Forderung zu untermauern, lieferte der Antragsteller gleich zwei visualisierte Vorschläge mit.

Gespräche mit Baja und Virginia Beach laufen

Nach den Plänen der Stadt soll die Wand auf ganzer Länge durch Jugendliche aus Waiblingen und den Partnerstädten künstlerisch mit Graffiti gestaltet werden. Der Jugendgemeinderat hat sich in der Sache engagiert, und schon 2016 bemalten Jugendliche aus Waiblingen und der italienischen Partnerstadt Jesi drei Viertel der Fläche zwischen Querspangen-Tiefgarage und Postplatz-Kreuzung. Dabei ist es vorläufig geblieben. Auch das restliche Viertel soll von jungen Leuten aus einer Partnerstadt besprüht werden. „Gespräche mit Baja laufen, auch in Virginia Beach wurde ein entsprechender Impuls gesetzt“, führt die Verwaltung in ihrer Antwort aus. Allerdings benötigten solche Aktionen erfahrungsgemäß eine längere Vorlaufzeit.

So richtig zufrieden zeigten sich mit dieser Antwort auch die Stadträte im zuständigen Ausschuss nicht. Welcher Art die genannten „Impulse“ seien, wollte etwa SPD-Fraktionschef Roland Wied genauer wissen. „Das sollte nicht im Nirwana enden, sondern sich in überschaubaren Zeiträumen abspielen.“

CDU-Rat Volker Escher bekräftigte, der jetzige Anblick möge nicht weitere zwei oder drei Jahre fortbestehen. Und sein Fraktionskollege Ingo von Pollern schlug vor, im Hinblick auf die Gartenschau wenigstens ein paar Pflanztröge aufzustellen. Oberbürgermeister Andreas Hesky versprach, das Thema im Gespräch mit den Amtskollegen weiter zu verfolgen. Für die Zeit der Gartenschau werde sich die Stadtverwaltung Gedanken zur Gestaltung machen.