Waiblingen

Grippe lässt den Kreis kränkeln

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Krank! © Lehtikuva Antti Aimo-Koivisto/dp

Waiblingen. Rund geht’s in den Notaufnahmen der Kliniken in Winnenden und Schorndorf: Die Grippewelle macht auch vor dem Rems-Murr-Kreis nicht halt. Die Ärzte schlagen sich mit der echten Influenza, mit dem Norovirus und mit schweren Atemwegserkrankungen rum. Noch aber können alle kranken Patienten aufgenommen werden.

„Die Grippe schlägt diesen Winter im Südwesten besonders zu: Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes wurden bis Freitag 26 Grippe-Tote gemeldet.“ – „Aktuell so viele Grippefälle in Nürnberg wie seit Jahren nicht.“ – „Grippe hat Niedersachsen im Griff.“

Die Nachrichten sind wieder voll mit Schüttelfrost, Fieber und anderen Symptomen. Das Robert-Koch-Institut meldet für die ersten vier Wochen des Jahres deutschlandweit 20 899 Influenza-Fälle, die labordiagnostisch bestätigt sind. Und auch der Rems-Murr-Kreis kränkelt. „Erhöhte Fallzahlen“ melden die Rems-Murr-Kliniken sowohl aus Winnenden als auch aus Schorndorf. Die interdisziplinäre Notaufnahme versorgt „typische saisonale Erkrankungen“.

Die Grippekranken, wohlgemerkt, diejenigen mit der echten, der gefährlichen Influenza, kommen seit Mitte Dezember mehr und mehr. Und erfahrungsgemäß wird das Ganze erst gegen Mitte März wieder abflauen.

Noch kein Bettenengpass

Wer die Influenza hat, bleibt im Durchschnitt drei bis vier Tage in stationärer Behandlung. Influenza-Patienten müssen auch isoliert werden, denn der Virus ist hochansteckend und kann für geschwächte Menschen tödlich sein. Genauso, wie der Norovirus. Von diesen Patienten mit dem starken Brechdurchfall landen noch deutlich mehr in den zwei Kliniken.

Noch können die Krankenhäuser die Patienten aufnehmen und versorgen. Es sei „zu bewältigen“. Allerdings habe man eine „hohe Auslastung“, das heißt, allzu viele Betten sind wohl nicht mehr frei. Wie viele genau, können die Häuser nicht sagen. Die Belegung schwanke über die Woche. Will sagen, dass zurzeit einfach keiner weiß, wie viele Patienten am Tag einströmen und wie viele wieder so fit sind, dass sie entlassen werden können.

Zuerst zum Hausarzt oder in die Notfallpraxis

Im Übrigen müssen teilweise auch Patienten ins Krankenhaus, die eigentlich nur einen ganz banalen grippalen Infekt haben, also eine fiese Erkältung mit Fieber. Mancher aber holt sich dazu noch Komplikationen, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung oder einen bakteriellen Infekt.

Welche Symptome krankenhausreif sind, sollte der Hausarzt entscheiden. Und wenn der nicht greifbar ist, etwa am Wochenende oder am späten Abend, helfen die Mediziner der Notfallpraxis. Die Notfallpraxis in Winnenden ist seit 31. Januar in die Rems-Murr-Klinik Winnenden integriert. Wer sie sucht, läuft also direkt in den Haupteingang des Krankenhauses hinein und wird dort weitergeleitet. In Schorndorf ist die Notfallpraxis inzwischen ebenfalls im Klinik-Hauptgebäude direkt neben der Ambulanz.

Norovirus

Wer sich mit dem Norovirus infiziert, leidet innerhalb kurzer Zeit unter den Beschwerden. Es dauert oft nur wenige Stunden oder bis zu zwei Tage, bis die Erkrankten unter starken Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall leiden. Leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sind Begleitsymptome.

In der Regel heilt die Erkrankung innerhalb von zwei bis drei Tagen wieder aus. Sie kann jedoch lebensbedrohlich werden, wenn der Patient dehydriert.

Kranke scheiden die Viren in großer Zahl über das Erbrochene oder den Stuhl aus. Und die Viren sind wahre Überlebenskünstler.

Normalerweise sinkt die Ansteckungsgefahr zwei Tage nach Nachlassen der Symptome. Im Stuhl jedoch lassen sich die Viren noch zwei Wochen oder länger nachweisen.

Gegen den Norovirus gibt es keine Medikamente oder Impfungen. Einzig Hygiene schützt. Händewaschen steht dabei an erster Stelle.


Influenza

Die echte Grippe ist eine schwere Erkrankung, die bei chronisch Kranken, bei älteren und geschwächten Patienten zum Tod führen kann.

Wer an Influenza erkrankt, fühlt sich innerhalb kurzer Zeit sehr schlapp, bekommt Fieber, Husten, Schnupfen, Halsweh, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und so weiter. In schlimmen Fällen können Lungen- oder Herzmuskelentzündungen dazukommen.

Die ersten Beschwerden treten ein bis zwei Tage nach der Infektion auf, doch einen Tag bevor sich der Patient krank fühlt, ist er schon ansteckend und wird das auch rund eine Woche lang bleiben.

Gegen Grippeviren kann man sich kaum schützen, da sie über Tröpfchen weitergegeben werden und über die Schleimhäute in den Körper eindringen. Doch auch hier gilt: Hygiene ist wichtig.